18. April 2016 Urban Partnership Forum

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Danke für Ihr Interesse!

Ich wünsche eine Übersetzung in:

Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Urban Partnership Forum

Sehr geehrter Herr Oesterreich,
sehr geehrter Herr Haider,
sehr geehrte Damen und Herren,

Shanghai, Osaka, Chicago. Drei Städte auf dem Weg in die Zukunft – oder besser vier, denn auch die Gastgeberin des heutigen Forums reiht sich natürlich noch ein. Dass ich die Metropole am Huangpu Jiang zuerst nenne, ist übrigens nicht ihrer beeindruckenden Größe geschuldet, sondern dem besonderen Datum: In diesem Jahr feiern wir dreißig Jahre Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Shanghai. 1986 haben wir das Abkommen geschlossen, ein Jahr darauf kam das Abkommen mit Osaka und 1994 das mit Chicago hinzu. Auf diese langjährigen Städtefreundschaften sind wir in Hamburg sehr stolz.

Shanghai, Osaka, Chicago, Hamburg. Vier Wachstumsmetropolen, die in große Wirtschaftsräume eingebunden sind: etwa 23 Millionen Einwohner umfasst die Region um Shanghai, mehr als 17 Millionen das Gebiet um Osaka, Kyoto und Kobe. Chicago bildet das Kraftzentrum in einem Raum mit fast 10 Millionen Einwohnern, und die Metropolregion Hamburg öffnet sich gerade weiter Richtung Dänemark und in den Ostseeraum – damit werden wir die 7-Millionen-Marke erreichen. Das ist eine Größenordnung, die global wahrgenommen wird. Man kann also sagen: Beim diesem Forum treffen sich die richtigen Partner.

Innovation, Forschung, Handel – drei Städte, drei Stichworte, die für Hamburg von Bedeutung sind.

  • Hamburg als traditionelle Handelsstadt: Durch den Hafen und die guten Verkehrswege ziehen wir internationale Unternehmen an, darunter viele aus Japan. Deshalb wollen wir den Smart Port weiterentwickeln und die Fahrrinne der Elbe an die Maße neuer Containerschiffe anpassen. Große Infrastrukturprojekte wie die Fehmarnbelt-Querung sollen das Tor noch weiter nach Europa und in den Norden öffnen.
  • Hamburg ist ein moderner Wissensstandort: Wir holen Fraunhofer Institute oder Einrichtungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in die Stadt und siedeln mit dem Röntgenlaser European XFEL eine einzigartige Anlage für die Grundlagenforschung an.
  • Damit schaffen wir wichtige Voraussetzungen, um unser Ziel, deutsche Innovationshauptstadt zu werden, bald zu erreichen. Das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung, das Laserzentrum Nord und das Konzept des Senats zur digitalen Stadt sind Beispiele für unsere Innovationsstrategie: Wir bringen Forschung und Wirtschaft zusammen, damit innovative Produkte schnell zur Marktreife gelangen.

Moderne Städte zeichnen sich dadurch aus, dass sie Wissen nicht nur systematisch erzeugen, sondern auch die Anwendung des Wissens erleichtern. Die wissensbasierten Güter und Dienstleistungen wiederum müssen möglichst umstandslos in globale Handelsketten einfließen. Wir begreifen die Stadt als einen Ort, der viele Übergänge zwischen Forschung, Innovation und Handel bereithält und diese Schnittstellen immer wieder neu erzeugt.

Städte müssen wachsen, damit sie die nötige Dynamik entwickeln. In Deutschland dachte man lange, man müsse sich auf einen Rückgang der Bevölkerung einstellen, aber viele Städte denken längst um. In Hamburg haben wir das größte Wohnungsbauprogramm seit zwanzig Jahren aufgelegt und entwerfen ganze Stadtteile neu. Denn der „richtige Ort“ für wirtschaftliches Wachstum hat viele Facetten: Zu ihnen gehören nicht nur die Ansiedelung von Unternehmen und Einrichtungen der Spitzenforschung, sondern auch Investitionen in Schulen, Universitäten und Berufsausbildung. Der Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung und ein inspirierendes Kulturangebot sind Faktoren, genauso wie bezahlbarer Wohnraum in attraktiven Quartieren und moderne Mobilität. Denn nur die „richtigen Orte“, an denen es sich gut leben lässt, ziehen jene hochqualifizierten Arbeitskräfte an, die wir benötigen.

Und noch einen Aspekt sollten wir nicht unterschätzen: Auch die weniger Qualifizierten, die Geflüchteten und alle anderen, die Unterstützung benötigen, gehören zur wünschenswerten Vielfalt unserer Stadt und brauchen eine Perspektive, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können. Gerade in wissensbasierten Gesellschaften sind Gerechtigkeit, Toleranz und Partizipationsmöglichkeiten für alle langfristige Wachstumsfaktoren.

Meine Damen und Herren,
wie Sie sehen, haben Sie bei uns mit Ihren Thesen einen Nerv getroffen. Wir sind gespannt, mehr von Ihnen zu erfahren. Und sollten Sie daneben noch Zeit haben, was wir Ihnen wünschen, dann schauen Sie sich noch ein wenig um in unserer Stadt: Besuchen Sie Forschungseinrichtungen und Innovationszentren oder schlendern Sie durch die Hafencity und andere neue Stadtteile. Und kommen Sie unbedingt mit Ihren Kolleginnen und Kollegen, mit Ihren Freunden und Familien wieder.

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie eröffnet. Wir freuen uns sehr über unser neues Wahrzeichen. In diesem besonderen Konzerthaus werden die weltbesten Künstlerinnen und Künstler genauso ein- und ausgehen wie die Hamburger Schulkinder und Jugendlichen, für die wir eigene Studios zur Musikvermittlung eingerichtet haben. Seit einer Woche ist das Programm für die erste Spielzeit öffentlich – bestimmt ist etwas für Sie dabei. Auch die Philharmoniker aus Chicago werden zu Gast sein und Stücke von Hindemith und Mussorgsky spielen.

Aber nun wünsche ich erst einmal eine interessante Diskussion zur wirtschaftlichen Zukunft unserer Städte. Ich freue mich, dass ich Sie zum Urban Partnership Forum in Hamburg begrüßen darf.

Vielen Dank.

Danke für Ihr Interesse!

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