15. Dezember 2016 Joachim Herz-Wirtschaftspreis

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Joachim Herz-Wirtschaftspreis

Sehr geehrte Frau Herz,
sehr geehrter Herr Dr. Olearius,
sehr geehrter Herr Erster Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrte Frau Prof. Nagel,
sehr geehrte Preisträger,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

willkommen zur Verleihung des Ersten Joachim Herz-Wirtschaftspreises, willkommen im Hamburger Rathaus!

Wenn Sie unten durch die Diele gekommen sind oder sich früher schon einmal im Rathaus umgesehen haben, werden Sie bestimmt an den Säulen die Reliefs Hamburger Bürgerinnen und Bürger bemerkt haben: 64 sind es an der Zahl, unter ihnen 13 Künstler, acht Juristen, sechs Kaufleute, vier Theologen, vier Naturforscher, vier Wohltäterinnen, denn das war damals das einzige Feld, auf dem Frauen öffentliche Anerkennung finden konnten – und ein Ökonom: Johann Georg Büsch leitete die renommierte Hamburger Handelsakademie und war ein aufmerksamer Zeitgenosse von Adam Smith. Das ist deshalb erwähnenswert, weil ja schon damals die Frage aufkam, wie Eigen- und Gemeinnutz im Spiel der Kräfte zusammenpassen können.

Wir befinden uns also an einem angemessenen Ort zur Vergabe des neuen Preises an seine ersten Preisträger.

Herr Fischbacher, Herr Heinz, Herr Schumacher, ich begrüße Sie herzlich in Hamburg, wo man nicht nur weltweit Handel treibt, sondern das Treiben auch verstehen und das Verstandene dann wieder in die Praxis umsetzen möchte.

Sehr geehrte Frau Herz, wir freuen uns, dass Sie diese bedeutende Auszeichnung in unserer Stadt verleihen. Wir brauchen solche Brücken zur Forschung und gerade auch zu den Wirtschaftswissenschaften, an die sich gegenwärtig besonders viele Fragen richten.

Die Finanzkrise 2008 hat manche Gewissheit und auch die Prognosefähigkeit der Wirtschaftswissenschaften infrage gestellt. Dabei wird oft vergessen, dass Wissenschaftler die Krise zwar nicht vorherzusagen vermochten, heute aber sehr ernsthaft zu ihrem Verständnis und zu ihrer Bewältigung beitragen.

Wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung, um die neuen Herausforderungen zu bewältigen. Wie entsteht Wachstum unter den Bedingungen weltweiter Interdependenz? Wie lässt sich der zunehmenden Ungleichheit in Europa entgegenwirken? Welche Regeln braucht die Globalisierung, welche Rolle spielt unter den veränderten Bedingungen der Sozialstaat in einer Volkswirtschaft? Oder, um an die Preisträger anzuknüpfen: Wie lassen sich Altruismus und Egoismus bei wirtschaftlichen Entscheidungen besser erklären? Wie entsteht in Unternehmen ein kooperativer Geist?

Um all das zu verstehen, brauchen wir eine unabhängige, dem Gemeinwohl verpflichtete Forschung, die theoretisch und experimentell arbeitet. Wir müssen die globalen Zusammenhänge noch besser verstehen, aber auch Erkenntnisse über das individuelle wirtschaftliche Handeln gewinnen. Beides ist nötig, um die Veränderungen einschätzen, ihren Risiken begegnen und ihre Chancen nutzen zu können.  Gesicherte Erkenntnisse sind die Grundlage, um  einen Wohlstand zu schaffen, an dem alle teilhaben. Die Wirtschaftswissenschaften stehen hier vor spannenden Aufgaben.

Wirtschaftswachstum und Sozialstaat, Unternehmenserfolg und eine Orientierung am Gemeinwohl müssen kein Widerspruch sein. Es sind Wirtschaftswissenschaftler, die darauf hingewiesen haben, dass ein geringes Maß an Ungleichheit sich positiv auf die Wirtschaftsleistung eines Landes auswirken kann und dass Unternehmen mit einer kooperativen Kultur oft besonders innovativ sind.

Der Einsatz für das Gemeinwohl hat in unserer wirtschaftlich starken, innovationsfreudigen Stadt eine lange Tradition und gehört zum Selbstverständnis vieler Bürgerinnen und Bürger. Das sehen wir an den vielen gemeinnützigen Vereinen; das hat die teils organisierte, teils spontane Unterstützung der Flüchtlinge seit dem Sommer 2015 gezeigt; dafür stehen mehr als 1.370 Stiftungen, die in Hamburg ansässig sind – eine Spitzenposition in Deutschland.

Die Joachim Herz-Stiftung hat seit ihrer Gründung 2008 in Deutschland wie auch international Beeindruckendes geleistet. Dass Ihrer Heimatstadt Hamburg, sehr geehrte Frau Herz, dabei besondere Aufmerksamkeit gilt, dafür ist diese sehr dankbar. Die Förderung des MINT-Bereichs und die Präsenz auf dem Campus Bahrenfeld im Rahmen der Exzellenzcluster-Förderung haben Hamburg in wichtigen Bereichen weitergebracht. Und das sind nur zwei Beispiele aus einem sehr umfangreichen Engagement. Die aktuellen PISA-Ergebnisse, die erneut eine starke Zurückhaltung der Schülerinnen und Schüler bei  den zukunftsentscheidenden MINT-Fächern ergaben, haben im Übrigen gerade bestätigt, wie treffsicher die Stiftung bei der Ausrichtung ihrer Projekte ist.

Für diese Treffsicherheit steht nun auch der neue Joachim Herz-Wirtschaftspreis. Nach dem „Hamburger Preis für Theoretische Physik“ vergibt die Stiftung damit eine zweite hochkarätige Auszeichnung in unserer Stadt.  

Es ist ein bedeutender Preis, der in die Zeit passt und dazu beitragen wird, die Wirtschaftswissenschaften zu stärken und noch besser aufzustellen. Deshalb gratuliere ich heute gleich zweifach: der Stiftung zur Ausrichtung des Preises und den Preisträgern, dass Sie die Jury von Ihrer Arbeit so gut überzeugen konnten.

Ich wünsche Stiftern und Preisträgern alles Gute für die Zukunft.

Vielen Dank.

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