Luftreinhaltung Der Trend stimmt, die Luft wird sauberer

Aufhebung der ersten Durchfahrtbeschränkung für 2021 möglich

Vor genau  einem Jahr wurden an der Max-Brauer-Allee und an der Stresemannstraße die zwei bundesweit ersten Durchfahrtbeschränkungen für Dieselfahrzeuge in Kraft gesetzt. Nach einem Jahr kann eine erste vorsichtige Bilanz gezogen werden. Demnach ist die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) an beiden Orten zurückgegangen – im Mehrjahresvergleich sogar sehr deutlich.

Auspuff

Der Trend stimmt, die Luft wird sauberer

Grundlage ist der Luftreinhalteplan, der durch zahlreiche gesamtstädtisch und lokal wirkende Maßnahmen die Einhaltung des NO2-Jahresmittelwertes schnellstmöglich sicherstellen wird. Teil dieses Plans sind auch die zwei Durchfahrtbeschränkungen. Im Zeitraum von Juni 2016 bis Mai 2019* ging die Stickstoffdioxid-Belastung an der Max-Brauer-Allee von 54 auf 44 Mikrogramm (µg) pro Kubikmeter (m³) Luft zurück – das entspricht 19 Prozent. Im Vergleich der Monatsmittelwerte Mai 2018 (vor Einführung der Maßnahme) zum Mai 2019* sank die Belastung um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der vorläufige Monatswert für Mai lag einschließlich 30.05. bei 41,1 Mikrogramm – wirklich aussagekräftig sind allerdings aufgrund von Schwankungen nur Jahresdurchschnittswerte. An der Max-Brauer-Allee muss zudem berücksichtigt werden, dass 2017/18 über neun  Monate der Lessingtunnel gesperrt und das Verkehrsaufkommen damit deutlich geringer als im langjährigen Durchschnitt war – deshalb ist hier vor allem der Mehrjahres-Wert aussagekräftig. Nach Aufhebung der Sperrung nahm die Luftbelastung im Gesamtjahr 2018 trotz des Hitzesommers mit überdurchschnittlich vielen warmen, trockenen und windstillen Tagen (die eine höhere NO2-Belastung auslösen) nicht wieder zu. Das ist ein deutlicher Beleg für die Wirksamkeit der Durchfahrtbeschränkung.

An der Stresemannstraße (wo die Durchfahrtbeschränkung nur für LKW ab der Schadstoffklasse Euro V und schlechter gilt) lag die Belastung im Mai 2018 bei 52 und im Mai 2019 bei 38 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und damit in diesem Monat sogar unter dem EU-Grenzwert von 40 µg/m³. Im Zwei-Jahres-Vergleich ging die Immission hier um 11 Mikrogramm zurück. Ein offizieller Jahreswert lässt sich aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erst nach einem ganzen Kalenderjahr von Januar bis Dezember als verbindlicher Jahresdurchschnitt ausweisen – also erst im Januar 2020 für das Gesamtjahr 2019. Im Jahr 2018 hatten die Jahresmittelwerte (nach 39. BImSchV maßgeblich) an der Max-Brauer-Allee bei  46 µg/m³ und an der Stresemannstraße bei 45 µg/m³ gelegen.

Die Umweltbehörde hat berechnen lassen, welcher Puffer bei einer Unterschreitung der 40-Mikrogramm-Grenze bei den NO2-Werten nötig wäre, um an Max-Brauer-Allee  und Stresemannstraße auch ohne die Durchfahrtsbeschränkungen die Werte dauerhaft einzuhalten – was also die Voraussetzung für die Aufhebung der Regelung wäre. Wenn sich die gutachterlichen Prognosen einstellen, könnte zu Beginn des Jahres 2021 die Durchfahrtbeschränkung an der Stresemannstraße aufgehoben werden. Zwei Jahre später könnte die Aufhebung an der Max-Brauer-Allee folgen.

Jens Kerstan, Umweltsenator, erklärt: „Bei der Luftreinhaltung sind wir noch nicht am Ziel, aber auf einem guten Weg. Das zeigen die lang- und mittelfristigen Werte an unseren Messstationen. Bei den Durchfahrtsbeschränkungen ist absehbar, dass die erste Maßnahme in gut eineinhalb Jahren aufgehoben werden kann, wenn sich der jetzige Trend fortsetzt.“

Derzeit überprüft der TÜV im Auftrag des Bundesumweltministeriums bundesweit verkehrsnahe Luftmessstationen mit Überschreitung  des EU-Grenzwerts. In Hamburg gab es im April und Mai eine Vor-Ort-Inaugenscheinnahme durch die TÜV-Gutachter. Der  Gesamtbericht des TÜV wird für Ende  Juni erwartet.

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