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3. April 2017 Landesempfang Nationale Maritime Konferenz

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Landesempfang Nationale Maritime Konferenz

Sehr geehrter Herr Minister,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen in Hamburg zum Landesempfang aus Anlass der 10. Nationalen Maritimen Konferenz.

Sie sind uns alle willkommen. In Hamburg ist das Tor zur Welt von jeher weit geöffnet. Und in einer Hafenstadt rückt die Welt näher zusammen, denn so ein Hafen ist nicht nur Umschlagplatz für Waren, er ist auch immer Treffpunkt und Marktplatz für Ideen.

Das Meer hat die Wirtschaft hier bei uns an der Küste über Jahrhunderte geprägt. Immer wieder haben wir uns auf die neuesten Entwicklungen eingestellt und die damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich bewältigt. In der öffentlichen Diskussion stehen dabei stets die Häfen im Vordergrund, verbunden mit innovativer Logistik. Auch die Schifffahrt spielt eine große Rolle. Die maritime Wirtschaft hat aber noch viel mehr zu bieten. Unsere Schiffbau-Industrie hat sich im weltweiten Wettbewerb bewährt. Mit Meerestechnologie und Offshore-Windenergie kommen neue Felder hinzu.

Gemeinsam arbeiten wir daran, unsere Wettbewerbsposition zu halten und auszubauen. Nennen möchte ich hier insbesondere das Maritime Cluster Norddeutschland, sowie hier in Hamburg das Logistik-Cluster und das Cluster Erneuerbare-Energien, die alle maßgeblich zur Innovationsfähigkeit und zum wirtschaftlichen Erfolg der Branche beitragen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die 10. Nationale Maritime Konferenz, die morgen in der Handelskammer Hamburg beginnt, hat sich zwei Themenschwerpunkte gesetzt: Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Die Konferenz erlebt eine kleine Innovation. Erstmals findet in ihrem Rahmen eine Leistungsschau statt: Über 20 sehr interessante Angebote vermitteln einen Einblick in die Zukunft der maritimen Wirtschaft. Dazu gehören das Training im Schiffführungs-Simulator des Marine Training Centers, Projekte zu Datentransfer und Cyber-Sicherheit aber auch die Steuerung eines Offshore-Windparks.

An diesen Beispielen sehen Sie auch: Digitalisierung ist kein neues Phänomen. Sie prägt unsere Wirtschaft schon sehr lange.

Was möglich ist, sehen wir seit 15 Jahren beim Container Terminal Altenwerder. Was wir dort gelernt haben, hat viele inspiriert und ist heute auch an anderen Terminals zu finden.

Klar ist auch, dass der gesamte Prozess des Transportes vom Schiffszulauf bis zur Auslieferung beim Kunden in Hamburg durch zahlreiche Software- und IT-Dienstleistungen privater Anbieter unterstützt wird.

Wir zeigen im Hamburger Hafen jedem gerne, welche Vorteile die intelligente Nutzung von Daten hat. Das Hamburg Vessel Coordination Center, ein Joint Venture von zwei konkurrierenden Containerterminal-Betreibern koordiniert alle Großschiffs-, Feeder- und Binnenschiffsverkehre im Hafen. Oder nehmen Sie dieses Beispiel: DAKOSY, einer der führenden Softwaredienstleister in der Logistik, ist seit Jahrzehnten Vorreiter der Digitalisierung des Hafens. Nicht umsonst hat sogar der Flughafen Frankfurt DAKOSY-Know-how übernommen.

Die Potentiale der Digitalisierung zu nutzen, heißt immer wieder neue Innovationen zu entwickeln und zu erproben. Wir sind außerordentlich glücklich darüber, dass hier in Hamburg nun das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML), eine hervorragende Einrichtung, praxisorientierte Forschung entlang der maritimen Supply Chain vorantreibt.

Mit smartPort hat die Hamburg Port Authority ein Projekt initiiert, das zeigt, wie die Leistungsfähigkeit des Hafens weiter profitieren könnte.

Im smartPort werden mit smarter Logistik Straße, Bahn und Schifffahrt vernetzt, Staus umfahren, Parkplätze angezeigt und Ampeln auf grün geschaltet.

Neben der Digitalisierung sind die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung prägend für unsere Zeit. Dies gilt lokal im Hinblick auf die Reduzierung der Emission von Luftschadstoffen. Global steht die Verbesserung der Klimabilanz im Fokus. Die maritime Wirtschaft leistet auch hier ihren Beitrag.

