25. April 2016 Jahresessen Konsularisches Korps

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Jahresessen Konsularisches Korps

Sehr geehrte Frau Doyenne,
sehr geehrte Mitglieder des Konsularischen Korps,
sehr geehrte Frau Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrter Herr Ehrenbürger Neumeier,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte den Abend ausnahmsweise mit einem Satz aus unserer Landesverfassung beginnen. Hamburg „will im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein“, heißt es dort in der Präambel. Ein guter und wahrer Satz, den die Stadt sehr ernst nimmt, der uns aber auch zunehmend herausfordert. Das haben die Ereignisse der vergangenen Monate deutlich gemacht. Und es zeichnet sich ab, dass die Fluchtbewegungen nach Europa und das Vorgehen der europäischen Union uns weiter beschäftigen werden.

Den Städten mit ihren direkten Kontakten zu anderen Städten, ihren vielfältigen Verbindungen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kulturinstitutionen und mit ihren Konsulaten fällt hier eine besondere Verantwortung zu. Deshalb freue ich mich, dass wir heute Abend Gelegenheit haben, uns über diese und andere Themen auszutauschen. Vielen Dank, auch im Namen des Senats, für Ihre Einladung zum Jahresessen.

„Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern“: Hamburg nimmt diese Aufgabe nach innen wie nach außen auf sehr vielfältige Weise wahr. Es lohnt sich, da einmal genau hinzuschauen.

  • Am Samstag startet die Europa-Woche, eine wichtige Plattform für den Austausch über die Zukunft der Union. Die Europa-Woche setzt sich mit der Bedeutung von Grenzen und der Forderung nach mehr Solidarität unter den 28 Mitgliedsstaaten auseinander. Sie alle verfolgen die dramatischen Entwicklungen, und ich muss niemandem hier erklären, wie wichtig diese Themen sind. Bei der Aufnahme von Flüchtlingen brauchen wir eine gemeinsame Lösung aller EU-Staaten. Das ist keine Frage der europäischen Solidarität, sondern der europäischen Identität.
  • Nach der Sommerpause stehen im Herbst eine ganze Reihe von Konferenzen mit einer Vielzahl von Experten bevor.
  • Mitte September starten die Fehmarnbelt Days. Sie wollen die regionale Vernetzung Hamburgs mit Nordeuropa vorantreiben und das von der EU geförderte Projekt einer festen Querung des Fehmarnbelt noch bekannter machen. Mit dieser Verkehrsanbindung wird der größte Logistik-Korridor innerhalb Europas entstehen – er wird dann von Skandinavien bis zum Mittelmeer führen.
  • Ebenfalls im September findet der „Hamburg Summit“ der Handelskammer statt: Zur wichtigsten sino-europäischen Wirtschaftskonferenz erwarten wir auch dieses Jahr hochrangige Delegationen aus China, den europäischen Institutionen und der Bundesregierung.
  • Im November ist dann wieder China Time. Auf Initiative der Staatskanzlei werden die vielfältigen Aktivitäten der Stadt präsentiert – eine erstklassige Gelegenheit, sich zu informieren und zu vernetzen und das 30-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Shanghai zu feiern. Werben möchte ich auch für einen Gang auf die Plaza der Elbphilharmonie, die dann geöffnet sein wird – ein Muss für alle Hamburg-Besucher.

Meine Damen und Herren,
weiterhin suchen viele Geflüchtete einen Weg nach Europa, und wir wissen nicht, wie viele von ihnen in diesem Jahr in Hamburg Schutz suchen werden. Aber wir wissen, dass den Städten und Kommunen bei der Bewältigung globaler Herausforderungen eine zentrale Rolle zukommt. Veranstaltungen wie die genannten vermitteln Wissen von- und Verständnis füreinander, sie sind wichtige Foren für internationale Begegnungen. Denn es sind ja immer Personen – und nicht ganze Städte oder Organisationen – die Kontakt aufnehmen, Geschäftsbeziehungen aufbauen oder Freundschaft schließen. Es ist wichtig, dass diese Veranstaltungen auch weiterhin auf Ihre Unterstützung zählen können.

