7. September 2016 Eröffnung IT-Messe solutions.hamburg

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Eröffnung IT-Messe solutions.hamburg

Sehr geehrte Frau Zypries,
sehr geehrter Herr Postel, 
sehr geehrter Herr Hammerstein, 
sehr geehrter Herr Brand,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich freue mich, Sie zur Eröffnung der solutions.hamburg begrüßen zu dürfen. Wir alle wissen um die Wichtigkeit von digitaler Vernetzung und Kommunikation, und diese Wichtigkeit unterstreichen Sie alle dadurch, dass Sie in so großer Zahl anwesend sind.

Diejenigen unter Ihnen, die dafür mehr oder weniger lange anreisen mussten, möchte ich besonders begrüßen: Willkommen in Hamburg! Vielleicht finden Sie neben den Veranstaltungen noch Gelegenheit, sich ein bisschen in der Stadt umzusehen, denn bei aller Freude an der Digitalisierung muss ich sagen: Google Earth wird uns nicht ganz gerecht. Hamburg ist noch viel schöner als das, was dort erfasst ist.

Aber Sie sind natürlich vor allem zum Arbeiten hier. „Digitalisierung ist Mannschaftssport für Unternehmen“ lautet Ihr Motto, das Sie durch mehr als 250 Sessions leiten wird. Das ist eine richtige und wichtige Feststellung, übrigens nicht nur für Unternehmen. Die Digitalisierung zieht die größte individuelle Veränderung in unserem Arbeitsleben nach sich, aber sie sorgt auch für die größte gesellschaftliche Umwälzung unserer Zeit.

Das sagt sich in solchen Reden immer so leicht, aber es greift tief. Denn die Möglichkeiten digitaler Technologien sorgen ja nicht nur dafür, dass es eine neue technische Basis gibt, um alles das zu machen, was wir bisher gemacht haben. Nein, die digitale Technik ermöglicht uns Dinge, von denen wir bis vor kurzem gar nicht wussten, dass es sie geben kann. Die kommunikative Vernetzung von Menschen und Maschinen, die Schnittstellen im öffentlichen Raum, neue Geschäfts- und Arbeitsmodelle – die Liste der Neuerungen ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Frage, vor der wir in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gleichermaßen stehen, berührt unseren Umgang mit diesem Wandel. Wir haben in Deutschland manchmal die Tendenz, die Risiken in den Vordergrund zu stellen und dadurch allzu zaghaft und zögerlich mit dem Neuen umzugehen.

Damit tun wir uns oft keinen Gefallen. Natürlich kommt es darauf an, dass wir verstehen, was an Veränderungen geschieht und was wir davon sinnvollerweise nutzen wollen. Und natürlich müssen wir einen Rahmen schaffen, der dafür sorgt, dass uns die Technik dient. Aber das alles sollten wir machen, gerade weil wir den technischen, den digitalen Fortschritt wollen. Wir haben allen Grund anzunehmen, dass wir das Leben mit den neuen Möglichkeiten besser machen können.

Digitalisierung bietet uns Lösungen. Auch deshalb freue ich mich, dass wir eine „solutions“ in Hamburg haben, die diesen fröhlichen Optimismus aufnimmt und weiter trägt.

„Alles Leben ist Problemelösen“, hat der Philosoph Karl Popper geschrieben. Es ist daher gut, wenn wir neue Instrumente dafür entwickeln.

In Hamburg haben wir dafür alle Voraussetzungen:
Bei uns arbeiten 3,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologie-Berufen. Damit sind wir nach Aussage des BITKOM im Ländervergleich mit deutlichem Abstand die Nummer eins.

Die Fachkräfte brauchen wir aber auch, wenn wir in der Digitalisierung weiter ganz vorne sein wollen als ein Top-Standort der digitalen Branche. Hamburger Unternehmen wie Xing oder Parship sind weit über die Stadt hinaus erfolgreich. Renommierte deutsche und internationale Unternehmen wie SAP, Adobe oder IBM betreiben in Hamburg eigene Entwicklungsabteilungen. Mit etwa 10.000 Unternehmen und rund 50.000 Erwerbstätigen zählt die IT-Branche in der Hansestadt zu den bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren und präsentiert sich in großer Vielfalt.

Zunehmend prägen bei uns auch Startups das digitale Geschehen. In Hamburg gibt es besonders viele Gründungen – und unter den Gründern übrigens besonders viele mit migrantischen Wurzeln. Auch das passt gut in unsere traditionsreiche Hafenstadt, die seit Jahrhunderten ein Ort der Innovation und des Aufbruchs ist.

Es ist nur folgerichtig, dass sich eine aktive Digital- und Startup-Szene in unmittelbarer Nähe zu einem der modernsten Häfen der Welt und zu den bekannten Medienhäusern ansiedelt. In Hamburg treffen neue Ideen auf fruchtbaren Boden. Das Netzwerk an potenziellen Partnern, Dienstleistern und Kunden ist groß. Dieser kreative Nährboden gepaart mit einer gut ausgebauten öffentlichen Förderstruktur macht Hamburg zu einem idealen Ort für Gründer.

