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15. Februar 2016 Senatsempfang Chinesisches Neujahr

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz. Es gilt das gesprochene Wort.

Senatsempfang Chinesisches Neujahr

Sehr geehrter Herr Generalkonsul Sun,

sehr geehrter Herr Lieben-Seutter,
sehr geehrte Frau Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrte Frau Doyenne,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

mit Ihnen das chinesische Neujahr zu feiern, ist mir eine große Ehre. Und dass wir für dieses Fest nun schon zum dritten Mal im Hamburger Rathaus zusammenkommen, freut mich besonders, denn dies ist vor allem ein Familienfest, was nur beweist: China ist auch in Hamburg zuhause. Und so soll es sein. 

China und Hamburg haben miteinander schon Handelsbeziehungen geknüpft, als es noch Kaiser und Könige gab und die Dampfschifffahrt noch lange nicht erfunden war. Heute, im digitalen Zeitalter, ist Hamburg zum europäischen Zentrum für chinesische Unternehmen geworden. Ich bin sicher: Das liegt nicht allein an der günstigen geographischen Lage und der logistischen Kompetenz Hamburgs, sondern auch daran, dass beide Seiten Zugang zur Kultur und zum Denken des Anderen suchen.

Und das haben wir schon frühzeitig getan. Die Hamburger Universität, zum Beispiel, hat bereits in ihrem Gründungsjahr das Seminar für Sprachen und Kultur Chinas etabliert – vor bald 100 Jahren! Noch älter ist der Ostasiatische Verein, der eine Grundhaltung norddeutscher Handelshäuser als gute Tradition etablierte: eigene wirtschaftliche Interessen in China stets mit dem Interesse an dem Land selbst zu verbinden.

Die Saat von damals ist aufgegangen, wobei wir heute die europäische Perspektive immer mitdenken. Die Universität Hamburg, zum Beispiel, koordiniert das Konsortium europäischer Universitäten und Bildungseinrichtungen, welche die renommierte Europarechts-Hochschule in China tragen: die 2008 gegründete China EU-School of Law mit Sitz in Peking – ein Projekt, das nicht nur mir besonders am Herzen liegt.

Dass die Saat aufgegangen ist, sehen wir auch daran, wie präsent China in diesem Jahr wieder in Hamburg ist.

  • 2016 feiern wir 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Shanghai, die ein starker Motor für die vielfältigen Beziehungen mit China ist. Den Auftakt machte bereits im Thalia Theater das Shanghai Dramatic Arts Center. Beide Vorstellungen: restlos ausverkauft. Wir freuen uns auch, dass wir die Gelegenheit haben, die chinesische Sprache und Kultur im Konfuzius-Institut an der Universität Hamburg aus erster Hand kennenzulernen.
  • Gespannt sind wir auf den September, wenn wieder der „Hamburg Summit“ der Handelskammer stattfindet: Zur wichtigsten sino-europäischen Wirtschaftskonferenz erwarten wir hochrangige Delegationen aus China, den europäischen Institutionen und der Bundesregierung. Themen sind unter anderem die Internationalisierung des Renminbi und die Strategie der „neuen Seidenstraße“. Wir Europäer sind uns als größter Handelspartner Chinas darüber im Klaren, dass es auch in unserem Interesse liegt, diese Initiative zu unterstützen, und dass ihr Erfolg von vielen Faktoren abhängt. „Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung“, sagt ein chinesisches Sprichwort, und wer, wenn nicht die Hamburger, die seit alters her zur See fahren, wissen das?
  • Schließlich der November: Dann findet abermals die China-Time statt, in deren Mittelpunkt die Musik stehen wird. Wir wissen, welch hohen Rang die klassische Musik in China genießt, und sind uns sicher, dass die neue Elbphilharmonie für chinesische Gäste eine große Attraktion in Europa darstellen wird – sie ist architektonisch wie musikalisch einzigartig. Zur gemeinsamen Einstimmung auf die Eröffnung im Januar 2017 präsentiert die China-Time Musik unter dem Motto „Secret Sounds“ – wir sind gespannt.

Meine Damen und Herren,

als ich am Freitag den englischen Premierminister und die Bundeskanzlerin im Rathaus begrüßte, war über der Alster ein schönes Feuerwerk zu sehen und in unserem Festsaal auch zu hören. Diese Geste der Freundschaft wissen wir sehr zu schätzen und ich bin Ihnen, Herr Generalkonsul Sun, sehr dankbar, dass Sie Ihren Plan zur chinesischen Neujahrsfeier in der Stadt in die Tat umgesetzt haben.

Danken möchte ich auch allen anderen, die uns in Hamburg China näherbringen und die in China Botschafter Hamburgs sind – und damit meine ich insbesondere die vielen chinesischen Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Sie schaffen das gegenseitige Vertrauen, das wir auch in Zukunft brauchen, wenn mit der „neuen Seidenstraße“ noch mehr Wege gen Westen entstehen. „Eine Reise nach Westen“ heißt, wie Sie viel besser wissen als ich, auch einer der vier klassischen Romane Chinas, in dem unter anderem ein Affe eine zentrale Rolle spielt. Was wiederum die Brücke zum Jahr des Feuer-Affen schlägt, denn auch in Hamburg wissen wir: In Affenjahren ist alles möglich.

In diesem Sinne: Ihnen allen ein gutes Neues Jahr!

Vielen Dank.

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