15. September 2016 Einweihung Telekom Capital Partners

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Rede des Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz.

Einweihung Telekom Capital Partners

Sehr geehrter Herr Vento,
sehr geehrter Herr Höttges,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr über die Einladung, heute bei Ihnen sein zu dürfen. Und ich freue mich, dass Sie hier sind. Mit Ihrer Entscheidung für Hamburg als Standort haben Sie schonmal alles richtig gemacht.

Hamburg ist traditionell ein Ort der Innovationen und des Aufbruchs. Ziemlich genau hier, an dem Standort, von dem aus Sie zukünftig innovative Gründer und Unternehmen begleiten werden, wurden in den letzten Jahrzehnten wichtige für die jeweilige Zeit höchst innovative Entscheidungen getroffen. Um das Jahr 1860 mussten die Hafenentwickler hier entscheiden: Soll der Hamburger Hafen zu einem Dockhafen entwickelt werden? Mit Schleusen, nach dem Londoner Vorbild? Oder soll ein offener Tidehafen entstehen, mit einem Güterumschlag ohne lange Lagerung, der durch Kräne und Bahnanbindung maschinell unterstützt werden soll? Man entschied sich für die größere Skalierbarkeit und den höheren Grad an Technologisierung – den offenen Tidehafen. Eine kluge Entscheidung. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde dann noch eine zukunftssichernde Richtung eingeschlagen: Man rüstete den Hafen auf die Containerschifffahrt um, weg von dem Stückgut. Immer wieder haben solche Entscheidungen die Stadt für die Zukunft fit gemacht und sie gleichzeitig geprägt und geformt. Ganze Stadtteile haben sich vollständig gewandelt. Das Dorf Altenwerder wurde vom Wohnort noch in den 1960er Jahren bis in die 2000er Jahre zu einem der modernsten Containerterminals der Welt. Nun entsteht mitten in der Stadt aktuell auf ehemaligem Hafengelände mit der HafenCity eins der modernsten und vielleicht attraktivsten Stadtviertel der Welt.

Wir laden Innovatoren ausdrücklich ein, Hamburg als Laboratorium der Moderne zu sehen und zu nutzen. Wir wollen als große Stadt Projekte in Kooperationen mit den meist privatwirtschaftlichen Technologieanbietern voranbringen. Der neue Zustellroboter vom Paketzusteller Hermes wird zum Beispiel derzeit bei uns in der Stadt getestet. Die Stadt arbeitet mit VW, BMW und Mercedes an den verschiedenen Fragen zukünftiger urbaner Mobilität und dem Ziel einer schnelleren Einführung emissionsfreier Verkehre in der Stadt.

Aber wir unterstützen auch gezielt Innovationen und die Entwicklung von Technologien in Hamburg. Mit dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung zum Beispiel, in dem unter anderem sehr fortschrittlich zu Produktionsverfahren geforscht wird, die man im alltäglichen Sprachgebrauch als 3D-Druck kennt, oder den entstehenden Forschungs- und Innovationsparks (F&I-Parks), dem Masterplan Industrie 4.0, der Investitions- und Förderbank, unserer Clusterpolitik und Initiativen wie nextMedia.Hamburg, die die Medien- und Digitalszene begleitet. All das sind Beispiele für Innovationsförderung.

Bei der Entwicklung neuer, vor allem digitaler Technologien spielen Start-Ups in Hamburg eine immer wichtigere Rolle. Mit 25 Gründungen pro 1000 Erwerbstätige hat sich die Gründungsquote verglichen mit dem Vorjahr wieder leicht positiv entwickelt und Hamburg liegt laut KfW-Gründungsmonitor damit im Bundesländer-Ranking weiterhin weit vorn.

Im Bundesdurchschnitt ist das Gründungsgeschehen 2015 allerdings insgesamt leider etwas rückläufig. Die Gründe dafür sind vielfältig. So mangelt es in Deutschland im internationalen Vergleich an einem positiven Umgang mit dem Thema Scheitern. Während Fehlschläge hier als Makel gelten, werden sie in führenden Startup-Nationen wie den USA und Israel als Erfahrung verbucht. Und wo Scheitern nicht als Teil eines persönlichen Bildungswegs zum Unternehmer gesehen wird, darf man sich nicht über sinkende Gründungszahlen wundern.

Bei den „harten“ Rahmenbedingungen – so hat es der Deutsche StartUp-Monitor für das Jahr 2015 ausgewiesen – sind die Themen Vermarktung und Finanzierung, gefolgt von Personal, mit weitem Abstand die bedeutendsten Herausforderungen für junge Unternehmen in der heutigen Zeit. Für den Bereich der Finanzierung zeigen die aktuellen Zahlen von Ernst & Young, dass die Risikokapitalinvestitionen in Europa im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gesunken sind, auf 6,4 Milliarden Euro. Die Zahl der Transaktionen ist leicht gestiegen. Ein gleiches Bild zeigt sich auch für die Zahlen in Deutschland. Das ist eine gute Entwicklung, aber immer noch kein Vergleich zu den USA.

Umso mehr freuen wir uns, dass mit der Deutschen Telekom Capital Partners (DTCP) ein Unternehmen an die Elbe gekommen ist, das Lösungen für diese Herausforderungen bereithält. Mit den von Ihnen angebotenen Beteiligungskonzepten wie Venture Capital und Private Equity schließen Sie eine störende Lücke auf dem Wachstumspfad von aufstrebenden Unternehmen.

