Klimaentwicklung Klimawandel erfordert gezielte Stadtplanung

Deutscher Wetterdienst sagt Hamburg bis 2050 mehr Starkregen und Hitzeperioden voraus

Mehr Starkregen, mehr Hitze: Erstmals hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Klimaentwicklung Hamburgs und seiner Metropolregion bis zum Jahr 2050 untersucht. Das Besondere an der Studie ist die Darstellung der klimatischen Wechselbeziehung zwischen der Stadt Hamburg, ihrem Umland sowie ihrer Nähe zur Küste.

Klimawandel erfordert gezielte Stadtplanung

Zum anderen hat der DWD ein für Hamburg spezielles Klimamodell entwickelt, das die individuelle Stadtstruktur mit seinen verdichteten, versiegelten oder auch seinen freien sowie grünen Flächen abbildet und bei der Berechnung berücksichtigt.

Temperatur

Demnach wird es im Stadtbereich bis zur Mitte des Jahrhunderts nochmals 1,2 Grad wärmer. Als „kritisch“ wertete DWD-Vizepräsident Dr. Paul Becker „vor allem die annähernde Verdoppelung der heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von über 30 Grad“. Insbesondere im Herbst werde es deutlich wärmer, so die Studie. Im Sommer fällt der Anstieg moderater aus. Die Anzahl der Sommertage, der heißen Tage und die der „Tropennächte“ nähmen zu.

Regen
Der Niederschlag, so der Klimaforscher, werde vor allem im Winter weiter zunehmen. Die Sommer würden dagegen trockener. Gleichzeitig rechnet der DWD mit einem Anstieg gefährlicher Starkniederschläge. Hamburg werde sich, anders als das Umland, auf „schadenintensive Starkregenfälle einstellen müssen. Es ist aber möglich, sich durch gezielte Stadtplanung auf diese Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten“, so Becker.

Was bedeuten die Ergebnisse für Hamburg?

Umweltsenator Jens Kerstan: „Die Klima-Simulation des Deutschen Wetterdienstes unterstreicht, dass wir unsere Stadt trotz der unerlässlichen Verdichtung klug und weitsichtig an die Veränderungen anpassen müssen. Wichtig sind insbesondere der Erhalt unserer Landschaftsachsen, Parkanlagen und Straßenbäume. Denn Stadtbäume und Grünanlagen spenden Schatten und sorgen für kühlere Bereiche an heißen Tagen. Wir werden Baumarten anpflanzen müssen, die dem veränderten Klima gewachsen sind. Eine Fassaden- und Dachbegrünung kann bei schlechter Gebäudeisolierung den Innenraum vor Erwärmung schützen. Unsere Gründach-Förderung bietet Bauherren schon ab 20 Quadratmeter Dachgröße finanzielle Anreize. Eine weitere wichtige Anpassung an sich ändernde Klimaverhältnisse ist das Projekt RegenInfraStrukturAnpassung (RISA), an dem wir arbeiten. Es soll Antworten liefern auf die zunehmenden Starkregen-Ereignisse und die Versiegelung von Flächen und Strategien beschreiben, Regenwasser nicht direkt ins Siel zu leiten, sondern es soweit wie möglich vor Ort versickern, verdunsten zu lassen oder zurückzuhalten. An Schulen und manchen Wohnungsneubauprojekten sorgen bereits spezielle Anlagen für einen naturnahen Umgang mit Regenwasser.“

 

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Behörde für Umwelt und Energie

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Uwe Kirsche

Leiter Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecher

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