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12. Januar 2017 Eröffnung des Kleinen Saals der Elbphilharmonie

Rede des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Eröffnung des Kleinen Saals der Elbphilharmonie

Sehr geehrter Herr Lieben-Seutter,
sehr geehrte Frau Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrte Mitglieder der Parlamente,
sehr geehrter Herr Ehrenbürger Otto,
sehr geehrter Herr Toyota,
sehr geehrte Herren Mergenthaler und Lyons,
meine Damen und Herren, liebe Freunde der Musik,

herzlich willkommen im Kleinen Saal der Elbphilharmonie.

Herzlich Willkommen zum Beginn einer Reise „into the unknown“, wie das Ensemble Resonanz seine gesamte Saison 2016/2017 betitelt hat.

Über Jahre hinweg war die Elbphilharmonie tatsächlich die große Unbekannte. Doch nach dem gestrigen ersten Eröffnungskonzert im Großen Saal und auf halbem Weg im Eröffnungskonzert des Kleinen Saals können wir sagen, dass sich diese große Unbekannte als großes eingelöstes Versprechen nicht nur auf bauliche, sondern auch auf akustische Exzellenz entpuppt.

Was für ein großartiges Gefühl!

Ich freue mich, dass das Ensemble Resonanz heute seinen neuen Residenzsaal hier im Haus feierlich einweiht und musikalisch für sich in Besitz nimmt. Die ersten Klänge zeigen, dass der Raum trotz der kurzen Probenzeit gar nicht mehr der „unknown space“ ist, von dem der Titel des heutigen Konzerts noch spricht.

Der Zauber des Anfangs ist zu spüren, die aufregende Freude über das Neue – zugleich aber auch die Souveränität des Vertrauten. Wir dürfen auf Großes hoffen, hier im Kleinen Saal.

Das liegt auch daran, dass das Ensemble Resonanz das ästhetische und künstlerische Programm der Elbphilharmonie schon immer kongenial verkörpert hat.

Die Elbphilharmonie kombinierte das Raue des Hafens mit der Ästhetik der Kunst sinnbildlich im Bau. Sie liefert exzellente Räume der Musik, sie soll ein Haus für alle sein und sie wird sich zum Wahrzeichen unserer Stadt entwickeln.

Dabei spielen das Raue und das Schöne unserer Stadt gleichermaßen eine wichtige Rolle. Die Programme des Ensembles Resonanz im Resonanzraum im Bunker Feldstraße und hier im Kleinen Saal oszillieren gleichermaßen zwischen diesen beiden Polen.

Klassische Musik ist hier nicht ein bloß konservatorisches Projekt, sondern ein Entdeckungs- und Erfahrungszusammenhang. In den Konzerten werden alte mit neuen, bekannte mit unbekannten Werken kombiniert und zur Etablierung neuer urbaner Räume genutzt.

Das Ensemble Resonanz etabliert die Klassik als selbstverständlichen Bestandteil der Moderne.

Das zeigt auch das heutige Programm:

Wir haben den Saal betreten zu einem Werk von Georg Friedrich Haas, der mikrotonale Musik komponiert und damit in ganz neue Bereiche von Harmonie und Ausdruck vorstößt.

Später folgen noch

  • Alban Berg, eine der prägenden Figuren der musikalischen Moderne und des musikalischen Expressionismus, dessen Lieder heute in einer ganz neuen Bearbeitung für Streichorchester erklingen werden und
  • Béla Bartók, ein Volksmusikforscher, der aus dem Material der Vergangenheit wie zum Beispiel authentischen Bauernliedern eine kraftvolle Musik der Zukunft geschmiedet hat.

Das Ensemble Resonanz, dieses moderne und junge Ensemble von Solistinnen und Solisten ist schon heute als ein freies Ensemble aus dem Musikleben unserer Stadt nicht mehr wegzudenken.

Ich freue mich, dass es den Kleinen Saal als Ensemble in Residence mit Leben füllen wird. Um ihm das zu ermöglichen, haben wir die staatliche Unterstützung der Arbeit deutlich aufgestockt. Aber, dieser Appell an Sie alle sei mir gestattet, das reicht nicht: Das Ensemble kann dann Großes leisten, wenn es auch weiter die private Unterstützung erfährt, die in Hamburg so reichhaltig vorhanden ist.

Das Ensemble Resonanz ist eine große Bereicherung für unsere Stadt und erst recht für dieses Haus: Als kreativer Unruhepol, als Anstifter, als Reisebegleiter ins Unbekannte, als Gefährte in unwegsamem Gelände und immer wieder als Quelle musikalischer Inspiration.

Es sind solche Impulse, die durch die Elbphilharmonie viel stärkere Resonanz erfahren werden und den Klang Hamburgs in die Welt tragen.

Viel Vergnügen!

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