30. Mai 2016 Hamburg Innovation Summit

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Hamburg Innovation Summit

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein herzliches Willkommen in Finkenwerder an der Elbe. Einen passenderen Ort als das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung hätten Sie in Hamburg für den Innovation Summit nicht finden können. Seit seiner Eröffnung vor drei Monaten arbeiten im ZAL Wissenschaft und Industrie, private und öffentliche Einrichtungen, große und kleine Unternehmen gleichberechtigt unter einem Dach. Woran Sie sehen: Wir reden in Hamburg nicht nur über Innovation, wir haben verstanden, wie wissensbasierter Strukturwandel tatsächlich funktioniert.

Deshalb freuen wir uns sehr, dass Sie in Hamburg Ihre Ideen, Konzepte und vor allem auch konkrete Umsetzungen vorstellen. Denn zwischen einer Idee und ihrer Realisierung kann noch viel passieren. Manchmal kommt dann – wie Sie selbst am besten wissen – am Ende etwas anderes als geplant, aber doch etwas Gutes heraus. Das war übrigens schon so, als man noch von Erfindungen statt von Innovationen sprach: Die Entdeckung des Penicillins verdanken wir einem versehentlich offen gelassenen Laborfenster, die Teflonpfanne der überlangen Lagerung eines Gases, den Gummireifen einem Versehen, bei dem eine heiße Herdplatte die Hauptrolle spielte.

Wobei Innovation eben nicht gleich Invention ist. Wir haben heute von Beginn an die komplette Wertschöpfungskette im Blick. Entsprechend rechtzeitig müssen die unterschiedlichen Akteure dieser Kette zusammenkommen – zum Beispiel an einem Ort wie dem ZAL. Mit dieser Forschungsplattform schaffen wir eine wichtige Voraussetzung, damit Innovationen kontinuierlich zur Marktreife geführt werden können.

Das strahlt auch in Bereiche wie den 3D-Druck ab. Mit dem ZAL, dem Laserzentrum Nord, dem Hamburger Logistik-Institut und dem Forschungscluster Digitale Dienste der Universität Hamburg besitzt der 3D-Druck in unserer Stadt eine starke institutionelle Basis. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sollen sich an der 3D-Initiative des Senats beteiligen.

Das ZAL ist Teil unseres norddeutschen Spitzenclusters „Hamburg Aviation“, das zu den führenden Clustern in Europa zählt. Zurzeit arbeiten wir daran, Kooperationen zwischen den acht Clustern herzustellen, um Überschneidungen zwischen den Bereichen besser zu identifizieren und zu nutzen. Interessante Verbindungen gibt es zum Beispiel zwischen e-Health, Life-Sciences, Gesundheitswirtschaft und IT oder zwischen dem Cluster Erneuerbare Energien mit der Offshore-Windenergie und Themen des Maritimen Clusters. Die EU hält diese sogenannten Cluster-Brücken für so bedeutsam, dass sie Hamburg als eine von sechs europäischen Modellregionen für moderne Clusterpolitik ausgewählt hat.

Woran man sieht: Wir wollen nicht nur europäische Innovationshauptstadt werden, wir sind es in vielen Bereichen schon. Hamburg ist ein anerkannter Technologiestandort, an dem man das Wort Wissenstransfer nicht mehr buchstabieren muss – das läuft in der Regel einfach. Auch bei der Digitalisierung der Stadt sind wir in vielem Vorreiter, besonders in Bezug auf intelligente Mobilität und Smart Port. Mit einigem Stolz haben wir im Mai eine neuartige digitale Plattform zur Bürgerbeteiligung vorgestellt. „Finding Places“ ist ein interaktiver Planungstisch, an dem die Bürgerinnen und Bürger Flächen für Baugrundstücke und Siedlungen finden und bestehende Vorschläge prüfen können. Mit diesem einzigartigen Tool, welches der Senat beim City Science Lab an der HCU in Auftrag gegeben hat,
kann jeder zum Stadtplaner werden.

Damit wir auf unserem Weg weiter vorankommen, nutzen wir alle Möglichkeiten. Nicht zufällig sitzt beim Innovation Summit die Hamburger Investitions- und Förderbank mit im Boot: Wir haben eine ganze Reihe von Programmen aufgelegt, mit denen wir Gründungen, aber auch bereits existierende kleine oder mittlere Unternehmen (zum Beispiel PROFI – Programm für Innovation) unterstützen.

Dadurch haben wir etwa jungen Projekten zur Tinnitustherapie und zur Mobilen Gasanalytik mit zum Erfolg verholfen. In Zukunft werden wir auch die Existenzgründungen unter Migrantinnen und Migranten noch stärker ins Visier nehmen. Wer für Projekte Partner sucht, kann sich seit längerem an unsere Innovations-Kontaktstelle (IKS) wenden, welche Interessierte aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenführt. Und auch Treffen wie der Innovation Summit bringen Startups, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik natürlich zusammen.

Weil wir wissen, wie wichtig für innovative Unternehmen die Nähe zu großen Forschungszentren ist, wollen wir das schon erwähnte Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Hamburg ansiedeln und den Fraunhofer-Standort weiter ausbauen. Wir haben die Umsetzung des Forschungsinkubators am DESY beschlossen und halten an der Entwicklung der F&I-Parks fest. Um innovative Unternehmen in die Stadt zu holen oder dort zu halten, erschließen wir außerdem gezielt Flächen, auf denen diese bauen können. Unsere neuen Quartiere entlang Elbe und Bille oder im Umfeld des A7-Deckels planen wir von vornherein so, dass Wohnen und Arbeiten wieder enger zusammenrücken.

Meine Damen und Herren,

Innovation braucht Innovatoren. Und die wollen in bezahlbaren Wohnungen und ansprechenden Quartieren leben. Sie wollen zeitgemäße Kitas und Schulen für ihre Kinder, interessante kulturelle Angebote und fortschrittliche Mobilität – kurzum: Sie wollen in einer modernen, attraktiven Stadt mit hoher Lebensqualität wohnen. All das bedenken wir mit, wenn wir von Hamburg als Innovationshauptstadt sprechen.

Selbstverständlich müssen Innovatoren einander auch hin und wieder persönlich begegnen, face-to-face statt screen-to-screen. Auf dem Hamburg Innovation Summit gelingt das hervorragend. Frau Fegebank und ich haben gerne die Schirmherrschaft übernommen. Auch der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ist es ein Anliegen, als Mitveranstalter und Sponsor zum Gelingen des Treffens beizutragen.

Und jetzt kommt noch etwas ganz und gar Nicht-Innovatives, sondern auf angenehme Weise Traditionelles: mein Dank an jene, die den Hamburg Innovation Summit auf die Beine gestellt haben – allen voran das Team vom Startup Dock, das mit viel Herzblut bei der Sache ist. Ich bin begeistert, wie überraschungsreich das Programm geraten ist und wie gut gelaunt man hier seiner Arbeit nachgeht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht der letzte Hamburg Innovation Summit war.

Wir sehen uns wieder. Bis dahin: alles Gute. Und bleiben Sie neugierig.

Vielen Dank.

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