6. Oktober 2016 Veranstaltung "Sustainable Mobility"

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Rede des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Veranstaltung "Sustainable Mobility"

Your Majesties,
Excellencies,
Ladies and Gentlemen, 

Ich freue mich sehr, Sie zum „German-Swedish Seminar on Sustainable Mobility“ in der Handelskammer Hamburg zu begrüßen. Ein so hochrangiger Staatsbesuch zu einer Konferenz über nachhaltige Mobilität, das ist für uns eine Premiere, die zeigt, wie wichtig beiden Seiten dieses Thema ist. Wir sind in Hamburg sehr gespannt, was wir von unseren Gästen aus Schweden lernen können.

Fast alle großen Zukunftsfragen, die durch die Globalisierung und den technischen Fortschritt auf uns zukommen, stellen sich zunächst in den großen Städten. Manche Aufgabe wird in den Städten sogar gelöst, bevor sie anderswo überhaupt auftaucht. Das trifft auch auf Stockholm und Hamburg zu.

Wir haben vieles gemeinsam. Beide Städte wachsen und begrüßen dieses Wachstum. Beide ziehen viele innovative Unternehmen an und sind Vorreiter in puncto moderne Stadtentwicklung. Beide tragen den Titel European Green Capital, und die eine wie die andere wird gerne als Venedig des Nordens bezeichnet: Stockholm wegen seiner Inseln und Hamburg wegen seiner Brücken.

„Grüne, gerechte, wachsende Stadt am Wasser“ – so haben wir unsere Stadtentwicklungsstrategie bis 2030 genannt. Hamburg wird bald nahezu zwei Millionen Einwohner haben. Deshalb haben wir das größte Wohnungsbauprogramm seit 20 Jahren aufgelegt. Dabei verdichten wir nicht nur, sondern entwickeln auch völlig neue Quartiere mit hoher Lebensqualität. Ähnlich wie Stockholm sind wir dabei, ehemalige Hafengebiete in attraktive Wohn- und Arbeitsorte umzuwandeln. Gleichzeitig entstehen dort, wo wir bauen, ein Drittel geförderte Wohnungen, denn auch Bürgerinnen und Bürger mit einem geringeren Einkommen sollen in Hamburg eine gute Lebensperspektive finden.

Wir haben also eine sehr genaue Vorstellung davon, wie wir die Stadt als Ganzes entwickeln wollen. Und daraus ergeben sich bestimmte Konsequenzen für unsere Mobilitätsangebote: Diese müssen flexibel, auch in Hauptverkehrszeiten belastbar und natürlich ressourcenschonend sein. Sie alle kennen die Stichworte: E-Mobilität, Radwege und Leihräder, Öffentlicher Nahverkehr, Vernetzung und smarte Systeme.

Viele Ideen unserer Strategie Intelligente Transportsysteme, kurz ITS, testen wir bereits im Hamburger Hafen, also dort, wo die Verzahnung von Verkehrs- und Warenströmen im Vordergrund steht. So erfahren die LKW-Fahrer zum Beispiel auf dem Weg zum Hafen über eine spezielle App, welche Route sie am besten zum Terminal nehmen, ohne an einer geöffneten Brücke anhalten oder lange auf ihre Container warten zu müssen.

Im Hafen testen wir auch eine intelligente Straßenbeleuchtung, die heller wird, wenn Fußgänger oder Radfahrer sich nähern. Und wir erproben das „Platooning“: Durch die Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen erzeugen wir ausgedehnte Grünphasen, sobald eine LKW-Kolonne sich einer Ampel nähert.

Übertragen auf den Stadtverkehr könnten demnächst die 1.700 Hamburger Ampeln Restgrün- und Restrotzeiten in die Fahrzeuge übermitteln, damit die Autofahrer ihr Fahrverhalten anpassen und sich häufiger über eine „Grüne Welle“ freuen können. Entsprechende Projekte laufen bereits.

Um Emissionen zu verringen und den Verkehrsfluss zu erhöhen, wollen wir das „Smart-Parking“ einführen. Dabei werden alle Parkplätze über Sensoren erfasst und die Autofahrer informiert, ob ein Platz frei oder belegt ist. Man kann sogar einen Parkplatz reservieren. In einem Pilotprojekt werden wir ein Jahr lang verschiedene technische Lösungen auf ihre Praxistauglichkeit prüfen.

Gleichzeitig bauen wir neue U- und S-Bahnlinien und modernisieren alte. Wie in Stockholm werden bei uns bald fahrerlose U-Bahnen unterwegs sein, die in kurzen Abständen mehr Fahrgäste befördern können. Niemand wird sich noch vor Fahrtantritt eine Fahrkarte kaufen müssen, denn das Smartphone erkennt automatisch, wo jemand ein- und wiederaussteigt. Es errechnet den günstigsten Fahrpreis und bucht ihn ab.

Vor allem aber verknüpfen wir Bus und Bahn mit Carsharing- und Mietwagensystemen, Leihfahrrädern und Taxis. Kombiniert mit emissions- und geräuscharmen Antriebssystemen wollen wir unsere Stadt leiser und ihre Luft so sauber machen, dass wir die EU-Grenzwerte für Stickoxid bald einhalten können. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir seit einigen Jahren erfolgreich umweltschonende Hybrid-Busse der Marke Volvo ein. Ab 2020 wollen wir in Hamburg für den lokalen Einsatz nur noch emissionsfreie Busse anschaffen.

Wir modernisieren aber auch unseren Fernverkehr per Bahn und auch per Auto. In diesen Monaten bauen wir zum Beispiel die Autobahn A7 aus. Und weil die A7 mitten durch die Stadt führt, lassen wir Teile unter einem Deckel verschwinden, auf dem wir Grünflächen anlegen. Unten Autobahn, oben Park – so verlegen wir den Lärm von täglich 152.000 Fahrzeugen unter die Erde.

Meine Damen und Herren,

nachhaltige Mobilität hat viele Facetten, und diese wollen wir nutzen. Hamburg will Modellstadt für umweltfreundliche und intelligente Verkehrskonzepte werden. Deshalb bewerben wir uns mit Unterstützung der Bundesregierung für den ITS-Weltkongress im Jahr 2021. Aber schon jetzt gehen wir Schritt für Schritt weiter auf dem Weg hin zu einer intelligenten und nachhaltigen Mobilität. Auch in Zukunft gerne gemeinsam mit Schweden.

Vielen Dank.

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