8. Juni 2016 Kultusminister-Recteurs Konferenz

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Kultusminister-Recteurs Konferenz

Sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrte Frau Präsidentin,
sehr geehrter Herr Botschafter,
sehr geehrte Rektorinnen und Rektoren,
sehr geehrte Kultusministerinnen und -minister,
sehr geehrte Staatssekretäre,
sehr geehrte Damen und Herren,

wie schön wieder in Paris zu sein. Ich freue mich, dass Sie sich alle die Zeit genommen haben Ihre Expertise in der Kultusminister-Recteurs-Konferenz einzubringen. Ausdrücklich möchte ich mich bei unseren französischen Gastgebern bedanken, die mit der Sorbonne einen hervorragenden Rahmen für unser gemeinsames Anliegen gewählt haben. So können wir uns hier als Verehrer der Stadt und große Freunde des Landes in einer sehr inspirierenden Umgebung treffen.

Wie wichtig es ist, die historischen Gebäude im Alltag zu erleben, lesen wir in vielen Berichten von Austausch-Studierenden. Begeistert wird darin geschildert, wie beeindruckend und manchmal Ehrfurcht erregend es ist, an Originalschauplätzen die Geschichte zu lernen. Immer wieder betonen die jungen Leute, wie wichtig die Zeit im Nachbarland ist und wie viel offener sie geworden sind. Und alle sind begeistert, dass die staatlichen Museen in Paris EU-Bürgern unter 26 freien Eintritt gewähren – für viele vielleicht das erste Mal, dass sie sich explizit als EU-Bürger angesprochen fühlen. Wer wieder zuhause ist, redet übrigens kaum von den Sprachschwierigkeiten, es zeigt sich immer wieder: Im Gastland lernt man so viel, dass das Sprachenlernen geradezu nebenbei geschieht.

Deutschland und Frankreich haben ein dichtes Netz von hervorragenden Angeboten, die Sprache des Partnerlandes zu lernen. Die großen und kleinen Institutionen zeigen in erfreulich lebendiger Weise, dass die deutsch-französische Freundschaft das Recht auf Bildung auf sehr hohem Niveau verwirklicht.

Es ist ein Vergnügen von den Neuerungen zu erfahren. Und wenn man bedenkt, wie unterschiedlich Kultur, Bildung und Beruf in unseren Gemeinwesen organisiert sind, muss man erst Recht von der Sorgfalt, der Weitsicht und der Kreativität begeistert sein.

Ich möchte stellvertretend für so viele beeindruckende Projekte das Angebot Educ’Arte nennen. Das Projekt kombiniert kulturelle Erziehung, schulische Bildung und Partizipation in hervorragender Weise. Educ’ARTE zeigt, wie modern, innovativ und auch technisch hoch interessant soziale Integration sein kann. Ich beglückwünsche die Akademie Paris und die Akademie Straßburg, die das Projekt derzeit erproben und freue mich sehr, dass Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland schon in der Testphase dabei sind.

In Deutschland liegt der Durchschnitt der Französischlerner bei stabilen 19,2 %. Sie wissen, wir wetteifern ja immer ein wenig, welche Länder dabei führend sind. Es sind natürlich das Saarland, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und, was mich besonders freut, auch das ostdeutsche Bundesland Thüringen.

Hamburg hat sich eine Vorreiterrolle mit Modellen der beruflichen Integration erworben. Es gibt ein engmaschiges Angebot in Wohnnähe, das Jugendliche unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund und eben auch Flüchtlinge gleichermaßen unterstützt. Wir kümmern uns um jeden Einzelnen, sorgen dafür, dass die Schule abgeschlossen wird und jeder eine Ausbildung bekommt, mit der ein solides Erwerbsleben möglich ist. Mehrere Tausend jugendliche Flüchtlinge sind schon in Projekten der beruflichen Bildung integriert. Natürlich steht auch hier das Lernen der Sprache zunächst im Vordergrund.

Meine Damen und Herren,
ein wichtiger Aspekt unserer Freundschaft ist, dass wir – wie man es bildlich sagt –politisch eine gemeinsame Sprache sprechen. Dazu gehört eine gemeinsame Verständigung über die Geschichte, wie wir das mit den deutsch-französischen Geschichtsbüchern und aktuell dem gemeinsamen Gedenken in Verdun gezeigt haben. Dazu gehört aber vor allem auch, dass Deutschland alle wichtigen politischen Schritte gemeinsam mit den französischen Partnern geht. Frankreich und Deutschland sind die stabile Mitte der Europäischen Union. 

Damit jede Generation diese Freundschaft lernt, neu entdeckt und weiter entwickelt ist die enge Kooperation in Bildungsfragen eine so immens wichtige Aufgabe. Unsere Werte von Freundschaft, Verlässlichkeit und Gleichberechtigung an die kommende Generation weiter zu geben, das ist für das Europa der Zukunft von höchster Bedeutung.

Vielen Dank!

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