6. September 2016 Begrüßung der neuen Auszubildenden bei Aurubis

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Begrüßung der neuen Auszubildenden bei Aurubis

Sehr geehrter Herr Schachler,
sehr geehrter Herr Dr. Jacobsen,
sehr geehrter Herr Pfannebecker,
liebe Auszubildende,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

bei den Olympischen Spielen in Rio haben die deutschen Athleten fantastisch abgeschnitten. Die Spiele gehen Morgen mit den Paralympics weiter. Ganz besonders freuen wir uns über die Medaillen, die unsere Hamburger Spitzensportler mit nach Hause bringen. Über 20 sind es schon jetzt.

Was manche nicht wissen: Auch hier vor Ort in Hamburg kann man Gold holen. „Rotes Gold“, um ganz genau zu sein, denn diese Bedeutung steckt ja in dem lateinisch inspirierten Namen „Aurubis“, zusammen gesetzt aus „aurum“ für Gold und „rubrum“ für rot. In diesem Jahr sind es insgesamt 50 Auszubildende, die sich „rotes Gold“ gesichert haben und jetzt mit einer dualen Ausbildung oder einem dualen Studium bei Aurubis anfangen. Hinzu kommen 10 Praktikanten in der Einstiegsqualifizierung 10 plus. Ihnen allen gratuliere ich herzlich. Ich freue mich, heute hier zu sein, um Ihnen und allen Beteiligten einen guten Start zu wünschen.

Der diesjährige Ausbildungsjahrgang ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes: Die Auszubildenden haben ihre familiären Wurzeln in ganz unterschiedlichen Ländern. Frauen lernen in ehemals klassischen Männerberufen und umgekehrt. Sehr gut! Und es gibt sogar eine Premiere: In diesem Jahr bildet Aurubis erstmals auch Werkfeuerwehrmänner und -frauen aus.

Sie können stolz sein, auf sich selbst und auch auf diejenigen, die Sie bis hierher begleitet haben. Auch Ihre Eltern, Freunde, Lehrerinnen und Lehrer, möglicherweise auch die Beraterinnen und Berater der Jugendberufsagentur Hamburg haben zu Ihrem Erfolg beigetragen und dafür ein großes Dankeschön verdient.

Sie kommen hier an Bord eines Unternehmens, das zu den ältesten der Hamburger Metallindustrie gehört und in diesem Jahr sein 150-jähriges Firmenjubiläum feierte. Angefangen hat alles mit einer kleinen Silberschmelze in der Hamburger Altstadt. Heute zählt Aurubis mit seiner Konzernzentrale auf der Peute zu den führenden Kupferproduzenten. Das Unternehmen ist außerdem der größte Recycler von Kupfer weltweit.

Sie haben sich für eine Branche entschieden, die die Welt antreibt. Man braucht Kupfer in der Kupferhalbzeugindustrie, in der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie. Auch die Erneuerbaren Energien oder die Bau- und Automobilindustrie kommen nicht ohne das rote Gold aus. Ganz unabhängig davon, in welchem Bereich und mit welchen langfristigen Karriereplänen Sie Ihre Ausbildung hier starten: Es ist ein Beruf mit Zukunft.

Auf diese Zukunft werden Sie hier gut vorbereitet. Das Fundament heißt „duale Berufsausbildung“. Denn in Deutschland arbeiten Theorie und Praxis erfolgreich Hand in Hand. Leistungsstarke Ausbildungsbetriebe wie Aurubis und die staatlichen Berufsschulen bilden gemeinsam auf höchstem Qualitätsniveau aus. Ausbildung „Made in Germany“ ist immer am Puls der Zeit, nah am Arbeitsmarkt und ein Garant für ein erfolgreiches Erwerbsleben. Darum beneidet man uns im Ausland, denn dieses Ausbildungssystem ist das beste Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

Die Industrie braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb investiert Hamburg eine ganze Menge in die hohe Qualität der schulischen und beruflichen Bildung.

Rund 100 Millionen Euro fließen in Hamburg derzeit allein in die Erneuerung der berufsbildenden Schulen. Bis 2027 werden es insgesamt etwa 700 Millionen Euro sein. Das kommt direkt bei Ihnen, den Auszubildenden und den Lehrkräften, an. Es entstehen moderne Schulgebäude, die neben modernsten IT-Ausstattungen auch neue Raumkonzepte für zeitgemäße Lehr- und Lernmethoden bieten.

