27. Juni 2016 Wohnhäuser des Rauhen Hauses im „Oxpark“

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Wohnhäuser des Rauhen Hauses im „Oxpark“

Sehr geehrter Herr Dr. Green,
sehr geehrte Frau Dr. Wuensch,
sehr geehrter Herr Professor Lammers,
sehr geehrter Herr Bezirksamtsleiter,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Hamburgs Wohnungsbauprogramm ist ehrgeizig, es ist kooperativ – bezieht also alle ein – und es ist für alle da.
Die neuen Gebäude im Wohnprojekt Kesselflickerweg sind ein schönes Beispiel für das, was unsere Stadt will: älteren und jungen, alten und neuen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Raum geben. Wohnraum; aber auch: Raum zum Leben, frei atmen, Stärken und Schwächen zeigen, Hilfe finden.

So lässt sich, glaube ich, der Sinn von Stadtentwicklung in aller Kürze zusammenfassen. Oder doch ein großer und wesentlicher Teil davon. Ganz bestimmt ist es das Ziel dieses ganz besonderen Wohnungsbauprojektes. Drei Häuser und ein Pavillon sind hier geschaffen worden, ich freue mich, heute mit Ihnen zusammen die Türen dieser ganz besonderen Häuser für die zukünftigen Nutzer aufzuschließen.

Die Stiftung „Das Rauhe Haus“ und die Stiftung „Freundeskreis Ochsenzoll“ haben sich zusammengetan, um hier auf dem Gelände der Asklepios-Klinik Hamburg-Nord drei mehrgeschossige Wohnhäuser zu bauen. Das wichtige und sehr engagierte Wohnprojekt ist ein Teil des Ensembles „Oxpark“. Es sind zwei Wohnhäuser mit 30 Appartements und ein Wohnhaus für 21 Bewohner entstanden, Frauen und Männer mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen können hier wohnen. Dazu der Pavillon, die Begegnungsstätte, die ein Treffpunkt für das ganze Quartier sein wird, ein Raum für gute Nachbarschaft.

Die Stiftung „Das Rauhe Haus“ und die Stiftung „Freundeskreis Ochsenzoll“ haben sich gemeinsam am Wohnungsbau beteiligt: Und sie haben hier in Langenhorn mit ihren besonderen Kompetenzen dafür gesorgt, die Wohnungsversorgung derjenigen zu verbessern, die aus spezifischen Gründen nicht einfach irgendwo wohnen können, sondern Betreuung nahebei brauchen. Mit Recht unterstützt die zuständige Fachbehörde dieses wegweisende Betreuungskonzept.

Im Quartier Ox-Park gibt es nun Wohnungen für Familien, Paare und Einzelpersonen mit und ohne Behinderung, mit unterschiedlichen sozialen Status. Hier ist Integration freudiger Alltag. Einige der neuen Bewohner haben bisher in ungesicherten Wohnverhältnissen gelebt. Andere werden aus dem Wohnhaus am Kiwittsmoor hierher umziehen. Besonders für diese Gruppe ist bei der psychiatrischen, medizinischen und sozialen Versorgung eine enge Zusammenarbeit mit der Asklepius-Klinik wichtig.

Meine Damen und Herren,
man kann sofort sehen und spüren, dass hier in Langenhorn etwas Gutes entsteht und dass hier ein guter Raum ist, um Menschen mit psychischen Problemen beizustehen. Hier wird das entwickelt, was wir inklusives Zusammenleben nennen. Es besteht einerseits die Nähe zu einer guten Wohnumgebung und Infrastruktur, andererseits hat das Quartier die Nähe zum Krankenhaus, nach dem der gesamte „Oxpark“ ja benannt ist. 

Sie wissen ja vermutlich, der Stadtteil „Ochsenzoll“ ist nach dem historischen Viehtriftweg benannt. Der Ochsenweg führte hier in der Nähe vorbei und es wurde an der Tarpenbek, dem Bach, auch tatsächlich Zoll erhoben. Das machte der dänische Nachbarstaat, bzw. der preußische und man erhob es natürlich von den Treibern, da man von den Ochsen selber schon wusste, dass sie nicht zahlen würden. Das ist zum Glück lange her, am Tarpenbek verläuft nur noch die ideelle Grenze zwischen Langenhorn und Garstedt, und unsere Beziehungen mit Schleswig-Holstein sind gut.

