10. November 2016 Namensergänzung Hamburg Airport

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Namensergänzung Hamburg Airport

Sehr geehrter Herr Eggenschwiler,
sehr geehrte Frau Schmidt,
sehr geehrte Frau Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

es erfüllt mich mit großer Freude, den Namenszug Helmut Schmidts an unserem Flughafen zu sehen.  Hamburg Airport Helmut Schmidt – da klingt nicht nur die Erinnerung an den Staatsmann und Weltbürger an, sondern auch die an einen sehr aufmerksamen Freund unserer Stadt. Und wie ein guter Freund wird sein Namenszug uns Reisende nun fortan verabschieden und begrüßen.

Das ist ein beruhigendes Gefühl, und es ist auch sehr passend, denn niemand steht für den sprichwörtlichen hamburgischen Geist – für Weltoffenheit, Tatkraft, Vernunft und Fairness – so wie Helmut Schmidt, der heute vor einem Jahr gestorben ist. In dieser Frage sind sich die Hamburgerinnen und Hamburger einig wie selten. 

Als Verkehrsdezernent unter dem Senator Karl Schiller hat Helmut Schmidt – Sie, lieber Herr Eggenschwiler, haben darauf hingewiesen – wichtige Grundlagen für unseren heutigen Erfolg als Luftfahrtstandort gelegt. Man muss bedenken: Anfang der 50er waren Flugzeuge eine sich rasant entwickelnde Zukunftstechnologie und Schmidt, damals erst um die dreißig, war ein junger, aufstrebender Amtsleiter – „außer dem Hafen und den Freudenhäusern gehörte alles andere mir“, erzählte er später einmal über diese Zeit, und wie so oft, war nicht ganz klar, wie viel davon ernst und was ironisch gemeint war.

Klar aber ist: Schmidts Angebot, die Technik für die Lufthansa auf einer früheren Pferderennbahn nahe des Flughafens anzusiedeln, war für die Zukunft der Stadt von großer Tragweite. Heute ist Hamburg nicht nur nach Seattle und Toulouse der drittgrößte Standort der zivilen Luftfahrt weltweit, sondern mit dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung auch ein Motor für Innovationen auf diesem Gebiet. Lufthansa Technik gehörte in diesem Frühjahr übrigens zu den ersten, die mit einer Forschungsabteilung am ZAL in Finkenwerder einzogen. Die dort entwickelte emissionsarme Technik und andere Innovationen werden auch unserem Flughafen, der mit seiner privilegierten Stadtlage vor besonderen Herausforderungen steht, zugutekommen.

Hamburg ist eine wachsende Stadt, die einen leistungsfähigen Flughafen braucht. Dieser muss nicht nur einen reibungslosen Ablauf garantieren, sondern auch unsere Gäste freundlich in Empfang nehmen – schließlich ist er so etwas wie die Visitenkarte der Stadt. Und diese Aufgabe wird  noch wichtiger werden. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Passagiere in Hamburg um ein Drittel gewachsen, auf jetzt 15 Millionen jährlich – Tendenz steigend. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Fluggäste weltweit bis zum Jahr 2034 etwa verdoppeln wird. Da kommen auf den Hamburg Airport Helmut Schmidt nach der Sanierung des Vorfeldes noch viele weitere Herausforderungen zu. 

Meine Damen und Herren,

das Fliegen war einmal ein Menschheitstraum, heute ist es der Inbegriff der Globalisierung. Die Menschen reisen um den halben Globus, um Urlaub oder Geschäfte zu machen oder auch, um ihre Angehörigen zu besuchen, die infolge von Migration über verschiedene Länder verstreut sind. Diese Entwicklung hat Helmut Schmidt schon in den 50ern vorausgesehen.

Aber im Laufe seines politischen Lebens ging der Blick natürlich weit über diesen Aspekt hinaus: Der Politiker Schmidt war ein Vordenker der Globalisierung. Wenige haben deren wirtschaftliche und politische Folgen so früh verstanden wie er. Und wenige haben aus dieser damals neuen globalen Sichtweise so schnell die richtigen Schlüsse gezogen.

Im kommenden Monat trifft sich in Hamburg der OSZE-Ministerrat, im Juli 2017 findet bei uns der G20-Gipfel statt. Ich freue mich sehr, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann am Hamburg Airport Helmut Schmidt ankommen werden. Der Schriftzug erinnert alle daran, dass es Helmut Schmidt war, der unsere heutige Sicherheitsarchitektur maßgeblich geprägt hat und der, zusammen mit Frankreichs Präsident Giscard d´Estaing, zum ersten Weltwirtschaftsgipfel einlud.  Der  Staatsmann Helmut Schmidt wusste, dass die Menschen einander persönlich begegnen müssen, damit sie Verständnis füreinander aufbringen können.  

Das sind, alles in allem, recht viele und recht  unterschiedliche Gründe, weshalb unser Flughafen jetzt Hamburg Airport Helmut Schmidt heißen muss. Und ich bin mir sicher: Ob es nun Politikerinnen und Politiker sind oder Urlauber, die  anreisen, oder ob die Hamburgerinnen und Hamburger selbst in die weite Welt abheben – sie alle werden den Namen Helmut Schmidts wohlwollend und voller Respekt mit Hamburg in Verbindung bringen.

Ich freue mich auf meine zukünftigen Starts und Landungen am Hamburg Airport Helmut Schmidt. Und ich wünsche dem Flughafen und allen seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Zukunft alles Gute.  

Vielen Dank.

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