Um die fachliche Vernetzung zu fördern, legt Hamburg derzeit die bisherigen 44 staatlichen berufsbildenden Schulen zu 32 neuen Schulen zusammen. Das hat den großen Vorteil, dass verwandte Berufe und Bildungsangebote fachlich sinnvoll zusammengeführt werden und zukunftsfähige Standorte mit vielen attraktiven Perspektiven entstehen.

Übrigens: Damit sich Talente früh entfalten, fördert die Hamburger Bildungspolitik das Interesse an naturwissenschaftlich-technischer Bildung auch in Kitas und den ersten Klassenstufen. Und das Hamburger Institut für Berufliche Bildung hat hervorragende Angebote an den berufsbildenden Schulen aufgebaut.

2014 startete bei uns die Höhere Technikschule für Informations-, Metall- und Elektrotechnik an zwei Standorten. Dort können Jugendliche, die sich für Technik begeistern, ihre Kompetenzen ausbauen und die vollwertige Fachhochschulreife erwerben. 2014 haben wir in Hamburg außerdem damit angefangen, alle Fachrichtungen der technischen Fachschulen zu reformieren. Im Zuge dieser Reform wurden fachübergreifende Kompetenzen wie „Arbeiten in Teams“ oder „Kalkulation“ und „Unternehmerische Selbständigkeit“ mit Lernfeldern verknüpft. Das macht die Fachschule zu einer attraktiven Alternative zum Bachelorstudium.

Wie auch immer Sie Ihre Zukunft im Anschluss an Ihre Ausbildung gestalten möchten – die Türen stehen Ihnen in Hamburg weit offen.

Sie gehören zu den ersten Generationen, die mit den digitalen Medien aufwachsen, Sie werden auch smarte Auszubildende sein. Das passt gut, denn die Industrie ist derzeit ziemlich in Bewegung. Wir befinden uns am Anfang des Zeitalters der Industrie 4.0. Erwartet werden Neuerungen und Wachstumsschübe für die globale Wirtschaft, die mit denen durch die Erfindung von Dampfmaschinen, Elektrik und dem medizinischen Fortschritt vergleichbar sind.

Dazu gehört das Internet of Things. Die industrielle Produktion wird sich an der „intelligenten Vernetzung“ ausrichten: Maschinen, Lagersysteme, Transportmittel und alles, was Firmen sonst noch am Laufen hält. Alle Komponenten der Wertschöpfungskette werden über das Internet als Cyber Physical System miteinander kommunizieren. Wir in Hamburg werden aktiv vorangehen und die Chancen nutzen, die Industrie 4.0 und Digitalisierung eröffnen.

Die strukturellen Voraussetzungen sind ideal, denn Hamburg hat sich auf wissensintensive Industrien und Dienstleistungen spezialisiert. Über Cluster sind Betriebe, Wissenschaft und Behörden miteinander in engem Austausch und bilden leistungsstarke Netzwerke.

Auch in den Schulen und Berufsschulen gibt es immer mehr Initiativen für die Vermittlung von Kenntnissen im Rahmen von Industrie 4.0.

2015 ist an der Beruflichen Schule Farmsen das Norddeutsche Kompetenzzentrum für Mechatronik in Kooperation mit Festo Didactic entstanden. Es will die schulische Ausbildung der Industriemechatroniker, die Weiterbildung in der Fachschule Mechatronik sowie den ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt des Technischen Gymnasiums noch stärker auf die Anforderungen von Industrie 4.0 zuschneiden. Diese Initiative ist deshalb so wertvoll, weil sich die Technik und das Fachwissen in der Automatisierungstechnik laufend verändern.

Die zweite vorbildliche Initiative geht aus von der Staatlichen Gewerbeschule Informations- und Elektrotechnik, Chemie- und Automatisierungstechnik. In Kooperation mit der Firma Cisco bietet sie das „IoE (Internet of Everything)-Launchpad-Programm an. Das ist ein Lernangebot der digitalen Wirtschaft zur IT-Fachkräftesicherung.

Neue Technologien werden zu neuem Denken und neuen Herangehensweisen im Arbeitsleben führen. Sie gehören zu denen, die Industrie und Wirtschaft auf die nächste Stufe führen. Und Sie werden diese Zeit mit Ihren Talenten und mit Ihrer Arbeit prägen. Hamburg setzt auf Sie: Mit Ihnen gemeinsam wollen wir diese Chancen für die Entwicklung unserer Stadt und der Metropolregion nutzen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start und dass auch Sie sich „intelligent vernetzen“. Knüpfen Sie Kontakte, tauschen Sie sich aus und werden Sie ein Team – es lohnt sich!

Vielen Dank!

Danke für Ihr Interesse!

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