Ich erwähne das nur, weil in jüngerer Zeit Grenzen wieder an Bedeutung zu gewinnen scheinen, was bedauerlich ist. Hamburg braucht und Hamburg will das Gegenteil. Es braucht und will nie wieder verschlossene Stadttore, an denen Zuzugswillige erstmal zahlen müssen, sondern im Gegenteil: einfachen Zugang für neue Hamburgerinnen und Hamburger, die unsere Stadt attraktiv genug finden, um hier arbeiten und leben zu wollen und ein gutes Auskommen für ihre Familien zu finden. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört, dass die Stadt Wohnraum in guter Qualität und ausreichender Quantität anbieten kann.

Um das zu gewährleisten, hat der Senat vor fünf Jahren das Bündnis für das Wohnen gestartet. Wir haben uns das Ziel gesetzt 6.000 neue Wohnungen pro Jahr zu schaffen. Seitdem, seit 2011, sind über 50.000 Wohneinheiten genehmigt und rund 30.000 fertiggestellt worden. Davon sind mehr als 10.000 Sozialwohnungen. Die erste Zielmarke haben wir wie versprochen hinbekommen, und wir starten mit dem Elan gleich noch mal:
Die Anforderungen, sprich: der Bedarf an Wohnraum ist weiter gestiegen. Das vor allem damit zu tun, dass unser Versprechen: „Wir hören nie wieder damit auf, Wohnungen zu bauen“, gehört und verstanden worden ist. Und es hat auch, aber nicht allein und nicht in erster Linie mit der größer gewordenen Aufgabe zu tun, Schutz suchende Flüchtlinge angemessen unterzubringen.

Deswegen hat das neue Bündnis für das Wohnen in Hamburg nun das neue Ziel vereinbart, pro Jahr 10.000 Wohnungen innerhalb der Stadt- und Landesgrenzen zu genehmigen, davon 3.000 geförderte. Die Stadt, die Bezirke, die Wohnungswirtschaft, die Planer und die Frauen und Männer vom Bau werden also ihre Anstrengungen noch mal verstärken, um Hamburg zukunftsfähig zu machen. Wir bauen einerseits „Mehr Stadt in der Stadt“, andererseits „Mehr Stadt an neuen Orten“ - eine Doppelstrategie, wie wir das nennen.

Der neue „Oxpark“ hier im der traditionelle Krankenhaus- und Betreuungsstadtteil ist eigentlich beides: ein neuer Ort und ein neuer Ort in der Stadt. Allein 750 Wohneinheiten entstehen auf dem Gelände der früheren „Anstalt Langenhorn“, unter Aufsicht des alten Wasserturms, den wir dahinten sehen könnten, wenn ihn nicht der alte Baumbestand gerade abschirmte.

An dieser Stelle hier sehen wir einen kleinen, aber ganz besonderen Baustein in diesem großen und wichtigen Vorhaben. Wir wissen, dass eine Stadt mit wachsender Einwohnerzahl die Interessen von mehr älteren Menschen berücksichtigen muss,und auch an die denken muss, die aus unterschiedlichen Gründen nicht so selbstverständlich wie andere in der Lage sind, sich auf Arbeits- und Wohnungsmärkten zu behaupten.

Unsere Stadt ist für alle da. Was das Rauhe Haus und der Freundeskreis Ochsenzoll, die Asklepius-Klinik und viele andere leisten, namentlich in der Betreuung und Hilfe für Hamburgerinnen und Hamburger mit unterschiedlich strukturiertem Hilfebedarf, das braucht viel mehr als Lobpreisungen. Es braucht vor allem gute Arbeitsstrukturen, personelle, technische und natürlich bauliche Voraussetzungen. Im Englischen spricht man von Ellenbogenraum und meint damit: „room or space in which to move or (mänuver) maneuver”.

Ein solcher Freiraum für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner und die, die für ihre Betreuung da sind, ist hier entstanden. Das Projekt erleichtert auch den Wechsel von einer Betreuungsform in eine andere, wenn sich das anbietet oder notwendig wird, denn soziale und medizinische Versorgung greifen ineinander und haben in jeder Hinsicht kurze Wege. Insofern steht dieses Wohnprojekt auch in der Hamburger Sozialpolitik für eine Weiterentwicklung der sozialpsychiatrischen Versorgungsstrukturen.

Ich wünsche allen, die dieses neue Wohnquartier beziehen und allen, die darin arbeiten, eine gute Zukunft.

Vielen Dank.

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