8. November 2016 Senatsempfang im Rahmen der China-Time

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Senatsempfang im Rahmen der China-Time

Sehr geehrter Herr Generalkonsul,
sehr geehrte Frau Jin Xing,
sehr geehrte Frau Präsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren,

China steckt voller Überraschungen und erstaunlicher Verbindungen zu Europa. Gerade haben wir erfahren, dass möglicherweise schon vor 2.200 Jahren griechische Künstler im Reich der Mitte tätig waren. Selbst Historiker und Sinologen staunen und fragen: Wie wussten sie von diesem weit entfernten Land? Wurden sie eingeladen? Wie haben sie die weite Reise bewältigt?

Das Schöne an diesen Geschichten über China ist: Sie machen neugierig. Genau das wollen wir erreichen. Ich freue mich sehr, Sie zum Senatsempfang anlässlich der sechsten CHINA TIME 2016 begrüßen zu dürfen. Hamburg steht bis zum 25. November ganz im Bann der facettenreichen chinesischen Geschichte und Kultur.

Nach „Secret Signs“ und der zeitgenössischen chinesischen Kunst haben wir den Schwerpunkt diesmal auf die Musik gelegt. Schließlich steht die Musikstadt Hamburg mit der bevorstehenden Eröffnung der Elbphilharmonie ganz im Bann der Musik.

Freuen Sie sich mit mir also auf mehr als zwei Wochen „Secret Sounds“ und kommen Sie mit auf eine Reise zu den Highlights der kommenden Tage und Wochen. Die Reise beginnt in unserer Partnerstadt Shanghai am Ostchinesischen Meer, mit der uns eine 30-jährige Freundschaft verbindet, führt über Peking, über Xi’an und die Seidenstraße bis ins Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg.

Unser erster Stopp ist gleichzeitig der am weitesten entfernte: Shanghai. Begrüßen Sie mit mir die vielleicht bekannteste Bürgerin der Stadt: Jin Xing. Sie wird heute und morgen Abend mit ihrem weltberühmten in Xing  Dance Theatre auf Kampnagel auftreten. Jin Xing ist Tänzerin, Choreografin und Fernsehmoderatorin, und sie wird uns gleich in ihrer Keynote-Speech in einige Geheimnisse der Kultur und Gesellschaft im heutigen China einführen. Herzlich willkommen im Hamburger Rathaus, Jin Xing.

Shanghai, die Millionen-Metropole am Meer, ist eine Stadt der Musik. Musik erklingt schon im Morgengrauen beim Frühsport und Tanz in den Parks, vor allem aber im Shanghai Conservatory. Die älteste Musikhochschule Chinas verbindet auf einzigartige Art und Weise die mehr als 2.000 Jahre alte chinesische Musiktradition mit der Moderne und bildet Musiker von Weltrang aus. Das Shanghai Conservatory, das eng mit der Hamburger Hochschule für Musik und Theater zusammenarbeitet, ist mit zahlreichen Künstlern und Konzerten während der CHINA TIME bei uns zu Gast.

Legendär wie die Ausbildung der Musiker ist die Sammlung historischer Instrumente des Shanghai Conservatory. Einige Instrumente sind fast 3.000 Jahre alt. Eine exklusive Auswahl wird während der CHINA TIME in Hamburg nicht nur gezeigt, sie werden sogar zu hören sein. 

Von Shanghai bis Peking ist es nicht weit, zumindest in chinesischen Dimensionen. Gerade mal gut tausend Kilometer sind es bis zum nächsten Stopp unserer CHINA TIME-Highlights. Es ist ein Sprung in die Geschichte. 2016 jährt sich ein Ereignis, das China entscheidend geprägt hat. Vor 50 Jahren begann die „Große Kulturrevolution“.

Das China jener Zeit ist im Westen weitgehend unbekannt. Wenn man jedoch das heutige China einschätzen und seine Dynamik begreifen will, muss man diese Zeit verstehen. Deshalb widmet sich CHINA TIME, unterstützt von der Universität Hamburg, diesem Thema in einigen Ausstellungen.

Einen ganz eigenen Blick auf die Kulturrevolution werfen die Fotos von Solange Brand. Stellen Sie sich eine Französin vor, 19 Jahre alt. Sie arbeitet als Sekretärin an der französischen Botschaft in Peking, es ist ihr erster Job. In Hongkong hat sie sich eine Kamera gekauft. Unbehelligt zieht sie durch Pekings Straßen und entdeckt den Alltag der Stadt durch die Linse ihrer Kamera. Damals sollten die Fotos nur ein persönliches Memento sein. Heute ermöglichen sie einen neuen unverstellten Blick auf die von Propaganda und Wirrnis geprägte Zeit.