Mit smartPORT energy steigern wir in Hamburg die Energieeffizienz, senken Emissionen und  fördern erneuerbare Energien. So haben wir beispielsweise für eine umweltfreundliche Stromversorgung der Kreuzfahrtschiffe in Altona eine Landstromanlage, in der HafenCity eine Powerbarge und wir bieten am Terminal Steinwerder die Versorgung mit LNG während der Liegezeit an. Hamburg will in dieser Hinsicht zu den Vorreitern gehören. Für Reeder ist es allerdings schwierig, wenn nur ein Hafen solche Angebote macht. Wir hoffen daher, dass andere Häfen bald nachziehen. Ebenso wird es notwendig sein, die wirtschaftliche Basis für derartige Angebote zu schaffen. Hier ist die Bundesregierung gefordert, sich für tragfähige Rahmenbedingungen einzusetzen.

Zukunftsorientierte Unternehmen benötigen erfahrene Seeleute und kreative Köpfe. Das gilt für Reedereien, Zulieferbetriebe, den Schiffbau, die Häfen, die Meerestechnologie und die Offshore-Industrie. Maritime Fachkräfte mit exzellenten Fähigkeiten machen Unternehmen und damit Standorte konkurrenzfähig. Deshalb beginnt die Zukunft der maritimen Wirtschaft in Deutschland mit der guten Ausbildung.

Wir müssen die Bedingungen der Ausbildung stets auch im globalen Kontext betrachten. Die Mehrkosten der deutschen Flagge sind für die Reedereien eine Herausforderung. Um der Gefahr von Ausflaggungen mit entsprechenden negativen Effekten auf Beschäftigung und Ausbildung zu begegnen, ist auf Initiative Hamburgs vom Gesetzgeber die befristete Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts auf 100 Prozent beschlossen worden. Ein guter Erfolg für die deutsche Seeschifffahrt.

Das Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt ist von herausgehobener Bedeutung. In der gesamten maritimen Wirtschaft ist die gute Ausbildung die Grundlage für den Erfolg.

Es ist wichtig, gerade die Duale Ausbildung zu stärken. Hamburg ist das ganz wichtig, Sie haben die neuen Bilder vielleicht schon am Eingang gesehen: Mit den drei Plakatmotiven „Karrieren rund ums Meer“ wirbt die Stadt für die Fachkräfte der Zukunft. Wir sprechen junge Frauen und Männer an und werben für die maritime Karriere, die ihnen die Welt erschließen kann. Und wir wenden uns auch an die Unternehmen, sich weiterhin und auch noch mehr in der Berufsausbildung zu engagieren.

Welche Bandbreite, die maritime Branche hat, spiegelt sich übrigens auch gleich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des nachfolgenden Talks wider.

Die maritime Wirtschaft ist ein Schwerpunkt der Küstenländer. Gleichwohl: Ein Großteil der Wertschöpfung der maritimen Zulieferindustrie wird in den süddeutschen Bundesländern erwirtschaftet. Zusammen schaffen wir den Exportweltmeister Deutschland.

Und auch das gilt: Die „hidden champions“, kleine und mittelständische Unternehmen aus Deutschland, können den Weltmarkt nur erobern, wenn ihr Warenaustausch über See perfekt gelingt.

Die Infrastruktur der Logistikketten muss von der Haustür des Mittelständlers in Leipzig oder Ingolstadt bis zur Küste reibungslos funktionieren. Deshalb ist die Entwicklung der maritimen Wirtschaft ein elementares Anliegen der gesamten Bundesrepublik.

Die norddeutschen Küstenländer haben sich in den vergangenen Jahren erfolgreich dafür eingesetzt, wichtige Verkehrsprojekte zur Verbesserung der Hinterlandanbindungen in den Fokus der Bundespolitik zu rücken. Großes bundesweites Interesse hat deshalb auch die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig zur Fahrrinnenanpassung gefunden.

Es ist ein klares Urteil, das unsere Position in vielen und den entscheidenden Punkten bestätigt hat.  Die Notwendigkeit der Fahrrinnenanpassung – die ja an einigen Stellen eine Vertiefung und an anderen Stellen eine Verbreiterung ist – steht nun außer Frage. Das Gericht hat klargestellt: Die Fahrrinnenanpassung liegt im öffentlichen Interesse, das Verfahren wurde korrekt durchgeführt. Es ist unwiderruflich: die Fahrrinnenanpassung kommt. Ganz Deutschland wird davon profitieren. 

Meine Damen und Herren,

die Nationale Maritime Konferenz findet diesmal zum zehnten Mal statt. Das ist ein sehr schönes Jubiläum und ich freue mich, dass wir dies in Hamburg feiern.

Mit Spitzentechnologie und einer starken maritime Wirtschaft ist Deutschland bereit für die Zukunft.

Heute Abend haben Sie Gelegenheit, sich schon einmal auf die Themen der Konferenz einzustimmen. Mit dem Speed-Talk werden wir einen kurzen Einblick bekommen.

Ich wünsche Ihnen allen nun gute Gespräche, interessante Impulse für die anstehenden Aufgaben und eine sehr erfolgreiche Konferenz.

Vielen Dank.

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