5. Juli 2016 VBG Richtfest

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

VBG Richtfest

Sehr geehrter Herr Enkerts,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Richtfest bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft – das ist nicht nur für das Unternehmen, das ist auch für Hamburg ein Anlass zur Freude. Und natürlich für die Handwerkerinnen und Handwerker, ohne die es kein Richtfest gäbe: Vielen Dank an alle, die das neue Haus bauen; an alle, die Fundamente gegossen, Träger ein- und Mauern hochgezogen haben, so dass nun alles für das Dach vorbereitet ist.

Das Dach ist wichtig. Und das sage ich nicht aus Respekt vor dem Hamburger Schmuddelwetter. Ich denke eher an Karlsson vom Dach, die Kinderbuch-Figur von Astrid Lindgren. Vielleicht erinnern Sie sich an den dicklichen Jungen mit dem Propeller auf dem Rücken? Karlsson, der auf dem Dach wohnt, ist manchmal ein ziemlicher Angeber. Aber er ist auch der lustigste Streichemacher und der fabelhafteste Freund, den man sich denken kann. So ein treuer Gefährte wie Karlsson, der voller Ideen steckt und einen zum Lachen bringt, sollte auf jedem Haus wohnen, auch auf jedem Bürohaus.

Aber nicht nur in Bezug auf das Dach können wir für die Zukunft der VBG zuversichtlich sein. Mit der neuen Hauptverwaltung bekommen fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lichte, moderne Arbeitsplätze und eine zeitgemäße Infrastruktur. Und Barmbek bekommt ein großes, traditionsreiches Unternehmen, das zu den bedeutendsten seiner Branche zählt und in vielerlei Hinsicht vorbildlich ist.

Von Beginn an hat die VBG eine doppelte Perspektive eingenommen: die des Unternehmens und die des Stadtteils. Das neue Bürohaus ist kein Solitär, sondern wird Teil eines Gebäude-Ensembles im neuen, lebendigen Zentrum von Barmbek Nord werden. Arbeiten, einkaufen, sich mit Freunden im Café treffen – all das soll dort ohne weite Wege möglich sein. Deshalb sind im Erdgeschoss des Bürogebäudes auch Flächen für Läden und Restaurants vorgesehen. Deshalb ist der Bahnhof von der Hauptverwaltung aus barrierefrei erreichbar, und eine neue Fußgängerpassage wird vom Bahnhof zur lebhaften Fuhlsbüttler Straße führen.

In Barmbek herrscht Aufbruchstimmung. Der Busbahnhof wurde verlegt, der Museumshof saniert, der neue Stadtplatz umgestaltet. Durch die Erweiterung der Zinnschmelze ist ein attraktiver kultureller Treffpunkt entstanden. In der Maurienstraße hat sich die Telekom mit mehreren hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angesiedelt. Und heute nun feiert die VBG Richtfest.

Bis 2018 sollen aus der Städtebauförderung 24 Millionen Euro in Barmbek investiert werden. Die privaten Investitionen – einschließlich des Neubaus, dessen Richtfest wir heute feiern – belaufen sich zurzeit auf 300 Millionen Euro. Diese beeindruckenden Zahlen sind die Folge konstruktiver Gespräche, gemeinsamer Planung und eines außergewöhnlichen Einsatzes aller Beteiligten. Wir freuen uns sehr, dass Stadtteilakteure, Verwaltung und Politik in der VBG einen so verlässlichen und dem Quartier zugewandten Partner gefunden haben.

Barmbek war stets ein quirliger und kommunikativer Stadtteil.

Ein erster Bauboom wurde hier bereits ab 1888 durch den Bau der Speicherstadt ausgelöst, als 16.000 Einwohner das Zentrum verlassen mussten. Die Lage am Wasser und der Nahverkehrsbahnhof, der ab 1906 entstand, bildeten einen Verkehrsknotenpunkt. Große Industrieunternehmen wie die „New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie“ und Kampnagel im benachbarten Winterhude zogen viele Arbeiter an. In jenen Jahren entwarf Hamburgs berühmter Oberbaudirektor Fritz Schumacher auch für Barmbek modellhafte Wohnanlagen, die sich durch gemeinschaftliche Gärten, Spielplätze und Versammlungsräume auszeichneten – etliche Baugemeinschaften, die sich heute in der Mitte Altona und anderen neuen Quartieren zusammentun, haben ganz ähnliche Vorstellungen.

Auch heute wächst Hamburg wieder. 10.000 neue Wohnungen planen wir jedes Jahr, ein Drittel davon ist sozial gefördert. Wir siedeln erneut Unternehmen, Gewerbe und Industrie in der Stadt an, verdichten die Zentren und bauen hier und dort etwas höher. So entsteht eine interessante und entspannte Urbanität, die mit der Enge, wie sie vor der Zerstörung Barmbeks im Krieg typisch war, allerdings nicht vergleichbar ist.

Mit der VBG wird in Barmbek ein großer Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ansässig. Die Berufsgenossenschaft ist eine wesentliche Errungenschaft der deutschen Sozialreformen vor mehr als 130 Jahren. Heute können alle Beschäftigten sicher sein, dass sie nach einem Arbeitsunfall nicht in finanzielle Not geraten – die Globalisierung hat uns noch einmal bewusst gemacht, wie wenig selbstverständlich dies ist.

Aber die VBG handelt nicht nur verantwortlich gegenüber ihren Mitgliedern, sie sorgt auch für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen mehr als doppelt so viele wie gesetzlich vorgeschrieben schwerbehindert sind. Das neue Gebäude ist vollständig barrierefrei, und ohne Hindernisse ist auch der Öffentliche Nahverkehr zu erreichen.

Die Kooperation von Stadt und Unternehmen kann man gar nicht überschätzen. Nur gemeinsam werden wir es schaffen, allen Hamburgerinnen und Hamburgern sowie den Gästen überall einen mühelosen Zugang zu ermöglichen. Wir wollen ganz Hamburg barrierefrei machen – das ist unser langfristiges Ziel. Dank des Einsatzes der VBG sind wir diesem Ziel nun ein gutes Stück nähergekommen.

Meine Damen und Herren,
ich bin mir sicher, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der VBG sich in Barmbek rasch einleben und wohlfühlen werden. Die neuen Arbeitsplätze sind mit Bus und Bahn, mit dem Fahrrad und auch mit dem Auto bestens zu erreichen. Restaurants, Läden und die Wege am Osterbekkanal werden es ihnen schwermachen, rechtzeitig aus der Mittagspause zurückzukehren. Auch nach Feierabend lohnt es sich, noch ein wenig in Barmbek zu bleiben und zum Beispiel in der Zinnschmelze die junge Kulturszene kennenzulernen – ich verspreche Ihnen: Die Barmbeker sind keineswegs so basch – also derb und rüpelhaft – wie man ihnen auf Platt früher nachgesagt hat.

Ich wünsche Ihnen, dass der Bau reibungslos weiterläuft und alles nach Plan fertig wird. Und falls doch mal etwas Unerwartetes dazwischenkommt, denken Sie an Karlsson. „Ruhig, ganz ruhig!" würde der sagen und mit seiner kleinen dicken Hand vom Dach winken.

Wir freuen uns auf Ihren Einzug.
Vielen Dank.

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