20. April 2016 Senatsempfang anlässlich des ADC Kreativfestivals

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Senatsempfang anlässlich des ADC Kreativfestivals

Sehr geehrte Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrter Herr Dr. Vogel,
sehr geehrter Herr Conrad,
sehr geehrter Herr Gräff,
sehr geehrte Frau Spengler-Ahrens,,
sehr geehrte Damen und Herren,

im vorigen Jahr hatte ich meine Rede mit dem Wunsch beendet, Sie auch in den nächsten Jahren wieder hier im Rathaus begrüßen zu dürfen. Diesen Wunsch erfüllen Sie nun. Auch in diesem Jahr würde ich gerne wieder einen Wunsch äußern, aber das mache ich, wie es sich gehört, erst zum Schluss.

2013 haben Sie mit der Verlagerung des Festivals noch „Neuland“ betreten. Nun feiern wir zum vierten Mal das ADC Festival in Hamburg. Inzwischen hat sich eine gewisse Routine entwickelt. Die einzelnen Kongressteile wandern von Jahr zu Jahr zwischen verschiedenen Stätten in Hamburg, zugleich haben wir mit dem Senatsempfang hier im Rathaus einen „Ankerplatz“ geschaffen. Auch im Millerntor-Stadion fühlen Sie sich augenscheinlich sehr wohl. Das ADC Festival gedeiht in Deutschlands Agentur-Hauptstadt besser denn je. Mit neuen Impulsen für die Branche und neuen Besucherrekorden. 16.000 Besucher und viele zufriedene Gesichter: Aus der Sicht eines städtischen Wirtschaftsförderers wäre das Plansoll an dieser Stelle erfüllt.

Aber vielleicht sind einige von Ihnen bei dem Wort „Routine“ ein wenig zusammengezuckt. Routine, die darf es in Ihrer Branche bekanntlich nicht geben. Wegen des knallharten Wettbewerbs, aber auch wegen des Gegensatzes von Routine und Kreativität. Die umworbene Tochter der Kreativität heißt „Innovation“. Die Routine hingegen gebiert nur Langeweile. Und was gäbe es Schlimmeres als Langeweile? Dabei wissen die Mütter und Väter unter Ihnen: Nichts animiert Kinder so sehr zur Kreativität wie ein wenig Langeweile.
Und später – im Erwachsenenalter – sollte man sich tunlichst hüten, Verlässlichkeit mit Langeweile zu verwechseln.

Meine Damen und Herren,

dem Imperativ des immer Neuen wohnt eine Tendenz zur Geringschätzung des Bestehenden inne. Ich möchte an dieser Stelle natürlich kein Plädoyer für mehr Routine halten. Aber ein wenig Konstanz tut meist ganz gut, so wie wir es hier beim ADC Festival geschafft haben, dem Epizentrum kommerzieller Kreativität.

Wir werden auch in diesem Jahr ein Festival erleben, das den Einfallsreichtum Ihrer Branche feiert. Ihre Kreativität war schon immer ein kostbares Wirtschaftsgut, und in Zeiten des digitalen Wandels ist sie es mehr denn je. Digitale Zerstreuung verträgt sich schlecht mit kreativer Produktivität. In der Über-Informationsgesellschaft führen Sie daher einen doppelten Kampf um Aufmerksamkeit: Um die Ihrer Adressaten, aber auch um die eigene. Denn entziehen können Sie sich als Kreativarbeiter der medialen Kakophonie nicht, weil Sie bei den aktuellen Themen am Ball bleiben müssen.

Mich interessiert daher, aus welchen Quellen sich unter den heutigen Umständen Kreativität schöpfen lässt. Das ADC Festival ist dafür zweifellos ein wichtiger, ein inspirierender Informationsquell.
Eine gute Idee in der Politik ist etwas vollkommen anderes als eine gute Idee in der Werbung. Das habe ich jedenfalls lange so gesehen. Der große Gewinner des ADC Festivals 2015, der Spendenlauf „Rechts gegen Rechts“, steht jedoch für einen Trend ganz neuer, im Wortsinne „guter“ Ideen. Die Kampagne ist auf ihre Weise einzigartig und erzielte weltweite Aufmerksamkeit. Sie steht für einen Trend zu sozialen Botschaften: Marken nehmen eine Haltung zu gesellschaftlichen Fragen ein und versprechen einen sozialen Mehrwert. In diesem Sinne verstehe ich auch die „content heroes“, den Begriff des diesjährigen ADC Festivals. Diese Entwicklung begrüße ich ausdrücklich, allerdings mit dem Vorbehalt, dass die in den Spots artikulierte Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung von den Werbekunden dann auch eingelöst wird. 

Wie fast jeder Trend wird vermutlich auch dieser irgendwann von einem anderen Trend abgelöst werden. Manche in der Branche fordern dies ja bereits. Als ein am gesellschaftlichen Zusammenhalt interessierter Politiker wünsche ich mir aber natürlich, dass die kommerzielle Kommunikation sich auch künftig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist – und aus diesem Trend einen dauerhaften Standard macht. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, wenn wir sehen können, ob es auch mit der Erfüllung dieses Wunsches geklappt hat.

Willkommen in Hamburg!

Vielen Dank.

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