28. April 2016 Grundsteinlegung Alter Wall

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Grundsteinlegung Alter Wall Bürgermeister Olaf Scholz lobte das neue Einkaufzentrums "Alter Wall"  als ein "bautechnisches Meisterwerk".

Grundsteinlegung Alter Wall

Sehr geehrter Herr Künzel,
sehr geehrter Herr Dr. Wiedenmann,
sehr geehrter Herr Professor Göring,
sehr geehrter Herr Professor Marg,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ein Wachstum von 1,7 Prozent wird Deutschland in diesem Jahr vorausgesagt. Warum Hamburg dazu ordentlich etwas beitragen wird, kann man hier gut sehen: Die hohe Bautätigkeit und die Kaufkraft sind ganz wichtige Faktoren.

Am Alten Wall ist schon immer viel gebaut worden. Erst wurde hier die Stadtmauer gebaut, dann wurde sie durch eine Wallanlage ersetzt. Weil die zu klein war und die Stadt wuchs, baute man im 16. Jahrhundert den Neuen Wall.

Der Alte Wall wurde eingeebnet, der Name bezeichnete nun Bauland. Noch heute zeigen die Fassaden am Alten Wall die ursprüngliche Parzellenstruktur. Die Gegend war dann im frühen 19. Jahrhundert, wenn man Heinrich Heine glauben darf, eine Adresse für Gourmets: Er schwärmt über Gerichte, von denen „Philosophen keine Ahnung haben“.

Nach dem großen Brand 1842 musste hier wieder viel gebaut werden. In dieser Zeit entstand auch das uns heute so vertraute „neue“ Rathaus. Und als Hamburg mit dem Zollanschluss 1888 gut verhandelt hatte, gab es einen neuen Schub: Das Nikolaiviertel entwickelte sich zum Zentrum des Handels und der Finanzwelt.

Ganz typisch für die Zeit war das 1895 entstandene Kontorhaus Alter Wall/Ecke Adolphsbrücke. Im Erdgeschoss waren Läden und in den oberen Geschossen die Geschäftszimmer der Kaufleute. Es bot sich an, in Fußnähe zu Rathaus und Börse zu bauen. Namhafte Architekten wurden verpflichtet. So wurde das Gebäude der Hamburger Vereinsbank unter anderem von Martin Haller entworfen, der leitende Architekt des Rathausbaus.

Und eine Verbindung nach Berlin ist auch immer wichtig. Architektonisch zeigte sich das am Kontorhaus der Import- und Exportfirma Wille, am Alten Wall 10, bei dem unter anderem Emil Schaudt beteiligt war, der Architekt des Warenhaus Tietz, heute besser bekannt unter dem Namen KaDeWe.

Das Bild vom Alter Wall um 1900 zeigt Pferdewagen und viele Fußgänger, die sicherlich nicht alle ins Rathaus oder die Börse wollen, sondern sich auch für die Ladengeschäfte oder den Schatten unter den Markisen interessieren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war von dieser Idylle nichts mehr übrig. Niemand flanierte hier und die Gebäude waren weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau wurde dann gleich auch zum Umbau genutzt. Man vereinfachte Fleetfronten, setzte hier und da ein Geschoss auf das Kontorhaus und baute das Innere vollständig um.

Als Hamburg im Mai 2013 das Ensemble am Alten Wall unter Denkmalschutz stellte, waren – abgesehen vom Kopfgebäude zur Alster und dem Haus der Nummer 8 – bei den übrigen fünf Gebäuden nur die Fassaden von historischer Substanz. Aber die haben es in sich: Die Fassaden sind bemerkenswerte Zeugen der Architektur des Jahrhundertwechsels und des Umbaus der Stadt zu dem, was wir heute City nennen.

Das Konzept von Art-Invest und den Architekten gmp knüpft an den Traditionen an und wird das Areal enorm aufwerten. Das Projekt wird den Alten Wall neu beleben. Ein wichtiger städtebaulicher Impuls kommt dabei von ganz unten. Die große Neuerung beginnt schon in 20 Meter Tiefe, hier, wo wir den Grundstein legen.

Bautechnisch ist das ja schon ein Meisterwerk: Bis zu 40 Meter tiefe Schlitzwände schirmen die Baugrube ab, es muss Rücksicht auf die unter dem Fleet verlaufende S-Bahn genommen werden und das alles bei gleichzeitigem Erhalt der denkmalgeschützten Fassaden. Aber es ist nicht das erste Mal, dass Hamburg so baut. Wir werden einfach nur immer besser.

Unter dem Wasserspiegel des Alsterfleets können Sie demnächst ihr Auto parken. Die Tiefgarage wird 228 Stellplätze schaffen, das macht die Parkplatzsuche in der Innenstadt einfacher und befreit den Alten Wall: Denn mit dem neuen Parkraumkonzept schicken wir die Autos, die bisher den Alten Wall verstopft haben, unter die Erde. Der Alte Wall wird dann endlich wieder zur Promenade neben dem Rathaus, die zum Verweilen einlädt.

Die Einladung an die Fußgänger ist ein zentrales Merkmal moderner Urbanität. Stadtplaner und Bauherren wissen inzwischen, wie wichtig die Perspektive der Gehenden für eine lebenswerte Stadt ist. Schlendern, stehen bleiben und verweilen, das belebt den öffentlichen Raum.

Deshalb freue ich mich ganz besonders über die Brücke, die hier auch entstehen wird: Der kleine neue Wallsteg führt über das Alsterfleet, verbindet den Neuen Wall mit dem Alten Wall und integriert das Areal in das Fußgängernetz der Innenstadt.

Auch das Rathaus profitiert davon. Denn es bekommt so einen direkten Zugang zum Norddeutschen Jakobsweg, der Via Baltica. Die auch als Alsterwanderweg bekannte Route führt von der Quelle in Schleswig-Holstein unter anderem durch die Alsterarkaden am Alsterfleet entlang Richtung Baumwall.

Eine kleine Verbindung mit großer Wirkung. Ich freue mich schon jetzt auf die Nachbarschaft!
Vielen Dank!

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