3. Juni 2016 Einweihung Landstromanlage Cruise Center

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Einweihung Landstromanlage Cruise Center

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Hendricks,
sehr geehrter Herr Boschen,
sehr geehrter Herr Meier,
sehr geehrte Damen und Herren,

als die „Augusta Victoria“ am 22. Januar 1891 mit etwa 170 erlebnishungrigen wie vermögenden Passagieren an Bord in Cuxhaven auslief, ließ Kaiser Wilhelm II. es sich nicht nehmen, vorher persönlich vorbeizuschauen. Ob er vielleicht ganz froh war, nicht mit an Bord zu müssen? Überliefert ist nur, dass die Nordsee an jenem Tag winterlich stürmisch war. Eisschollen schoben sich beim Auslaufen übereinander und manch einer musste wohl das Abendessen wegen Seekrankheit ausfallen lassen. Aber später bei Gibraltar beruhigte sich das Meer, die Luft wurde wärmer, die Vorfreude auf die Landgänge in Syrien und Ägypten stieg. Die Reise, die über Southampton ins Mittelmeer und zurück über Malta und Lissabon führte, wurde ein voller Erfolg und Albert Ballin ging als Erfinder der Kreuzfahrt in die Geschichte ein.

Ich muss Ihnen nicht erzählen, wie die Geschichte der Kreuzschifffahrt in Hamburg weiterging. In diesem Jahr erwartet die Stadt etwa 640.000 Passagiere, Tendenz stetig steigend. Und wie vor 125 Jahren gehen wir in der Entwicklung wieder vorneweg und schaffen die Voraussetzungen für die moderne Kreuzschifffahrt von morgen.

Die Landstromanlage, die wir heute einweihen, ist die erste ihrer Art in ganz Europa. Mit ihr wird der Hamburger Kreuzfahrthafen zum Pionier einer Entwicklung, die kommen wird und kommen muss. Wir wollen diese imposanten Schiffe in der Stadt haben. Dort, wo das Leben stattfindet, wo es Restaurants, Clubs und Wohnungen gibt. Aber das heißt: Wir müssen runter mit den Emissionen und den Reedern hierfür entsprechende Angebote vorlegen.

Ab heute können wir als Erste ganz konkrete Erfahrungen mit dem Betrieb eines festen Landstromanschlusses in dieser Größenordnung machen. Und ab heute können wir sagen: Hamburg bietet den Kreuzfahrtschiffen 100 Prozent Ökostrom und eine CO2-Emission von Null an – das ist einzigartig und wird sich langfristig, wenn sich die Reedereien peu à peu umorientieren, als vorteilhaft erweisen.

Wer die Begeisterung von Millionen Zuschauern miterlebt hat, die beim Hafengeburtstag oder in den Fernsehaufzeichnungen die Taufe der „AIDAprima“ verfolgt haben, ahnt, dass diese Reiseart noch eine große Zukunft haben wird. Die „AIDAprima“ steuert von ihrem Heimathafen Hamburg aus das ganze Jahr über Ziele in Westeuropa an – die Wintermonate, die einem Albert Ballin noch zusetzten, können die heutigen Riesen nicht mehr schrecken.

2016 werden in Hamburg erstmalig in allen 12 Monaten des Jahres Kreuzfahrtschiffe im Hafen festmachen. Mit dem neuen Kreuzfahrtterminal in Steinwerder bieten wir Reedereien wie Passagieren seit einem Jahr zudem einen hochmodernen Betriebsablauf.

Da wir uns nicht an den Erfahrungen anderer Häfen orientieren konnten, hat der Bau dieser stationären Landstromanlage am Cruise Center Altona die Hamburg Port Authority und alle anderen Beteiligten vor besondere Herausforderungen gestellt. Für viele Fragestellungen mussten komplett neue Lösungen entwickelt werden. Das HPA-Team um Herrn Stücken hat den Bau der Landstromanlage mit höchster Professionalität und Kostendisziplin umgesetzt – dafür meinen Dank, den ich auch den Architekten, Planern und Handwerkern von Siemens sagen möchte. Sie alle haben die Landstromanlage zu dem gemacht, was sie ist: ein Projekt, das in die Zukunft weist, aber schon heute gut funktioniert.

Es freut uns auch sehr, dass das Konzept auf Bundes- und europäischer Ebene überzeugt hat. Die Europäische Kommission und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit haben unser Pilotprojekt gefördert, wofür ich mich herzlich bei Frau Ministerin Dr. Hendricks und bei Herrn Boschen, der die Europäische Kommission vertritt, bedanke. Schön, dass Sie heute persönlich nach Hamburg gekommen sind.

Meine Damen und Herren,

wir wollen zu einem der umweltfreundlichsten Standorte für Kreuzschifffahrt in Europa werden. Mit der neuen Landstromanlage in Altona kommen wir auf diesem Weg ein gutes Stück voran. Die Reedereien brauchen konkrete Angebote, damit sie ihre Energieversorgung mit der Zeit umstellen können. Hamburg hat einen Anfang gemacht, andere Häfen können diesem Beispiel nun folgen. Denn je mehr Kreuzfahrthäfen eine derartige Energieversorgung anbieten, desto eher lohnen sich die Investitionen, die beim Bau und Umbau der Schiffe nötig sind.

Mit der neuen Landstromanlage können wir wertvolle Erfahrungen sammeln und prüfen, ob sich auf diese Weise auch andere Seeschiffe während der Liegezeit mit Strom versorgen lassen. Daneben arbeiten wir weiter an Lösungen für Modelle mit Flüssiggas wie die LNG PowerPacs für Containerschiffe und die LNG Hybrid Barge im Kreuzfahrt-Bereich. Die LNG Barge und die Landstromanlage hier in Altona sind Pilotprojekte, die uns – das liegt in der Natur der Sache – vor besondere Herausforderungen stellen, langfristig aber dazu beitragen können, die Emissionen des Schiffsverkehrs im Hafen deutlich zu reduzieren.

Mit dem Einsatz innovativer Technik, der Umstellung auf Erneuerbare Energien und dem Ausbau des SmartPort wird Hamburg für Kreuzfahrtschiffe auch in Zukunft eine erste Adresse sein. Irgendjemand muss vorangehen, das wusste schon Albert Ballin, und so halten wir es bis heute.

Vielen Dank.

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