22. Januar 2016 Abkommen zwischen der Universität Paris-Sorbonne, Paris IV und dem DAAD

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Rede des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Abkommen zwischen der Universität Paris-Sorbonne, Paris IV und dem DAAD

Sehr geehrter Herr Rektor der Académie de Paris,
sehr geehrter Herr Präsident der Paris-Sorbonne,
sehr geehrter Herr Präsident der UPMC,
sehr geehrter Herr Generalsekretär des DAAD,
sehr geehrter Herr Botschafter,
sehr geehrte Frau de Brunhoff,
sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die freundlichen Worte. Es ist eine große Ehre, an der Sorbonne zu sprechen. Überall in Europa kennt man sie als großartigen Ort der Wissenschaft. „Die Sorbonne“ steht für die französische Universität schlechthin. Sofort heißt es: „Marie Curie hat da studiert.“ und: „Ach ja, Foucault!“ oder: „Kommt nicht auch Simone de Beauvoir daher?“ Ja, sie alle und viele andere. Und auch immer mehr Studentinnen und Studenten aus Deutschland zieht es hierher.

Die Sorbonne ist auch aus historischen Gründen eine hervorragende Adresse für den deutschfranzösischen Austausch. Sie gehört zu den ersten großen europäischen Universitäten, mit ihrer Gründung im 12. Jahrhundert wurde Paris zu einem bedeutenden Ort akademischer Mobilität. Nur nannte man das damals natürlich nicht „Mobilität“, sondern „peregrinatio academica“, nach dem lateinischen Ausdruck für „Leben in der Fremde.“

Einer der Vordenker europäischer Mobilität sitzt ganz entspannt draußen vor der Universität, in der Rue des Ècoles. Sehr oft und in sehr klugen Worten hat er die persönliche Begegnung mit Bürgern anderer Länder als wichtige Institution der Bildung gelobt. Es sei hervorragend, um die Sitten und Gesetze kennen zu lernen und, wie er es ausdrückt, eine Gelegenheit „um unser Gehirn an dem ihrigen zu reiben und zu glätten!“. Sie ahnen schon, wen ich meine, es ist nicht jemand aus dem Vorstand des DAAD, sondern der Jurist, Politiker und Philosoph Michel de Montaigne - in der Rue des Écoles steht eine Statue von ihm.

Wie alle europäischen Humanisten beschreibt Montaigne das Leben in der Fremde als Lernen an der Fremdheit. Voller Begeisterung empfiehlt er in den „Essays“, man solle junge Menschen zu benachbarten Nationen schicken „bei denen die Sprache weit von der unsrigen abweicht und für welche, wenn man nicht beizeiten dazu tut, die Zunge die Biegsamkeit verliert.“

Den pädagogischen Rat, sich gerade das Nachbarland auszusuchen, dessen Sprache besonders
schwer ist, können wir als direkte Empfehlung für die deutsche und die französische Sprache lesen. Dass die Sprache des Nachbarlandes kompliziert ist, hört man in deutschen und in französischen Schulen. Im Sinne Montaignes ist das eine hervorragende Voraussetzung für einen europäischen Geist.

Mit dem deutsch-französischen Tag werben wir in beiden Ländern für die Sprache und die Kultur des Nachbarlandes. In Kitas, Schulen, Universitäten und vielen anderen Einrichtungen wird heute mit Gästen gefeiert und noch mehr als sonst über die Möglichkeiten der Begegnung informiert.

Der 22. Januar, das Datum des deutsch-französischen Tages, ist immer auch der Jahrestag des Élysée-Vertrags. Mit dem Freundschaftsvertrag beendeten Frankreich und Deutschland die langen und furchtbaren Zeiten der Kriege. Seit über 50 Jahren ist daraus eine einzigartige, intensive und sehr produktive Beziehung gewachsen.

Unsere Freundschaft trägt das Projekt der europäischen Einigung. Wir sind stolz auf die Offenheit unserer Jugend, wir vertrauen auf den europäischen Geist unserer Universitäten und werden ermutigt von den enormen Fähigkeiten, in der Sprache des Nachbarlandes zu diskutieren. Deutschland und Frankreich ist es gelungen, eine Freundschaft aufzubauen, die an den Gemeinsamkeiten ebenso reift, wie an den Unterschieden. Wir glauben an Europa und freuen uns auf die Zukunft.

Ich bin sehr glücklich, dass die Universität Sorbonne – Paris IV und der DAAD in diesem Sinne heute eine noch engere Kooperation vereinbaren.

Vielen Dank!

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