15. April 2016 Richtfest "Telekom Konzernhaus Hamburg"

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Richtfest "Telekom Konzernhaus Hamburg"

Sehr geehrter Herr Schwarz,
sehr geehrter Herr van Damme,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Ideen sind die wichtigste Triebkraft für Erfolg. Das gilt für Architekten, für Unternehmen und den Städtebau. Heute finden wir alles drei vereint: zukunftsweisende Architektur, einen innovativen Global Player und städtebauliche Impulse. Ich freue mich deshalb, mit Ihnen das Richtfest des Telekom Konzernhauses Hamburg zu feiern.

Die Freie und Hansestadt Hamburg schätzt dieses ambitionierte Projekt sehr. Es ist ein eindeutiges Bekenntnis zum Standort Hamburg. Ihre Investitionsentscheidung belegt eindrucksvoll, wie Sie die Welt der Architektur mit der digitalen Welt verknüpfen und dass Sie diese Kombination für das Unternehmen und die Kunden nutzen.

Davon wird auch dieser Stadtteil profitieren, der sich mit dem Telekom Konzernhaus ein großes Stück weiter entwickelt. Das gilt nicht nur, weil hier 2.150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten werden, sondern auch weil sich das Gebäude hervorragend in das Leitbild einer „Bürostadt im Grünen“ fügt.

Als solche hatte Hamburgs Oberbaudirektor Werner Hebebrandt die City Nord Ende der 50er-Jahre geplant. Damals galt sie als eines der größten und anspruchsvollsten städtebaulichen Projekte in Europa. Das war allerdings auch eine Zeit, in der die Trennung von Wohnen, Arbeiten und Erholen als das stadtplanerische non plus ultra galt.

Tempi passati, die Zeiten ändern sich. Heute rücken Arbeiten und Wohnen wieder zusammen. Das lässt sich auch in der City Nord beobachten:

  • Sei es beim Wohnen auf Zeit wie im Boardinghouse am Kapstadtring, das in einem denkmalgeschützten Bürogebäude entsteht.
  • Oder auch das Quartier 21 der City Nord mit 600 Wohnungen
  • Ebenso auf dem Gelände der ehemaligen Oberpostdirektion, der Postpyramide, wo der Bau von Büros und 500 Wohnungen ansteht.
  • Oder bei dem Hotelneubau gleich nebenan, der mit 60 Metern als höchstes Gebäude der City Nord einen weitsichtbaren Akzent setzt.

Und natürlich wird auch das unmittelbar angrenzende neue Pergolenviertel mit seinen geplanten 1.400 Wohnungen und grünen Innenhöfen zu diesem Wandel beitragen.

Das alles wird sich positiv auf das Quartier auswirken, es lebendiger und attraktiver machen für alle die hier arbeiten, die hier leben und leben werden.

Unternehmen, Bauherren und Architekten schätzen die Gestaltungsspielräume dieses riesigen Parks mit Bürobauten. Sie kennen die Vorteile, die sich aus der Lage auf halbem Wege zwischen Innenstadt und Flughafen ergeben.

Die in den 70er-Jahren entstandene Architektur, wird auch zukünftig das Areal prägen. Das wird das Gebäude mit seinen neun Stockwerken und abgerundeten Ecken zeigen. Die Form eines „Doppelkamms“ verzahnt es mit der Umgebung und orientiert sich an dem ursprünglichen Konzept der City Nord: frei und licht mit Blick ins Grüne.

Meine Damen und Herren,

ein Neubau bedeutet Umzug und damit Veränderung. Das gilt auch für die Mitarbeiter, die zukünftig statt auf verteilten Standorten hier in neuer Form zusammen arbeiten. Hinter der schwarz-weißen Fassade des neuen Gebäudes wird eine neue Art von Büroorganisation entstehen: Statt langer Flure und vieler Zimmer wird es eine offene Raumstruktur und zahlreiche Besprechungsräume geben. An die Stelle von Türen und Wänden treten der weite Blick, Desksharing und mobiles Arbeiten.

Future Work nennt sich das Konzept, das in dieser Form bei der Telekom erstmalig in Deutschland angewendet wird. Manches davon mag ungewohnt erscheinen, aber die Vorteile für die Mitarbeiter und das Unternehmen werden deutlich überwiegen.

Auf dem Weg in die digitale Gesellschaft sind die Deutsche Telekom und ihre Tochterunternehmen starke und wichtige Partner. Große Aufgaben liegen vor uns.