Aber auch zwei große internationale Treffen finden demnächst in Hamburg statt. Im Dezember 2016 werden sich die 57 Außenminister der OSZE-Mitgliedsstaaten auf der Konferenz des Ministerrates bei uns mit der Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa befassen. Und im Sommer 2017 kommen die Staats- und Regierungschefs der G20 zusammen. Der Hamburger Senat wirbt dafür, dass das erste Treffen in einem Industrieland nach der Verabschiedung der globalen Nachhaltigkeitsziele ein Signal für eine gerechtere Gestaltung der Globalisierung aussendet. Damit würde der Gipfel an die Anfänge der G20 im Jahre 1999 anknüpfen, als deutlich wurde, dass die globalen Fragen nicht mehr länger nur im Kreise der Industrieländer behandelt werden können.

Angesichts der vielen Krisen und Kriege muss die Sicherheitspolitik wieder ganz nach oben auf die internationale Tagesordnung rücken. Wie Sie erinnern, hatte ein Hamburger, nämlich Helmut Schmidt, entscheidenden Anteil an der Konstruktion der internationalen Verständigungsarchitektur von heute. Er war Mitunterzeichner der Schlussakte von Helsinki, die den Grundstein für die OSZE legte. Zusammen mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Giscard d´Estaing rief Helmut Schmidt die regelmäßigen, zunächst informellen Gipfeltreffen der ökonomisch bedeutendsten Nationen ins Leben.

Meine Damen und Herren,
in Hamburg werden viele Sprachen gesprochen, und eine ist die Sprache der Musik, welche die Menschen auf ganz eigene Art über alle Ländergrenzen hinweg miteinander verbindet. Warum das so ist? „Musik löst uns aus der Gegenwart heraus und bringt uns unwillkürlich dazu, uns zu fragen, wer wir sind, wofür wir leben, woher wir kommen und wohin wir wollen.“ So erklärt es zumindest der amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson, ein Kosmopolit des 19. Jahrhunderts, der sich in der Musik ebenso wie in persischer Lyrik, indischer Kultur und antiker Philosophie auskannte.

Musik ist ein Ausdruck von Humanität, und dies spiegelt sich auch im Programm für die Elbphilharmonie wider. Ab 2017 werden dort die weltbesten Künstlerinnen und Künstler, Musikliebhaber aus aller Welt und ganz viele Kinder und Jugendliche aus Hamburg ein- und ausgehen. Künftig sollte jedes Schulkind mindestens einmal die Elbphilharmonie besuchen und in den für sie eingerichteten Kaistudios an die Musik herangeführt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mich aufrichtig bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit und die allseits freundschaftlichen Beziehungen zu unserer Stadt bedanken. Und ich möchte ein besonderes Wort der Anteilnahme an Frau Generalkonsulin Narváez richten. Wir wissen, dass das Erdbeben, das nach heutigem Stand etwa 650 Tote gefordert hat, ein schwerer Schlag für das ganze Land ist. Da die Opfer und ihre Angehörigen dringend weitere Unterstützung benötigen, bitten das Generalkonsulat in Hamburg und die Botschaft in Berlin gemeinsam um Spenden.

Zum Abschluss möchte ich noch zwei angenehme Ereignisse nennen, die ins Haus stehen: Die Hamburgerinnen und Hamburger freuen sich sehr, dass die Konsulate am 26. Mai erneut zur langen Nacht einladen – ein krönender Abschluss der oben erwähnten Europa-Woche. Dass so viele Vertretungen einen Blick hinter ihre Türen gewähren und der Stadt einen Abend voller kultureller und kulinarischer Highlights schenken – dafür sagen wir genauso danke wie für das traditionelle Feuerwerk zum japanischen Kirschblütenfest.

Und nun freue ich mich auf das Jahresessen und einen schönen Abend mit Ihnen.

Vielen Dank.

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