Senatskanzlei

9. Oktober 2016 "10 Jahre Kultur bewegt" Würdigung der Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel

Rede des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

"10 Jahre Kultur bewegt" Würdigung der Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel

Sehr geehrte Frau Ebel,
Sehr geehrter Herr Ebel,
Frau Vértes-Schütter,
sehr geehrte Gäste,
liebe Kinder!

kann Musik das Leben verändern? Macht Tanzen das Leben schöner? Ist Theater wichtig? Die Projekte von „Kultur bewegt“ liefern dazu ein klares „Ja!“. Im Jahr 2006 entschlossen sich Hermann und Milena Ebel der Kultur in Hamburg einen neuen Impuls zu geben – einen jugendlichen Impuls. Zehn Jahre trägt nun die Stiftung Maritim gemeinsam mit der Kulturbehörde die Ausschreibung zu kultureller Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Rund 10.000 junge Menschen waren schon bei diesen Projekten dabei. Ob Theater, Literatur oder Musik, ob Film, Zirkus oder Tanz. „Kultur bewegt“ und das heißt, es ist für jede und jeden etwas dabei! Aus allen Kultursparten finden sich Mitmach-Angebote.

Diese spezielle Form der Kulturförderung richtet sich besonders an die Stadteile, die einen Entwicklungsbedarf haben. „Kultur bewegt“ geht dahin, wo es noch nicht so viele Klaviere gibt, damit dann bald genau da die Musik spielt. Das ist sehr gut gelungen. Inzwischen ist das Programm „Kultur bewegt“ in vielen Quartieren unserer Stadt zuhause. Das Mandolinenorchester Sol probt in St. Georg. In St. Pauli gibt’s im Stadtteilzentrum Kölibri ein Lesecafé. Die HipHop Academy hat ihre Heimat in Billstedt, bietet aber auch Kurse in Jenfeld, Osdorf, Rothenburgsort, Steilshoop oder Winterhude. Kurz – die Projekte kommen zu den Kindern und Jugendlichen vor die Haustür.

Ästhetische Bildung stärkt die Potentiale junger Menschen – und diese jungen Menschen stärken ihren Stadtteil. Vielleicht wird dabei die nächste Sängerin gefunden, die internationalen Ruhm erlangt. Oder ein guter Pianist motiviert, noch viel besser zu werden. Dennoch, „Kultur bewegt“ ist nicht „Hamburg sucht den Superstar“. Es geht darum, dass immer mehr Kinder den Zugang zu Musik und kultureller Bildung finden. Kultur ist etwas, das bewegt – das ist manchmal ganz wörtlich gemeint. Denn diese Bewegung bringt Schwung in den Geist und hilft in vielen Phasen des Alltags. Kulturelle Bildung ist ein Stück Lebenskunst.

Und um Künstler geht es an vielen Stellen: Ganz wichtig ist nämlich auch die Begegnung mit denen, die schon erfolgreich sind. Wer mit Künstlerinnen und Künstlern direkt sprechen kann, wer mit einem Profi gemeinsam singt, musiziert oder Theater spielt, ist noch einmal mehr motiviert, sich beim nächsten Mal selber noch etwas mehr anzustrengen.

Wer früh musikalisch geschult wird, hat in der Musik einen Freund fürs Leben. Tanzen ist eine schöne Form sich zu bewegen und eine sehr gute Form Anschluss zu finden. „Kultur bewegt“ verändert die Leben junger Menschen und öffnet ihnen neue Welten.

Mit der Stiftung Maritim zeigt die Familie Ebel seit 10 Jahren, wie wichtig ihnen die Kinder- und Jugendkultur in Hamburg ist. Sie fahren in die Stadtteile und begleiten die Projekte, machen Mut, wenn es schwierig wird und geben den Kindern sogar persönlich Tipps. Und wenn die jungen Nachwuchskünstler auf der Bühne stehen, sind Hermann und Milena Ebel oft im Publikum. Sie stiften andere an, sich auch zu engagieren. Wenn bei dem einen oder anderen Projekt ein weiterer Förderer fehlt, suchen die Ebels Verbündete. Und das in der Regel erfolgreich.

In diesem Jahr wurde die Ausschreibung für „Kultur bewegt“ um Projekte für geflüchtete Kinder und Jugendliche erweitert. Gefördert wird nun ein Musik- und Sprachförderprojekt des Hamburger Konservatoriums. Junge Leuten zwischen zwölf und sechzehn Jahren aus der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung machen hier zusammen Musik und lernen so ganz nebenbei Deutsch. Eine hervorragende Initiative für die Integration in unsere Stadt.

Liebe Familie Ebel, wir wissen, dass es für die maritime Wirtschaft schwere Zeiten sind. Schön, dass wir heute trotzdem feiern. Dass es weiter geht und es Gründe zum Feiern gibt, das haben wir auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung und vielen Unterstützern in der Kulturbehörde zu verdanken. Der Senat weiß, dass sich viele mit sehr großer Leidenschaft engagieren und die Arbeit auch ehrenamtlich tragen.

Das verdient Anerkennung. Hamburg ist lebenswert, weil es Projekte wie dieses gibt und engagierte Persönlichkeiten, Ideen mit Langzeitwirkung und Bürger, die sich für andere einsetzen.

Im Namen der Stadt Hamburg danke ich Ihnen für zehn Jahre Engagement. „Kultur bewegt“ und Sie bewegen Hamburg.

Vielen Dank!