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7. April 2017 15 Jahre Indivumed GmbH

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

15 Jahre Indivumed GmbH

Sehr geehrter Herr Professor Juhl,
sehr geehrter Herr Professor Zornig,
meine Damen und Herren,

es freut mich, beim Jubiläum eines noch jungen Unternehmens zu Gast zu sein, das sich schon einen so guten Namen gemacht hat.

Das Wort „Krebs“ ist, zumindest unter Nichtmedizinern, auch in unserer aufgeklärten Zeit angstbesetzt. Andererseits hat die Krebsforschung, haben auch die therapeutischen Möglichkeiten in den vergangenen 35 Jahren ermutigende Fortschritte gemacht. So lange ist es her, seit Frau Dr. Mildred Scheel schrieb: „Bei kaum einer Krankheit liegen Hoffnung und Verzweiflung, Angst und Zuversicht so eng beieinander wie gerade bei Krebs.“

Umso wichtiger, so fuhr sie damals fort, sei es, das Wissen um die Krankheit intensiv zu fördern, und zwar auf beiden Seiten: bei den Erkrankten, um sie in die Lage zu versetzen, in ihrer Behandlung aktiv und mit der bestmöglichen Zuversicht mitzumachen. Und natürlich in der diagnostischen und therapeutischen Forschung, die von der Deutschen Krebshilfe unermüdlich gefördert wurde.

Die in Hamburg gegründete und ansässige Indivumed (GmbH) – der Name sagt es – setzt auf indi(…)vidualisierte Krebstherapie und hat dies zu einem sehr frühen Zeitpunkt getan. Es ist auch für unsere Stadt gut, ein innovatives Unternehmen hier zu haben, das aktuelle Entwicklungen gemeinsam mit führenden Pharma- und Biotechunternehmen der Welt vorantreibt. Viel genannt wird als Kernkompetenz eine einzigartige weltweite (Krebs-) Proben- und Datenbank, mit deren Hilfe Indivumed die Medikamenten- und Diagnostikentwicklung der biopharmazeutischen Industrie unterstützt.

Sie, Herr Professor Juhl, Herr Professor Zornig, haben mit Professor Layer die Indivumed GmbH gegründet und Anfang April 2002 gestartet. Investoren waren Kaufleute aus der Metropolregion Hamburg. Aus den Anfängen hat sich vieles entwickelt, dazu gehört auch die Mitgründung der Firma Inostics, die hoch innovative Krebsdiagnostik betreibt und weiterhin in Hamburg präsent ist und wächst.

Aus, sozusagen, gesamtstädtischer Sicht passt es sehr gut in unsere Zielsetzung, dass – einerseits – mit der „IndivTest“ ein Diagnostiklabor in Hamburg besteht, das den Patienten die personalisierte Krebsmedizin verfügbar machen kann; und – andererseits - mit Kooperationen zu den USA, Polen und zuletzt Indien die Firma Indivumed auch auf der internationalen Ebene mitspielt.

Forschung lässt sich nicht in einem ökonomischen Vakuum betreiben, es müssen Mittel organisiert und bereitgestellt werden. Dabei wird das Beieinander von inhaltlichem, der Menschheit nützendem Fortschritt und wirtschaftlichen Interessen gerade in der Medizin von der Öffentlichkeit immer sehr genau beobachtet. Das kann uns nur recht sein. Hamburg fördert seit vielen Jahren mit aktiver Clusterpolitik Innovation, Wachstum und Beschäftigung in zukunftsfähigen Wirtschaftsbereichen. Und Basis dieser Politik kann nur eine transparente, vertrauensvolle strategische Zusammenarbeit der Partner sein.

Wir machen damit gute Erfahrungen und ich kann Indivumed heute als ein sehr gutes Beispiel nennen für das, was den Hamburger Biotech-Standort auszeichnen soll und was an diesem Standort erreicht werden soll. Dass Sie  Arbeitgeber für 100 Mitarbeiter am Standort Hamburg sind, gehört dazu. Indivumed ist in Hamburg eng vernetzt und nutzt das Länder übergreifende Cluster „Life Science Nord“.

Dass wir Hamburg zu einer Innovationshauptstadt für Europa bis zum Jahr 2020 entwickeln wollen, haben manche von Ihnen vielleicht schon zum Überdruss gehört, aber ohne ehrgeizige Ziele kommen weder die Forschung noch die Politik voran. Das genannte Cluster, 2004 gegründet, umfasst in Hamburg und Schleswig-Holstein inzwischen rund 500 Unternehmen mit 20.000 Fachkräften. Und ob man den Begriff „industrielle Gesundheitswirtschaft“ mag oder vielleicht einen schöneren findet – entscheidend ist im Labor und man kann sagen, dass die Kooperation in diesem Cluster „Life Science Nord“ der Medizintechnik, Biotechnologie und Pharmaindustrie im Norden schon einen Rückenwind verschafft hat.

Meine Damen und Herren,

„für jeden bleibt Hoffnung“. Auch das ist ein Zitat aus Mildred Scheels seinerzeitigem Krebshilfe-Ratgeber. In ihrem Buch wird klar, dass Hoffen, Forschen und An-die-Zukunft-Glauben zusammengehören.

Ich wünsche der Indivumed GmbH für die Zukunft alles Gute. Bleiben Sie Partner in unserem Hoffnungsnetzwerk. Vielen Dank. 

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