Klimapartnerschaft Hamburg und Namibia prüfen nachhaltige Verwertung von Biomasse

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Memorandum of Understandig unterzeichnet

In Namibia und anderen südafrikanischen Ländern ist die Verbuschung der Savanne ein großes ökologisches Problem. Das Gestrüpp zerstört Lebensräume für Tiere und Landwirtschaftsflächen und entzieht dem Boden Wasser. Seit vielen Jahren wird vor Ort versucht – auch mit Unterstützung deutscher und internationaler Entwicklungshilfe – eine Verwertung des Buschholzes in Gang zu setzen. Aber die vorhandenen und jährlich nachwachsenden Mengen sind so groß, dass nur ein kleiner Teil dort sinnvoll verwertet werden kann (z.B. zur Energienutzung, als Viehfutter oder zur Holzkohleherstellung). Die Experten sind sich einig, dass nur internationale Nachfrage und Verwertung zur Lösung dieses  Umweltproblems beitragen kann und deshalb prüfen die Umweltbehörde und die Wärme Hamburg GmbH gemeinsam mit der Wissenschaft nun die effiziente Nutzung und Verwertung der Biomasse in Hamburg und haben dazu ein Memorandum of Understandig (MoU) unterzeichnet. Die Bundesregierung, der Staat Namibia sowie NGOs der Entwicklungszusammenarbeit und die Wissenschaft haben den Anstoß für diese Initiative gegeben.

Buschlandschaft in Namibia Buschlandschaft in Namibia

Hamburg und Namibia prüfen nachhaltige Verwertung von Biomasse

Bei der Untersuchung wird betrachtet, wie eine verlässliche und langfristige Lieferkette zur  Abnahme der Biomasse aufbaut werden und wie sie Vorteile für alle Beteiligten bringen könnte. Ein Großteil der Wertschöpfung soll dabei in Namibia stattfinden und eine Teilhabe breiter Bevölkerungsteile sichergestellt sein. Neben den sozialen Aspekten wird die Ökobilanz von Produktion, Transport und Nutzung betrachtet. In Hamburg könnte die Biomasse fossile Brennstoffe in der Energieerzeugung, Industrie oder im Verkehr ablösen.

Michael Pollmann, Staatsrat der Behörde für Umwelt und Energie: „Die Verbuschung großer Flächen ist in Namibia ein ernstes Problem für die Natur und für die Menschen, für die Artenvielfalt und für die Landwirtschaft. Ohne werthaltige Nutzung bringt selten jemand die Kosten für das Absägen auf. Vor Ort scheint es trotz vielfacher Bemühungen nur kleine Teillösungen für das große Problem zu geben. Nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten für großen Mengen von Biomasse fehlen. Die Initiative aus NGOs, Wissenschaft und des Bundes, ein solches Vorhaben in Hamburg ganz konkret zu betrachten, unterstützen wir darum sehr gern. Energie aus namibischer Biomasse könnte uns helfen, bei der Fernwärme-Versorgung schneller aus der Kohle auszusteigen. Die Bedingung dafür ist, dass über die gesamte Lieferkette die soziale und ökologische Bilanz stimmt. So viel Wertschöpfung wie möglich soll in Namibia verbleiben und so viele Menschen wie möglich sollen vor Ort davon profitieren.“.“

Michael Beckereit, Geschäftsführer Wärme Hamburg: „Biomasse wird in einer dekarbonisierten Wärmeversorgung eine wichtige Rolle spielen. Die Wärme Hamburg unterstützt daher die Initiative von NGOs und Wissenschaft und prüft, inwieweit das Projekt in Namibia Teil einer künftigen Biomasse-Strategie unserer kommunalen Wärmegesellschaft werden kann. Besonders wichtig ist dabei aus unserer Sicht, dass die Biomasse nachhaltig gewonnen wird. Um Biomasse langfristig auch wirtschaftlich erfolgreich einzusetzen, bedarf es in einem zweiten Schritt allerdings auch der Schaffung eines geeigneten Förderrahmens.“  

Dr. Ulf Skirke, Koordinator NGO-Beteiligung: „Ich halte es für sehr wichtig, die Möglichkeit einer Partnerschaft ‚auf Augenhöhe‘ zwischen dem Staat Namibia und der Stadt Hamburg auf Basis der „de-bushing Biomasse“ umfassend zu prüfen. Diese Partnerschaft kann auch eine konkrete Perspektive für den Hamburger Kohleausstieg bieten. Nicht vergessen werden darf dabei der kultur-historische Hintergrund zwischen Namibia und Hamburg. Die frühe Einbindung gerade auch von NGOs aus Namibia gehört zu den ersten Schritten, die wir für diese Prüfungsphase anstreben. In Namibia sind die negativen Auswirkungen des Klimawandels bereits überdeutlich: in sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht. Der Nutzen einer industriellen Ausdünnung der buschartigen Hölzer soll daher besonders den Menschen in Namibia zugutekommen. Es besteht eine große Chance für eine nachhaltige Klimapartnerschaft zwischen Namibia und Hamburg “.

Professor Hans Schäfers vom Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) der HAW Hamburg betont, dass es langfristig für eine nachhaltige und CO2 neutrale Energieversorgung wichtig sei, die global vorhandene Biomasse nicht nur zum Heizen zu verwenden, sondern insbesondere für die Herstellung klimaneutraler Treibstoffe zu verwenden. Die bei solchen Biomass-to-Fuel Prozessen anfallende Abwärme könnte dann z.B. zum Heizen in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Der gewonnene „grüne“ Treibstoff wäre ein klimaneutraler Ersatz für die fossilen Treibstoffe in all denjenigen Bereichen des Mobilitätssektors, in denen der direkte Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien nicht möglich erschient (Schwerlastverkehr über lange Distanzen, Containerschiffe, Flugzeuge). „Da wir global mit einer begrenzten Menge Biomasse auskommen müssen, gilt es die Wertigkeit der energetischen Nutzung im Auge zu behalten. Ich bin daher froh, dass wir uns im Konsortium entschieden haben, zu prüfen, ob Hamburg ein geeigneter Standort für eine Biomasse Raffinerie sein kann und wie wir damit den bestmöglichen Gesamtnutzen für eine Reduzierung der CO2 Emissionen in Hamburg erreichen können“, sagt Professor Schäfers. 

Peter Heck, Geschäftsführer IfaS, Hochschule Trier: "Nur eine Werte geleitete Energiepartnerschaft zwischen Namibia und Deutschland kann die optimale, nachhaltige Wertschöpfung bei der Nutzung der Biomasse und der Wiederherstellung der Savannenlandschaften gewährleisten. Hamburg mit seiner engagierten Zivilgesellschaft, der langen Tradition in der Afrikakooperation und dem kompetenten Energiepartner Hamburg Wärme ist meines Erachtens ein optimaler Partner Namibias für eine nachhaltige Biomassepartnerschaft.“


Rückfragen der Medien
Behörde für Umwelt und Energie, Pressestelle
Jan Dube, 040 42840 -8006 / -2536
Jan.dube@bue.hamburg.de

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