Nehmen Sie die Netzinfrastruktur: In Deutschland gibt es gegenüber vielen anderen modernen Industriestaaten Defizite insbesondere bei der Nutzung von Glasfaser. Das zeigen die beiden folgenden Zahlen: In Südkorea ist die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit knapp doppelt so hoch wie in Deutschland. In Schweden ist sie immerhin 50 % höher. Das darf nicht so bleiben. Hier müssen wir besser werden.

Für einen Stadtstaat wie Hamburg ist es natürlich relativ einfach, hohe Durchschnittsraten auszuweisen. Aber auch in dieser Stadt leben viele Bürgerinnen und Bürger in eher ländlich strukturierten Gebieten. Hier verspricht der Ausbau der Netze keinen Gewinn, aber trotzdem dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner nicht abgehängt werden. Dafür wird die Stadt Hamburg sorgen und im erheblichen Umfang Erlöse aus der Versteigerung nicht mehr benötigter Rundfunkfrequenzen einsetzen.

Mit Hilfe finanzieller Förderung wollen wir die Breitband-Infrastruktur ausbauen und verbessern, um im ganzen Stadtgebiet eine hochleistungsfähige Versorgung sicher zu stellen. Die Vorbereitungen haben begonnen und ich denke, dass wir im letzten Quartal 2016 konkrete Maßnahmen bekannt geben können. Von der Deutschen Telekom erwarte ich, dass sie sich aktiv an den bevorstehenden Ausschreibungen beteiligt.

Schnelle Netze sind auch für unsere staatlichen Angebote von Bedeutung. Hamburg hat zwar im letzten Jahr den Titel eCity 2015 für das beste digitale Gesamtangebot bekommen. Wir wissen aber auch, dass der öffentliche Sektor im Hinblick auf die Digitalisierung noch Luft nach oben hat. Daran wollen wir arbeiten und schrittweise die Verwaltung intern wie extern auf das Prinzip „digital first“ umstellen: Service, der digital angeboten werden könnte, soll künftig auch digital angeboten werden. Das spart Bürgerinnen und Bürgern weite Wege, steigert die Attraktivität unserer Stadt und verschafft den Behörden Arbeitserleichterung.

In der Leitstelle Digitale Stadt werden die zentralen Digitalisierungsaktivitäten in einen Gesamtplan eingebettet und begleitet. Die Aktivitäten werden koordiniert und das so wichtige Ineinandergreifen sichergestellt. Das betrifft auch die Digitalisierung der öffentlichen Infrastrukturen, zum Beispiel in der Hafen-Logistik und die Schaffung von Innovationsräumen für Unternehmen.

Hier schließt sich der Kreis, denn neben der Schaffung des Telekom Konzernhauses hat die Deutsche Telekom ihre Investment-Tochter Deutsche Telekom Capital Partners an die Elbe verlegt. Mit einem Fondsvolumen von 500 Millionen Euro gehören Sie zu den wichtigen Fonds in Europa, die das Wachstum von jungen Unternehmen begleiten. Diese jungen Unternehmen können die etablierten darin unterstützen, mit der zunehmenden Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten.

Denn der technologische Wandel erfordert wie wohl niemals zuvor Kreativität, Innovationskraft sowie die Fähigkeit, die Chancen neuer Entwicklungen zu erkennen und schnell zu reagieren. Das haben wir von Silicon Valley gelernt. Aber alle Algorithmen wären wertlos ohne die Welt der realen Produkte. Diese mit der digitalen Welt zu verknüpfen ist die Herausforderung der Zukunft – ob in der Hafen-Logistik, beim Thema Industrie 4.0 oder mit intelligenten Stromnetzen. Das gilt besonders für einen Standort wie Hamburg mit einer großen Wirtschaftskraft.

Ich freue mich daher sehr, den Innovationsmotor der Deutschen Telekom, die Telekom Capital Partners, in Hamburg begrüßen zu können und bedanke mich für das Vertrauen in unsere Stadt.

Der Deutschen Telekom wünsche ich, dass sie mit den hamburgischen Aktivitäten weiterhin sehr erfolgreich ist. Damit wir demnächst sagen können: Silicon Valley war gestern. Hamburg hat eine „Silicon Alley“, ja sogar einen Park.

Das Konzernhaus ist eine hervorragende Investition in die Zukunft Hamburgs.

Vielen Dank! 

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