Die DTCP wird für den Zeitraum von 5 Jahren mit einem Fonds-Volumen von 450 Millionen Euro ausgestattet. Sie investieren nicht nur in junge Unternehmen, sondern auch in die mittleren und großen Unternehmen, die sich schon länger am Markt behaupten. Solche vielversprechenden Unternehmen gibt es gerade im Bereich der digitalen Märkte. Es sind Unternehmen, deren Namen alle kennen, aber die manchmal über lange Zeit nur moderate Gewinne abwerfen. Das heißt, es sind erfolgreiche Unternehmen, deren Zukunft davon abhängt, dass weiter privates Geld investiert wird. In Deutschland ist es bislang schwer, den Ausbau dieser Unternehmen zu finanzieren. In den USA wird gemessen am Bruttoinlandsprodukt jährlich rund sieben Mal mehr Venture Capital investiert. Der deutsche Markt hat ein erhebliches Nachholpotenzial. Mit der DTCP geht damit von Hamburg ein neuer dynamischer Impuls aus. Mit Ihrem Know-how, Ihrer Erfahrung, Ihrem Netzwerk und dem sechstgrößten Telekommunikationsunternehmen der Welt im Rücken unterstützen Sie das Wachstum von innovativen Unternehmen ganz erheblich.

Viele Gründungen aus Hamburg sind zu erfolgreichen, international agierenden Unternehmen geworden, beispielsweise InnoGames, Kreditech, myTaxi oder Xing – die Reihe ist natürlich viel länger, und wir sind sehr zuversichtlich, dass sie immer weiter anwachsen wird. Gründungen in Hamburg zeichnen sich durch eine klare wirtschaftliche Perspektive aus. Hier geht es sehr früh und sehr professionell darum, mit guten Ideen auch gutes Geld zu verdienen. Die Tradition der Kaufmannstadt lebt auch in neuen Geschäftsfeldern konsequent fort.

Natürlich fördern wir nicht nur technische Innovationen und Entwicklungen, wir nutzen sie auch gleichzeitig. Wir wollen unsere eigenen städtischen Infrastrukturen und öffentlichen Räume mit digitalen Schnittstellen und Angeboten weiter optimieren. Dazu zählen Bildungs- und Kulturangebote ebenso wie die Systeme einer integrierten Verkehrsstrategie und einer intelligenten Energieversorgung. Auch hier sind wir schon konkret dabei, Angebote zu erarbeiten. Hier ganz in der Nähe entwickelt sich das City Science Lab – Think Tank und Forschungseinheit in einem –, basierend auf einer Kooperation der Hafen City Universität und dem Massachusetts Institut of Technology (MIT). Und unsere Universitäten etablieren eine Hamburg Open Online University, an der Wissen jederzeit online rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Im Hafen, der sich jetzt nicht mehr nördlich in der Elbe, sondern südlich der Norderelbe ausbreitet, ist die Digitalisierung bereits weit fortgeschritten, und unter anderem mit Unterstützung der Deutschen Telekom bewerben wir uns um den ITS Weltkongress 2021, einen Kongress, der sich um Intelligente Transportsysteme dreht. Hamburg möchte diesen Kongress als Plattform nutzen, seine intelligenten Verkehrsstrategien einem breiten Publikum zu öffnen. Hamburg ist in Europa führend bei der Nutzung von Car-Sharing-Angeboten und wir setzen die ersten vollelektrischen Busse im Öffentlichen Nahverkehr ein.

Dazu gehört nicht zuletzt natürlich auch, dass wir perspektivisch die Dienstleistungen der Verwaltungen zuerst digital anbieten wollen. Wir nennen das „digital first“. Für die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen heißt das, dass sie staatliche Dienstleistungen einfach und bequem, aufwands- und kostenarm, verlässlich und zügig sowie orts- und zeitunabhängig in Anspruch nehmen können – so wie wir es bei andern Dienstleistungen, Flugbuchungen oder im Bankwesen gewohnt sind. Dies ist in vielerlei Hinsicht herausfordernd, nehmen Sie nur einmal die Fragen des Unterschriftserfordernisses, dann werden Sie sehen, welche Veränderungen zum Status quo dieses Vorgehen mit sich bringt. Aber ich bin guten Mutes, dass die technischen Entwicklungen uns Lösungen für all diese Herausforderungen bringen werden.

Das war eine knappe Skizze dessen, was wir in Hamburg als Digitale Stadt vorhaben. Sie werden es erleben, denn Sie sind ja hier in dieser Stadt, in diesen wunderschönen Büros.

Für den Moment bleibt mir nicht viel mehr, als Ihnen zu gratulieren und viel Erfolg für die Zukunft zu wünschen. Ich wünsche mir und Ihnen, dass Sie immer eine kluge Balance zwischen langfristigen Wachstumsmöglichkeiten für die jungen Unternehmen und ihren Renditezielen finden. Aber da bin ich mir sicher, sonst wären Sie nicht nach Hamburg gekommen. Und mit dem Neu-Bezug des Telekom-Campus in der City Nord, etwa neun Kilometer von hier entfernt, hat die Deutsche Telekom ein weiteres wichtiges Zeichen gesetzt. Sie werden dort ein fortschrittliches Bürokonzept kombiniert mit dem fortschrittlichen Arbeitskonzept „Future Work“ umsetzen. Das sind gleich zwei Standorte, die den Aufbruch symbolisieren. Und das in einer Stadt, die Aufbruch immer belohnt hat.

Herzlich willkommen in Hamburg, schön, dass Sie hier sind, alles Gute!

Schönen Dank! 

Danke für Ihr Interesse!

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