24. Februar 2016 Grundsteinlegung Mitte Altona

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz. Es gilt das gesprochene Wort.

Grundsteinlegung Mitte Altona

Sehr geehrter Herr Sellschopf,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

wenn der Grundstein gelegt ist, fängt die Zeit plötzlich an zu rasen: Dann werden bald die Fundamente geschüttet, die Mauern hochgezogen und – nun gut, ein paar Zwischenschritte gibt es noch –, aber dann werden schon 2017 die ersten Umzugswagen vorfahren. 2017, das ist nicht mehr so lange hin, und deshalb können wir ab heute schon voller Vorfreude in die nächste Etappe gehen.

Wie viel wir schon geschafft haben: 2007 begannen die ersten Bodenuntersuchungen des Geländes, 2010 folgte der städtebauliche Wettbewerb, 2012 hat die Stadt den Masterplan beschlossen. Nach siebenjähriger Planungszeit wurden 2014 die Verträge zwischen Investoren und Stadt unterzeichnet, und es erfolgte der erste Spatenstich. 2015 lagen bereits die meisten Baugenehmigungen vor, und noch vor Jahresende waren die letzten vier Grundstücke an Baugemeinschaften vergeben. Alles ist vorbereitet: Kabel und Kanalisation sind unter und Baustraßen über der Erde – ab jetzt kann man Mitte Altona buchstäblich wachsen sehen.

Mitte Altona ist unser zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt nach der HafenCity und nicht nur wegen seiner Größe eines der aufregendsten in Deutschland und wohl auch in Europa. Von der Pieke an wird hier Stadt neu geplant und gebaut, und zwar nach den Vorstellungen und Bedürfnissen, die wir heute haben. Denn es ist nicht nur das erklärte Ziel des Senats, ausreichend Wohnraum für alle Hamburgerinnen und Hamburger bereitzustellen, unabhängig davon, ob sie alteingesessen oder zugewandert sind, ob sie sich eine Eigentumswohnung kaufen können oder den Mindestlohn von monatlich etwa 1.470 Euro verdienen. Mit den neuen Quartieren, die an Elbe, Bille und andernorts entstehen, bauen wir ein lebenswertes, gerechtes Hamburg.

Insgesamt 1.642 Wohneinheiten entstehen im ersten großen Bauabschnitt, dazu eine Stadtteilschule, mehrere Kitas, Radwege, ein Park mit Spiel- und Bolzplatz. Cafés, Läden und ein wenig Gewerbe sind auch vorgesehen, denn es soll alles da sein, was man zum Leben braucht.

In Mitte Altona haben wir die einmalige Gelegenheit, einen Stadtteil so zu bauen, wie wir ihn uns für die Zukunft vorstellen: urban und grün, kinderfreundlich und bezahlbar, ökologisch, barrierefrei und, was uns sehr wichtig ist, sozial gemischt. Deshalb haben wir auch für diesen neuen Stadtteil den bewährten Drittel-Mix aus Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungen umgesetzt. Außerdem wurde ein Fünftel der Geschossfläche an Baugemeinschaften vergeben, in denen Bürgerinnen und Bürger in eigener Verantwortung ein Hausprojekt realisieren. Hier kamen bevorzugt Gruppen zum Zuge, die ein inklusives Ziel verfolgen, etwa indem sie Wohnungen oder, in einem Fall, auch Arbeitsplätze für ältere oder beeinträchtigte Bürgerinnen und Bürger schaffen. In Mitte Altona spielt Inklusion von Beginn an eine zentrale Rolle. Fast alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar und viele sind innen barrierearm ausgebaut.

Meine Damen und Herren, liebe Altonaer, alteingesessene wie zukünftige, 

in die Mitte Altona werden viele unterschiedliche und einander noch fremde Bewohnerinnen und Bewohner ziehen, und wohl alle werden mit ihrem Einzug gewisse Erwartungen verbinden. Das ist für eine Stadt nicht ungewöhnlich. Städte sind seit jeher Orte der Ankunft und der Hoffnung oder, wie der Soziologe Werner Siebel es ganz wertfrei formuliert: „Orte, an dem Fremde leben“. Diese ständige Begegnung mit denen, die neu sind, sagt Siebel, sei etwas ungemein Stimulierendes und Belebendes. Aber das ist nur die eine Seite.

Denn die Stadt steht nicht nur für das Neue, für Vielfalt und Individualität, sondern erfüllt auch den Wunsch nach Gemeinschaft und Vertrautheit. Deshalb ist die Mitte so geplant, dass den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern die Kommunikation untereinander leicht gemacht wird, denn sie werden einander wie selbstverständlich im Park, im Restaurant um die Ecke oder in der Kita treffen. Auch in den Häusern sind Treffpunkte wie Innenhöfe und andere gemeinschaftlich genutzte Räume angelegt.

Nähe schafft Nähe – durch Gespräche im Hausflur genauso wie durch High-Heel-Geklacke auf dem Parkett. Die Mitte Altona ist nicht nur ein interessanter „Ort, an dem Fremde leben“, sondern ebenso ein Ort, an dem Fremde zu guten Nachbarn werden.

Sie sehen, meine Damen und Herren, es gibt mit der heutigen Grundsteinlegung allen Grund zur Vorfreude, und das nicht nur für alle, die einmal in die neuen Wohnungen einziehen werden. Als Altonaer, der schon seit Jahrzehnten hier lebt, freue ich mich persönlich sehr auf das neue, quirlige Quartier nebenan. Das bislang gewachsene Altona und die Mitte Altona werden gut zusammenpassen. Dafür haben schon die Architekten gesorgt, welche die neuen Gebäude an die vorhandene Bauweise der umliegenden Straßen angepasst und viele Verbindungswege angelegt haben. An den früheren Bahnhof, wo bereits vor 170 Jahren für die Dampflokomotiven Kohle in Feuerbüchsen geschaufelt wurde, werden übrigens die alten Bahnhallen erinnern, deren Fassade im Park ein Hingucker sein wird. 

Da die Verlagerung des Fernbahnhofs nach Diebsteich inzwischen beschlossene Sache ist, werden wir in einigen Jahren auch den zweiten Abschnitt des Masterplans umsetzen: Auf dem Areal werden dann 1.900 weitere Wohnungen errichtet. Aber bis diese fertig sind, werden jene, die 2017 als erste nach Mitte Altona ziehen, schon alteingesessen sein, und die ersten Jahrgänge werden die Schule verlassen.

Bevor der Grundstein in den Boden geht, noch meinen herzlichen Dank an alle, die an der Mitte Altona bislang mitgewirkt haben und weiter mitwirken: die Baugemeinschaften wie die Investoren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bezirksämtern wie die Bauarbeiter und die Architekten und Architektinnen.

Auf diesem Grundstein können nun die Häuser gebaut werden, und dann liegt es an ihren Bewohnerinnen und Bewohnern, was sie aus der Mitte Altona machen. Denn bei einem Neubau, so der berühmte Architekt Frank Lloyd Wright, der es wissen muss, komme es nur auf eins an: „auf das Leben, das darin stattfindet“.

Vielen Dank.

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