Unser nächster Stopp führt uns nach Xi’an und zugleich an den Anfang der Seidenstraße. Kein Wunder also, wenn sich dort, zumindest zeitweilig, der Kaiserhof befand. Damals hieß die Stadt Chang’an. Dort lebte im 8. Jahrhundert Han Gan, der berühmteste Pferdemaler seiner Zeit. Es hieß, er male nicht nur den Körper, sondern den Geist eines Pferdes. Das inspirierte den Künstler zu seinem wunderbaren auf Seide gemalten Bilderbuch „Han Gan und das Wunderpferd“. Chen Jianghong kommt zur CHINA TIME nach Hamburg, und das Wunderpferd bringt er mit.

Früher dachte man bei dem Namen Seidenstraße an kostbare Güter wie Seide, Gewürze und Porzellan. Dann wurde die Seidenstraße zum Sehnsuchtsort für Weltenbummler und Touristen. Aber die Seidenstraße ist mehr als das, sie ist eine Wirtschaftsstrategie. Mit der Neuen Seidenstraße, oder auch „One Belt One Road“, plant die Volksrepublik China, Land- und Seeverbindungen auszubauen, um so neue Handelsstränge zwischen China und Europa zu schaffen.

Die Seidenstraße war nicht nur ein Handelsweg, sondern immer auch ein Transportweg für Ideen, Geschichten und Kulturen. Auch diesen Weg zeigt die CHINA Time. Die Etappe führt entlang der legendären Wüste Taklamakan und wird begleitet von einer Jahrtausende alten Musiktradition.

Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass heute Abend die beiden Künstler Feng Mantian und Arken Abdulla mit seiner Band bei uns sind. Sie werden uns in diese Musiktradition entführen – Herr Feng Mantian mit seiner viersaitigen chinesischen Laute, der Ruan, und Herr Arken Abdulla mit asiatischen-türkischen Klängen, die er in seine Popsongs einfließen lässt.

Sie sind Beispiele dafür, wie viele Einflüsse die Musik der Seidenstraße in sich aufgenommen hat, und sie sind ein Vorgeschmack auf die vielen Konzerte, die während der CHINA TIME stattfinden werden.

Wir verlassen China und kommen tausende Kilometer weiter nach Westen endlich vor den Toren Hamburgs an, in Friedrichsruh. Dort war vor 120 Jahren der chinesische Vizekönig Li Hongzhang bei Otto von Bismarck zu Gast. Es heißt, die beiden fast gleichaltrigen alten Herren hätten ein kleines Kolleg der Staatskunst abgehalten. Die Otto-von-Bismarck-Stiftung erinnert an diesen Besuch mit einer Sonderausstellung.

Von dort ist es nur noch ein kleiner Sprung auf der 8.500 Kilometer langen Reise bis hierher ins Rathaus und zu „Impressionen aus Shanghai“. Die gleichnamige Ausstellung zeigt eine zeitgenössische Umsetzung der traditionellen chinesischen Technik der Tuschemalerei. Zahlreiche renommierte Shanghaier Künstler portraitieren ihre Stadt auf ganz eigene Weise und setzen damit neue Akzente in einer althergebrachten Kunstform. Diese Ausstellung ist ein Beitrag zum 30jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Hamburg-Shanghai.

Die nächsten Wochen steht Hamburg ganz im Zauber chinesischer Kultur. Mit Konzerten und Kunstausstellungen, Musik und Tanz Lesungen, Filmen, Vorträgen und Diskussionen über aktuelle Phänomene und rechtliche Neuerungen wollen wir neugierig machen auf dieses komplexe Land. 

Wer China begreifen möchte, sollte in das Land reisen. Es ist voller Überraschungen und Weisheiten, voller Erfahrungen und Wissen. Wer es nicht oder noch nicht auf diese Reise schafft, der kann zur CHINA TIME bereits einen kleinen Teil davon in unserer Hansestadt erleben oder sich mit einem Schnupperseminar schon Mal die notwendigen Umgangsformen für eine Reise dorthin aneignen.

Ich danke Ihnen.

Xièxiè 

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