22. Januar 2016 Vereinbarung zwischen der Französischen Auslandshandelskammer und der Académie de Paris

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Rede des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Vereinbarung zwischen der Französischen Auslandshandelskammer und der Académie de Paris

Sehr geehrte Frau Bildungsministerin,
sehr geehrte regionale und lokale Abgeordnete,
sehr geehrter Herr Rektor der Académie de Paris,
sehr geehrter Herr Generaldirektor der Außenhandelskammer,
sehr geehrter Herr Botschafter,
sehr geehrte Frau Chopineaux,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr wieder in Paris zu sein. Paris ist für Deutschland ein Symbol der Freiheit. Die furchtbaren Ereignisse des vergangenen Jahres und die tapfere Reaktion der Französinnen und Franzosen haben unseren Glauben an die Stärke Frankreichs noch einmal bestätigt.

Deutschland steht fest an der Seite Frankreichs. Und wir stehen gerne an Ihrer Seite. Aus dem umfassenden Netz der deutsch-französischen Beziehungen ist in den über 50 Jahren seit Unterzeichnung des Elysée-Vertrags ein unentbehrliches, geschwisterliches Verhältnis geworden.

Frankreich ist Deutschlands engster politischer Partner in Europa und wir sind einander die jeweils wichtigsten Handelspartner. Deutschland profitiert immer wieder von den großartigen Leistungen der Kulturnation. Wir kooperieren in der Wissenschaft, haben gemeinsame Industrieunternehmen und arbeiten grenzüberschreitend an der Förderung der beruflichen Bildung.

Die deutsch-französischen Berufskarrieren liegen mir als Bevollmächtigtem besonders am Herzen.

Bildung ist der Schlüssel für Wohlstand. Das gilt für den einzelnen und auch für eine ganze Nation. Wer eine gute Ausbildung hat, kann sich selber versorgen.

Alle Jugendlichen brauchen Chancen, ihr Geld mit eigener Arbeit zu verdienen. Deshalb müssen wir sie auf dem Weg in den Beruf unterstützen. Jeder einzelne ist wichtig. Hamburg hat mit der Jugendberufsagentur eine ganz enge Verzahnung von Schule und Beruf geschaffen. Jeder Jugendliche wird erfasst, wir wissen, wer die Schule schwänzt oder abbricht. Wer Probleme hat, wird unterstützt und auf dem Weg in Beruf begleitet. An für die Jugendlichen gut erreichbaren Orten arbeiten alle Behörden zusammen. Diese Sorgfalt hat Erfolg: Kein Jugendlicher geht uns verloren. 

Die klassische Ausbildung ist in Deutschland zweigleisig. Sie entstand, als Ende des 19. Jahrhunderts die in den Handwerkerzünften entwickelte Berufsausbildung auf die neuen Bedingungen der Kontore und der Fabriken übertragen wurde. Sie kombiniert daher die staatlich getragene theoretische Wissensvermittlung in den Berufsschulen mit der praxisorientierten Ausbildung in den Betrieben. So hat jeder also zwei Ausbilder: den in der Schule und den im Unternehmen.

Es sind an wirtschaftlichem Erfolg orientierte Unternehmen, die die Ausbildungsplätze anbieten: Der Friseur, der kleine Bäcker an der Ecke, die Autobauer oder die Zulieferer. Gute eine halbe Millionen Ausbildungsverträge sind so im vergangenen Jahr abgeschlossen worden, jeder davon ist eine unternehmerische Entscheidung und eine Investition. Die Unternehmen bilden die Fachkräfte für die Zukunft aus. Sie tun das nicht aus caritativen Zwecken. Sie haben ein Interesse daran, dass die jungen Leute gut ausgebildet werden, weil Fachkräfte begehrt sind.

So kann dann ein Jugendlicher mit Hauptschulabschluss nach 3,5 Jahren Berufsausbildung in einem Team arbeiten, dass die Turbinen eines Flugzeuges bei einer Generalüberholung komplett auseinander- und, mit neuen Teilen, wieder zusammen setzt. Oder nach 3 Jahren als Beton- und Stahlbetonbauer die Fundamente für den Wohnungsbau legen.
Bei Jugendlichen genießt die duale Berufsausbildung eine hohe Wertschätzung, weil sie damit nach der Schule als richtige Mitarbeiter in einem Betrieb arbeiten, einen kontinuierlichen Lernprozess erleben und, nicht zuletzt, auch gleich Geld verdienen. Auch viele Abiturienten wählen diesen Weg.

Die Europäische Ausbildungsallianz, das Institut Montaigne und viele internationale Studien loben das Konzept der paritätisch von Staat und Wirtschaft getragenen Ausbildung: Es gilt als effizientes Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit, weil die kontinuierliche Förderung durch die Betriebe für die Praxisnähe sorgt. Es funktioniert, weil es von denen getragen wird, die auch die Arbeitsplätze anbieten: dem Mittelstand und der Industrie.

Auch die beste Tradition muss immer wieder modernisiert werden. Die Digitalisierung ist eine Herausforderung. Wichtig ist zudem, Ausbildung als Medium der Integration zu nutzen. Und wir wollen Ausbildungen, die junge Erwachsene für den europäischen Markt fit machen.

Dazu gehören individuelle Kompetenzen wie der Spracherwerb und die Fähigkeit, sich im Nachbarland zurechtzufinden. Dazu gehören Angebote zu Praktika und Fortbildungen in Betrieben. Dazu gehören Vereinbarungen zur Vergleichbarkeit schulischer und beruflicher Abschlüsse und die vielen Kooperationen zur Öffnung der Bildungswege. Auch vor dem Hintergrund der bedrückend hohen Jugendarbeitslosigkeit in vielen europäischen Ländern setzen wir auf ein länderübergreifendes Vorgehen.

Das von der deutsch-französischen Außenhandelskammer und der Académie de Paris maßgeblich entwickelte Projekt einer Plattform für die Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen und die berufliche Bildung verbindet alle diese Aspekte. Sie schafft ein hervorragendes Angebot und vernetzt alle Beteiligten. Sie verbindet die Kammern und die Unternehmen mit den Schulen und der Wissenschaft. Sie wird die deutsch-französischen Beziehungen auf dem Gebiet der Berufsorientierung und der beruflichen Bildung noch einmal intensivieren. Dass das dann auch in einer Form der digitalen Vernetzung geschieht, ist selbstverständlich.

Die Plattform ist ein kluges Konzept für einen weiteren Schritt in der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Bereich der Berufsorientierung und der beruflichen Bildung. Es wird vielen jungen Menschen neue Chancen eröffnen.

Merci beaucoup!

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