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17,5 Millionen Euro pro Jahr Bestandsgarantie für Grünanteile in Hamburg

Senat beschließt Maßnahmen für die Stadtnatur

Zehn weitere Naturschutz-Ranger, ein Grünkoordinator, neue Stellen für Grünmanager in den Bezirken: Der Senat hat konkrete Maßnahmen zur Verbesserung und zum Erhalt von Hamburgs grünen Flächen beschlossen. Jährlich 17,5 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Ausgangspunkt war die Verständigung mit der Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ im April dieses Jahres.

Binnenalster Binnenalster im Sommer

Bestandsgarantie für Grünanteile in Hamburg

Wesentliches Ergebnis der Entscheidung: Parks und öffentlichen Grünanlagen werden nicht bebaut, für Grünflächen innerhalb des zweiten Grünen Rings gilt einen besonderer Schutz. Eine Bebauung kann dort nur bei entsprechendem Ausgleich erfolgen. Werden neue Quartiere in Hamburg gebaut, sind auch neue Parkanlagen zu schaffen. Und für alle Grünanlagen wird eine naturgerechte Pflege eine Selbstverständlichkeit.

Um Natur und Grün zu erhalten, gibt der Senat eine Bestandsgarantie für die Anteile von Landschaftsschutzgebieten und Biotopverbund an der Landesfläche. Es werden neue Naturschutzgebieten geschaffen: Hamburg wird in Kürze die 10-Prozent-Marke erreichen – das ist der bundesweit größte Anteil der Landesfläche. Hinzu kommt ein Monitoring, das in den Gebieten die Voraussetzungen schafft, um die ökologische Wertigkeit messbar zu erhöhen.  Zahlreiche Flächen des Grünen Netzes werden aufgewertet. 170 Hektar wurden bereits als Potentialflächen ausgemacht und 33 Flächen bereits begonnen aufzubereiten, d.h. Parkplätze entsiegelt (Bsp. Eppendorfer Tor), oder die Zugänglichkeit an Flussufern (Bsp. Bille) geschaffen.

Qualitätserhalt für die Natur stehen bei der Modernisierung vieler in die Jahre gekommener Landschaftsschutzverordnungen und bei der Sicherung des Naturschutzausgleichs für Bauvorhaben im Vordergrund. Hierfür sind für das kommende Jahr mehr als zehn Millionen Euro und ab 2021 dauerhaft jährlich 17,5 Millionen Euro eingeplant. Sichtbar verstärkt wird der Naturschutz unter anderem durch zehn neue Ranger in den Naturschutzgebieten.

Jens Kerstan, Umweltsenator: „Wer das Grün schützt, sichert  die  Lebensqualität in unserer Stadt. Wir haben die finanziellen und personellen Voraussetzungen in den Behörden geschaffen, damit sich Hamburg weiterhin als Grüne Metropole am Wasser entwickelt. Trotz weiterer Bautätigkeit bringen wir den Schutz der Natur weiter voran. Mit diesem Weg ist Hamburg bundesweit beispielgebend. Mehr als die Hälfte unserer Landesfläche besteht aus Natur, Grünflächen sowie  Äckern und Feldern, im Natur- und Landschaftsschutz sowie im Biotopverbund wird die ökologische Qualität nun gesichert und wo möglich sogar verbessert.“

Michael Pollmann, Umweltstaatsrat und künftiger Grünkoordinator, erklärt: „In einem ‚Vertrag für Hamburgs Stadtgrün‘ verpflichten sich alle verantwortlichen Partner zur aktiven Teilnahme an der Grünentwicklung. Der Grünkoordinator soll die Umsetzung des Vertrags gewährleisten und dafür sorgen, dass alle Behörden für die Erhaltung des Grüns an einem Strang ziehen. Das ist in unserer wachsenden Stadt, die sich zudem an den Klimawandel anpassen muss, eine wichtige Aufgabe.“

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Naturschutzgebiete (NSG): Hamburg zählt aktuell 35 Naturschutzgebiete. Insgesamt stehen 7.124 Hektar unter Naturschutz, das entspricht 9,43 Prozent der Landesfläche. In Kürze kommen weitere Flächen hinzu, so, dass in zwei Jahren 10 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz stehen. Dieser Anteil gilt als dauerhaft gesichert.

Landschaftsschutzgebiete (LSG): Die schutzwürdigen Flächen, die heute unter Landschaftsschutz stehen, umfassen ca. 14.237 ha in 36 Gebieten. Diese 18,9 % der Landesfläche sollen auch zukünftig gesichert bleiben. Auch bei Inanspruchnahme einzelner LSG-Flächen soll dieser LSG-Anteil nicht sinken. Dies soll im Rahmen der jährlichen Berichterstattung festgestellt werden. Im ersten Bericht soll der Senat darlegen, wie er eine dauerhafte Sicherung von 18,9 Prozent LSG-Fläche gewährleistet. Hierfür sind geeignete Flächenpotentiale darzustellen.

Biotopverbundflächen: Derzeit zählen 23,2 Prozent der Landesfläche als Biotopverbund. Dieser Flächenanteil soll dauerhaft gesichert werden. Biotopverbundflächen sind von besonderer Bedeutung, um die Wanderung wild lebender Tiere und Pflanzen zu ermöglichen und so ihren Bestand einschließlich ihrer Lebensräume zu erhalten. Otter, Biber, Moorfrosch und Rotbauchunke oder seltene Vogelarten wie die Feldlerche oder Uferschnepfe sind wieder in Hamburg heimisch. Für Insekten und Schmetterlinge – deren Bestände dramatisch geschrumpft sind – sind die Flächen überlebenswichtig. Pflanzen wie Sumpfdotterblume, Silbergras und Sonnentau haben in Hamburg auf solchen Flächen wieder schützenden Lebensraum gefunden.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Für die Hamburgerinnen und Hamburger sind die Biotopverbundflächen wichtige Naturerlebnisräume vor ihrer Haustür. Teile davon werden wir gezielt entwickeln und aufwerten, zum Beispiel im Rahmen des Projektes ‚Natürlich Hamburg‘ oder bei der Entwicklung der Ringe und Landschaftsachsen im Grünen Netz.“

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