15. Juli 2016 Einweihung Vereinshaus "Hamburger und Germania Ruderclub"

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Einweihung Vereinshaus "Hamburger und Germania Ruderclub"

Sehr geehrter Herr Wengler,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Michel, Rathausturm, Elbphilharmonie – ein Hamburger Wahrzeichen muss mindestens 100 Meter in die Höhe gehen - könnte man meinen. Aber das täuscht und wäre seltsam für eine Stadt am Wasser. Und wie man am Alsterufer 21 sieht, gibt es auch andere Beispiele. Seit 110 Jahren prägt dort das Vereinshaus des „Hamburger und Germania Ruderclubs“ - dem ältesten Ruderclub Deutschlands (gegründet 1836) - die Silhouette. Jeder, der einmal um die Außenalster gegangen oder gejoggt ist, wird das Bild sofort vor Augen haben und es mit der Hansestadt verbinden. Wobei das Clubhaus gar nicht als Wahrzeichen konzipiert worden war – zu einem Wahrzeichen haben es erst die Bürgerinnen und Bürger im Laufe der Jahre gemacht, per Abstimmung mit den Augen gewissermaßen.

Schwimmt es?, fragen sich Segler oder Ruderer, die von ihren Booten ans Ufer schauen, denn der Kubus liegt mehr auf als an dem Wasser. Nicht nur die Älteren unter Ihnen erinnern sich noch: Früher war die Außenwand einmal ockergelb, aber es kommt einem vor, als sei das schon sehr lange her. Denn heute passt die helle, elegante Fassade so gut zu den changierenden Wassertönen, dass man den Eindruck nicht loswird, so sei es schon immer gewesen. 

Schwimmt es - oder sinkt es?, war aber dann die bange Frage, die sich stellte, nachdem im Frühjahr 2012 mehrere Taucher die hundert Pfähle unter dem Haus inspiziert hatten. Das Urteil der Fachleute war vernichtend. Die tragenden Elemente stellten sich als derartig morsch heraus, dass das Haus teilweise die Verbindung zum Grund verloren hatte. Das bedeutete: Alarmstufe rot. Und: kein An-, sondern ein Neubau musste her.

Sie alle wissen, wie die Geschichte weiterging. Deshalb nur so viel: Wir haben dieses nicht ganz einfache Projekt gemeinsam zum Erfolg geführt und allen Anlass, darauf heute miteinander anzustoßen. Die Mitglieder des Vereins haben sich unglaublich ins Zeug gelegt. Sie haben unermüdlich Spenden gesammelt und einen Spendenlauf organisiert, ungezählte Arbeitsstunden und nennenswertes Eigenkapital beigesteuert. Das verdient großen Respekt.

Dass ein Neubau die eigenen Möglichkeiten des „Hamburger und Germania Ruderclubs“ trotzdem übersteigen würde, war allerdings von Anfang an klar. Innerhalb weniger Monate hat deshalb die Behörde für Inneres und Sport unter dem damaligen Sportsenator Michael Neumann zusammen mit der Investitions- und Förderbank eine Richtlinie ausgearbeitet, auf deren Grundlage die benötigten Förderkredite an den Verein vergeben werden konnten. Für dieses Geld hat die Stadt die Bürgschaft übernommen. 

Damit ist ein Fördermodell entstanden, das die Eigeninitiative der Vereine und ihre Möglichkeiten erheblich stärken wird. Die Absicherung von Krediten und günstige Kreditbedingungen werden auch andere Vereine in die Lage bringen, ihre Investitionsvorhaben zu realisieren. Und so feiern wir an diesem Abend neben dem sehr gelungenen Clubhaus am Alsterufer 21 auch ein neues, kluges Fördermodell, das die Sport- und Ruderstadt Hamburg weiterbringen wird.

Meine Damen und Herren,

1844 fand an der Alster die erste deutsche Ruderregatta statt. 1900 errang die Mannschaft von „Germania“, des zweitältesten Ruderclubs der Welt, Olympisches Gold. Die Club-Mitglieder Dr. Horst Meyer und Dirk Schreyer saßen im berühmten Ratzeburger Achter, der 1968 in Mexiko Gold holte. 2008 in Peking fuhr Bastian Seibt als jüngster Olympionike im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann. Auch wenn die Crew leider wegen Erkrankung schon vor dem Halbfinale ausscheiden musste, bestätigte dies doch die gute Nachwuchsarbeit im Club, der sich in der Breite genauso engagiert wie an der Spitze.

Über diesen Neubau können sich die Spitzen- genauso wie die zahlreichen Breitensportler freuen: am alten Standort, mit der bekannten Silhouette, aber in der Substanz neu, im Inneren funktionaler und in der Anmutung zeitgemäßer. Zu diesem Haus kann man nur gratulieren. Schön ist es hier bei Ihnen!

Ich wünsche allen Ruderern und Ruderinnen – letztere wird man nun sicherlich häufiger an den Skulls oder den Riemen sehen – wunderbare Stunden auf dem Wasser, viele gesellige Abende im neuen Clubhaus und auch den ein oder anderen Wettkampfsieg. Und wir drücken gemeinsam Eric Johannesen und dem Deutschland-Achter für Rio die Daumen.

Dem „Hamburger und Germania Ruderclub“ alles Gute für die Zukunft!

Vielen Dank.

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