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26. April 2017 Senatsfrühstück mit Förderern der Hamburg Media School

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Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Senatsfrühstück mit Förderern der Hamburg Media School

Meine Damen und Herren,

dass es in Hamburg viele verschiedene Angebote für gute Ausbildungen in Medienberufen gibt, ist eine großartige und wichtige Sache.

Mit der Hamburg Media School sind wir über die klassischen Studienangebote für Medienmacher weit hinausgegangen. Die Besonderheit der Hamburg Media School demonstriert schon die lange Liste der Gründer: Sechzig Medienunternehmen schlossen sich mit den Hamburger Hochschulen und der Stadt Hamburg zusammen, um qualitativ hochwertige Berufsausbildung auf den Weg zu bringen. Das ist sowohl in der Form als auch in der Breite der Inhalte, die damit zusammenkommen, bislang einmalig.

Hamburger Medien haben eine lange und starke Tradition der Produktion anspruchsvoller Inhalte. Das bleibt auch im digitalen Wandel so – wenn das mediale Know-how stimmt. Entscheidend bleibt, dass es eine große Menge von kreativen und medienaffinen Köpfen gibt. Die Gründer, die Macher und die Unterstützer der Hamburg Media School haben das verstanden.

Die Hamburg Media School ist Ausdruck einer übergreifenden Kooperation. Sie resultiert aus dem geteilten Bedürfnis nach einer optimal auf die Medienwirtschaft abgestimmten Bildung. Die Existenz der Hamburg Media School zeigt: Hier wird in die Zukunft der Medien, in die Innovationskraft des Medienstandortes und in die Qualität der medienbasierten Öffentlichkeit investiert.

Und diese Investitionen sind wichtig: Sowohl ganz konkret als auch im ideellen Sinne.

Mit dem „Letter of Intent“ haben wir 2014 die Hamburg Media School auf eine neue Grundlage gestellt. Gemeinsam haben wir eine beispielhafte Finanzierung durch öffentliche Mittel, private Förderung, Spenden und Studienbeiträge vereinbart. Für alle Beteiligten ist das ein finanzielles Commitment, das keineswegs selbstverständlich ist:

  • Das Commitment ist Ausdruck der Einsicht in die Notwendigkeit, dass Medien passgenaue Ausbildung und Weiterbildung benötigen.
  • Es ist eine unternehmerische Entscheidung, die auf der Erfahrung beruht, dass das, was Medien sind, sich ändert und deshalb mehr als eine Perspektive nötig ist, um exzellente Forschung und Bildung zu bieten.
  • Und es ist immer auch zu einem guten Teil etwas darüber hinaus – mag man es Idealismus nennen oder Überzeugung – das Plus, das eine echte Investition in die Zukunft auszeichnet: Dass wir eben nicht wissen, was kommt und einfach neugierig darauf sind, dabei sein zu können.

Eine so junge Institution ist natürlich noch am Werden und Wachsen. Aber so viel können wir schon sehen: Zu denen zu gehören, die die Hamburg Media School tragen, ist wirklich etwas Besonders.

Die Hamburg Media School hat ein inspirierendes intellektuelles und künstlerisches Umfeld geschaffen. Sie ist ein anerkannter wissenschaftlicher Partner für die Medienbranche. Es gibt eine hohe Zufriedenheit mit den geleisteten Projektarbeiten und den Fortbildungsprogrammen. Und es ist ein hoch geschätzter Dienstleister entstanden. Übrigens: Ein großartiges Projekt ist auch das gebührenfreie Fortbildungsprogramm für Geflüchtete im Bereich der Digitalen Medien, das viel Aufmerksamkeit erfahren hat.

Und auch die internationale Vernetzung ist vorbildlich: Die neue News Integrity Initiative aus New York soll die Verbreitungsmechanismen von Desinformationen und Fake News in sozialen Netzwerken erforschen und Ansätze zu deren Bekämpfung liefern. Aus Deutschland sind zwei Institutionen dabei, die beide ihren Sitz in Hamburg haben: das Hans-Bredow-Institut und eben die Hamburg Media School.

Zudem ist es gelungen, einen echten Gründergeist zu wecken. Wir sehen das zum Beispiel an dem rasanten und erfreulichen Aufstieg der Plattform für die Digital-Marketing-Branche: die Online Marketing Rockstars von Philipp Westermeyer. Dass auch viele andere Alumni herausragende Positionen in der Medienwirtschaft haben, ehrt die Schule und die Förderer.

Ich möchte deshalb hier in Anwesenheit so vieler namhafter Vertreterinnen und Vertreter deutscher Medienunternehmen ausdrücklich sagen: Sie können stolz sein: Ihrem Engagement und Ihrer Unterstützung für die Hamburg Media School verdankt Hamburg sehr viel. Es gibt keinen Zweifel: Die Hamburg Media School ist eine sehr überzeugende und sehr große Bereicherung des Medienstandorts.

Und sie ist noch mehr: Die Hamburg Media School hat ein enormes Entwicklungspotential. Wir sollten ihr Profil weiter ausbauen und ihr Alleinstellungsmerkmal nutzen.

Die Medienbranche steht unverändert großen Herausforderungen gegenüber. Berufsbilder verändern sich, werden mit anderen verknüpft oder völlig neu ausgerichtet. Es gibt ein großes Qualifikationsbedürfnis in der Medienlandschaft und unzählige Fragen. Danach, was es braucht, um Fachkräfte für die Medienbranchen auszubilden oder auch weiter zu bilden. Danach, was eine konsequente Öffnung zur Digitalisierung in der Ausbildung verlangt. Und wer könnte diese Fragen besser beantworten als die, die die Medien machen?

Wir können klar sehen: Die Hamburg Media School ist so erfolgreich, weil sich die Hamburger Medienwirtschaft in die Lehre eingebracht hat. Praxis in sehr unterschiedlichen Bereichen der Medienwirtschaft ist das herausragende Leistungsmerkmal. Wer hier lernt, braucht keine Simulation der Redaktionssitzung, der Newsroom ist echt. Die Ausbildung ist mehr als praxisnah, die Absolventen sind praxis-erprobt. Die Hamburg Media School bietet damit genau die Fachkräfte, die benötigt werden.

Zugleich bietet die Hamburg Media School die Chance, den rasanten Wechsel der Medien und ihrer Geschäftsmodelle wissenschaftlich zu begleiten. Diese anwendungs- und transferorientierte Forschungs- und Lehrperspektive ist in Bezug auf die Medien leider noch nicht so selbstverständlich wie in vielen anderen Bereichen.

Was hier an der Hamburg Media School entwickelt wird, sollte Vorbild sein für eine gemeinsame Verantwortung für die Transformation einer Schlüsselbranche unserer demokratischen Gesellschaft.

Die Teilung der Verantwortung zwischen Staat und privater Wirtschaft schafft eine hervorragende Verknüpfung von theoretischer und praktischer Bildung. Von hier kommen die Media-Worker der Zukunft.

Aber die Hamburg Media School zeigt nicht nur, was die Medienbranche benötigt – Sie zeigt auch, was sie kann. Die Gründer, die Unterstützer und die Aktiven der Hamburg Media School eint das Wollen, den Strukturwandel der Öffentlichkeit, und das heißt heute vor allem: den digitalen Wandel der die Öffentlichkeit strukturierenden Medien, aktiv zu begleiten.

Wer hier dabei ist, will es wissen: Was vor uns liegt, was wir machen können und was eine offene Gesellschaft von Medien erwarten kann.

Lassen Sie uns gemeinsam diese großen Potentiale weiter entwickeln.

Vielen Dank!

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