Behörde für Umwelt und Energie

Jahresbilanz 1.174 verspätete Flüge nach 23 Uhr

167.000 Beschwerden,  2.300 Beschwerdeführer

Die Zahl der verspäteten Nachtflüge nach 23 Uhr hat 2018 mit 1.174 Fällen einen Höchststand erreicht. Das ist aus Sicht der Umweltbehörde deutlich zu viel und darf sich 2019 nicht wiederholen. Die Bilanz der Beschwerdezahlen ergibt folgendes Bild: Fast 167.000 Fluglärmbeschwerden gingen bei der Umweltbehörde ein, davon 42.000 namentlich, der Rest ohne Wohnortangabe. Insgesamt reichten 2.311 Bürgerinnen und Bürger Fluglärmbeschwerden ein.

1.174 verspätete Flüge nach 23 Uhr

Von den namentlich zuzuordnenden Beschwerden stammten knapp 30 Prozent aus Hamburg, der Rest aus dem Umland. Von den Beschwerdeführern leben etwa 2.000 in Hamburg, die anderen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. 75 Prozent der Beschwerden gingen bei der Fluglärm-Beschwerdestelle in der Umweltbehörde ohne vollständige Personendaten, aber mit dem jeweiligen Stadtteil bzw. Ort ein (Pflichtangabe). Ab August stieg die Beschwerdezahl sprunghaft auf rund 600 pro Tag an. Das lässt auf optimierte Ausnutzung der technischen und digitalen  Möglichkeiten schließen.
Wie schon in den Vorjahren gab es große regionale Unterschiede bei der Zahl der Beschwerden und der Beschwerdeführer. Hier einige Beispiele: Aus Ahrensburg kamen von 21 Beschwerdeführern knapp 10.000 Beschwerden, aus Bargteheide 6.400 von 20 Personen, aus Großhansdorf im Kreis Stormarn 5.100 von weniger als 5 Menschen. In Hamburger ist das Spannbreite zwischen Beschwerden und Beschwerdeführern sehr viel geringer, auf jeden der knapp 2.000 Beschwerdeführer kommen im Schnitt nur sechs Beschwerden. Die Zahl der Beschwerdeführer ist in Hamburg angestiegen, vor allem in den flughafennahen Stadtteilen wie Langenhorn und Niendorf. Außerdem hat eine relativ lange Pistensanierung viele Anwohnerinnen und Anwohner der Alsterdorf-Hamm-Anflugschneise motiviert, sich zu beschweren. Aus Norderstedt, das im Umland am stärksten betroffen ist von Überflügen, haben sich 103 Personen beschwert. Ein häufig genannter Grund in den Beschwerden ist „Störung der Nachtruhe“. Eine Zusammenfassung des Jahres 2018 findet sich hier.

Umweltsenator Jens Kerstan erklärt dazu: „Die Entwicklung bei den Nachtflügen ist nicht hinnehmbar. Das ist für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner mehr als ärgerlich. Die bisherigen Maßnahmen haben noch nicht gegriffen. Die Bürgerschaft hat im September einen 21-Punkte-Plan beschlossen, den wir konsequent umsetzen werden. Die Schwelle für die Durchführung von Ordnungswidrigkeitsverfahren wurde gesenkt, eine Prüfgebühr für verspätete Flüge eingeführt. Und wir führen die Gewinnabschöpfung fort. Auf dem Luftfahrtgipfel Anfang Oktober in Hamburg haben die Luftfahrtunternehmen sich erneut selber dazu bekannt, die Situation verbessern zu wollen. Ich appelliere klar an die Airlines, diese Ankündigungen endlich umzusetzen, die Umlaufzeiten der Flüge besser zu planen und damit ihren Beitrag zu leisten, dass die Nachtruhe besser eingehalten wird.“

Weitere Infos: Fluglärmbeschwerden 2018


Rückfragen der Medien:

Behörde für Umwelt und Energie, Pressestelle
Jan Dube
040-42840-8006
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