Die Kaufmannsstadt Hamburg ist traditionell eine Stadt des effizienten Wirtschaftens. Für die Startup-Szene bedeutet das: Die Chancen für Existenzgründer stehen gut, mit ihren Ideen auch solvente Geldgeber zu finden. Unsere relativ hohe Wirtschaftskraft sorgt zudem dafür, dass der lokale Markt den hiesigen Startups ein großes Potenzial bietet. Das machen sich derzeit zum Beispiel etliche Online-Lieferdienste für Lebensmittel zu Nutze.

Aber nicht nur im Bereich eCommerce, auch in der Medienwirtschaft bildet Hamburg die gesamte Wertschöpfungskette ab. Mit großen Verlagshäusern wie Gruner +Jahr und der SPIEGEL-Gruppe auf der einen, mit internationalen Online-Playern wie Google, Facebook und Twitter auf der anderen Seite wachsen Startups in eine Infrastruktur hinein, aus der sich Synergien für das Wachstum junger Unternehmen ergeben.

Längst sind viele Hamburger Gründungen zu international agierenden Unternehmen geworden. InnoGames, Bigpoint, Facelift, Jimdo oder myTaxi – Sie alle kennen die Namen. Startups wie Dreamlines, Kreditech oder Sonormed schreiben diese Erfolgsgeschichten fort.

Gemeinsam schaffen Unternehmen und Stadt ein attraktives und dynamisches Umfeld für die Branche. Der mit Unterstützung der Stadt und einem Zusammenschluss vieler wichtiger Medienunternehmen gegründete Next Media Accelerator fördert mediennahe Startups mit einem sechsmonatigen Intensivprogramm. Die Teams erhalten einen Arbeitsplatz im Coworking Space betahaus Hamburg, Zugang zur Publishing-Industrie, zu internationalen Investoren und einem Team aus Mentoren. Auch maßgeschneiderte Coachings und die Unterstützung der Folgefinanzierung werden angeboten. Aber das ist nur ein Beispiel von vielen. In anderen Branchen gibt es ähnliche Projekte. Oft geht es darum, etablierte Unternehmen und Startups zusammenzubringen und gemeinsam neue Businessmodelle zu entwickeln.

Von der Digitalwirtschaft profitieren natürlich auch Unternehmen anderer Branchen und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger. Wir arbeiten intensiv daran, die digitalen Technologien für die Stadt zu nutzen. Wir haben uns vorgenommen, Hamburg zur digitalen Stadt zu entwickeln.

  • Das gilt für unsere eigenen Verwaltungsdienstleistungen, die wir digital first anbieten wollen.
  • Das gilt für Unternehmen, die Innovationsräume brauchen, in denen sie Neues ausprobieren können.
  • Das gilt für die öffentliche Infrastruktur.

So kommunizieren zum Beispiel die Hamburger Busse mit den Ampeln, um den Verkehr möglichst optimal fließen zu lassen. Wir testen eine Straßenbeleuchtung, die heller wird, wenn sich ein Fußgänger oder Radfahrer nähert, und schon heute können die Weichen der Hafenbahn über Sensoren melden, wenn sie geschmiert werden müssen.

Die Hamburg-Besucher unter ihnen können sich per App zu Kunstwerken und Baudenkmälern leiten lassen. Die Hamburger unter Ihnen übrigens auch, Sie werden wahrscheinlich einiges dabei entdecken, das selbst Sie noch nicht kennen. Probieren Sie es aus. Es fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub in der eigenen Stadt.

Bei all dem ist uns bewusst, dass die Digitalisierung auch die so genannte „Old Economy“ umwälzt. In Hamburg setzen sich praktisch alle Unternehmen mit der Digitalisierung ihrer Geschäfts-, Arbeits- und Produktionsabläufe sowie der Kommunikation mit Kunden und Partnern auseinander. Mittelstand 4.0 ist zurzeit ein zentrales Thema.

Wir alle sind gefordert, für den digitalen Wandel die richtigen Grundlagen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Darüber wird viel geredet. Nun kommt es vermehrt darauf an, einfach anzufangen. Warten ist ohnehin keine realistische Option, und häufig kommt das Verstehen beim Ausprobieren.

Auch bei der solutions.hamburg geht es um diese praktische Perspektive: Mit rund 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus etwa 1000 Unternehmen hat sich die Veranstaltung quasi aus dem Stand zu einem Leuchtturmprojekt in der Stadt und für die Stadt entwickelt. Das ist ein großer Erfolg, über den ich mich gemeinsam mit Ihnen freue.

„Digitalisierung ist ein Mannschaftssport“ – das ist ein schönes Motto für diese Veranstaltung. Trotzdem möchte ich das Bild um eine kleine Anmerkung ergänzen. Im Sport gibt es immer eine Mannschaft, die gewinnt, und eine andere, die geschlagen und nicht selten mit hängenden Köpfen vom Platz geht. Unser Ziel aber ist es, dass der digitale Wandel am Ende für alle und auf allen Ebenen – im privaten wie im öffentlichen Raum, in Unternehmen wie für die einzelnen Bürgerinnen und Bürger – einen Gewinn darstellt.

Die Möglichkeiten dafür sind vorhanden. Und Sie sind hier, um sie zu nutzen. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und viel Spaß.

Schönen Dank!

Danke für Ihr Interesse!

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