29. Februar 2016 Senatsempfang Dank für Mitarbeit an Olympiabewerbung

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz. Es gilt das gesprochene Wort.

Senatsempfang Dank für Mitarbeit an Olympiabewerbung

Sehr geehrter Herr Präses Melsheimer,
sehr geehrter Herr Otto,
sehr geehrte Vertreter des Dt. Bundestages,
sehr geehrte Erste Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Konsularischen Korps,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes und der deutschen Sport- und Behindertensportverbände,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Robin Schembera ist ein großes Mittelstreckentalent. Kein Hamburger zwar, aber ich möchte von ihm erzählen, weil dem Läufer im vergangenen Sommer etwas passiert ist, was die meisten Sportler auf die eine oder andere Art schon einmal erlebt haben.

Im Mai 2015, kurz vor der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Peking, hatte Schembera seine persönliche Bestzeit übertroffen: 800 Meter in 1:45,48 Minuten. Damit hatte er die WM-Norm geknackt und flog mit sehr berechtigten Hoffnungen im August zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft nach Peking. Alles schien gut, doch dann verfehlte er den Einzug ins Halbfinale um 39 Hundertsel.

39 Hundertstel, das ist nicht viel, zumal es in der Leichtathletik in den Vorauswahl-Wettkämpfen den sogenannten „Lucky Loser“ gibt. So nennt man einen Athleten, der zwar nicht zu den drei Schnellsten gehört, aber unter den verbliebenen Läufern eine Bestzeit erzielt und damit dann ebenfalls in die nächste Qualifikationsrunde kommt. Aber auch diese schöne Regel griff bei Schembera im Sommer 2015 nicht.

Als „Lucky Loser“, als glücklicher Verlierer, könnte er trotzdem bald dastehen – so wie 2008, als er erst die Olympia-Norm um 0,16 Sekunden verfehlte und danach dreimal in Folge Deutscher Meister im 800-Meter-Lauf wurde. Schemberas Chancen für Olympia stehen in diesem Jahr so gut wie kaum zuvor. Kürzlich konnte man auf seiner Facebook-Seite lesen, wie er sich im warmen Kenia auf die Spiele in Rio vorbereitet.

Meine Damen und Herren,
liebe Sportbegeisterte,

Sie ahnen vermutlich, worauf ich hinaus will. Am Ende fehlten beim Referendum nur 21.170 Stimmen für Hamburgs Olympia-Bewerbung – bei mehr als 651.000 abgegebenen Stimmen und gut 1,3 Millionen Wahlberechtigen. Das Votum war knapp, aber eindeutig. Wir alle, das darf ich wohl so sagen, haben uns eine andere Entscheidung gewünscht. Doch wie Robin Schembera werden wir in Hamburg jetzt - trotz aller Enttäuschung - neue Ziele ins Auge fassen, und mit der notwendigen Portion Glück gehen wir bei anderer Gelegenheit als „Lucky Loser“ vom Platz.

Denn eines bleibt: Unsere gemeinsame Olympia-Bewerbung war ein starker Lauf. Es war fantastisch, wie Sie alle nach der Entscheidung in der Paulskirche mit ganzer Kraft und voller Ideen für Hamburg gekämpft haben – in den Sportvereinen und den Unternehmen, in der Bewerbungsgesellschaft, den Agenturen und Planungsbüros, in den Behörden, Kultureinrichtungen und beim DOSB. Dafür danke ich Ihnen allen im Namen des Senats und auch persönlich aus ganzem Herzen.

Wie jeder gute Lauf hat auch dieser uns erfüllt und vorangebracht. Die Bilder von den Olympischen Ringen im Stadtpark und den 25.000 Fackeln rund um die Alster werden uns weiter anspornen. Unsere Olympia-Bewerbung hat viele wertvolle Konzepte und Synergien hervorgebracht, die wir nutzen und ausbauen können. Denn so viele Verbindungen zwischen Sport, Politik, Wirtschaft und Kultur hatten wir in Hamburg noch nie. Und wir werden uns weiter vernetzen – gleich heute Abend fangen wir damit an.

Von der Leidenschaft und Zuversicht unserer Sportlerinnen und Sportler lassen wir uns gerne anstecken, und ob sie in Rio, in den Sportvereinen oder beim Sonntagslauf um die Außenalster ihr Bestes geben, spielt dabei keine Rolle. Wir sind überzeugt, dass Freizeit-, Schul- und Breitensport genauso wichtig sind wie Leistungs-und Spitzensport. Alle Facetten gehören zusammen und leben von ein und derselben Idee: dass im Sport die eigene Anstrengung unabhängig von Herkunft oder Status zählt.

Die Olympia-Bewerbung war ein wichtiges internationales Signal und hat auch in der Stadt auf ganz unterschiedliche Weise einen positiven Fußabdruck hinterlassen. Wer sich einmal derartig hat begeistern lassen, der ist auch in Zukunft für eine gemeinsame Sache zu gewinnen. Hamburg ist eine optimistische Stadt, die sich etwas zutraut. Das ist viel wert angesichts der Herausforderungen, vor denen wir durch den Zuzug der Geflüchteten stehen. Dass diese in Fußballmannschaften mitspielen können oder in Trainingsgruppen aufgenommen werden, dafür meinen Dank an die Vereine. Der Sport hat eine große integrative Kraft. Er wird helfen, dass die Geflüchteten bei uns Fuß fassen und dass auch alle anderen trainieren, ihre Ziele gemeinsam und fair zu verfolgen.

Meine Damen und Herren,

für die Olympia-Bewerbung haben sich Sportbegeisterte aus allen Bereichen der Stadt zusammengefunden, und in dem damaligen Innen- und Sportsenator gab es einen Mannschaftskapitän, dessen Begeisterung und Unermüdlichkeit medaillenwürdig waren. Noch einmal vielen Dank dafür, lieber Michael Neumann.

Olympia begleitet uns weiter. In diesen Wochen läuft die Aufstellung des Team Hamburg für die olympischen und paralympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Bislang haben sich schon 27 Athletinnen und Athleten qualifiziert – meinen Glückwunsch. Auf jeden Fall dabei sein werden die Hamburger Kanutin Edina Müller, der Boxer Artem Harutyunyan und der Segler Heiko Kröger. Der Ruderer Eric Johannesen und der Staffel-Schwimmer Steffen Deibler gehören jeweils dem deutschen Team an, auch die Nationalmannschaften im paralympischen Basketball und die beiden Hockey-Nationalmannschaften haben sich qualifiziert – Moritz Fürste und die anderen Spielerinnen und Spieler werden den Brasilianern schon zeigen, dass man das Temperament der Hanseaten nicht unterschätzen sollte.

Allen anderen, die ihre Chance zur Qualifizierung in den kommenden Monaten nutzen werden, drücke ich die Daumen. Dass so viele für Rio antreten, ist auch ein Kompliment an die Sportstadt Hamburg. Die wird sich auf ihre Art für diesen Einsatz revanchieren: Ob von der Tribüne aus oder vor dem Fernseher – wir werden unsere Athletinnen und Athleten anfeuern, dass ihnen während des Wettkampfs die Ohren klingeln.

Vielen Dank.

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