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24. Mai 2017 Taufe der Fregatte RHEINLAND-PFALZ

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Taufe der Fregatte RHEINLAND-PFALZ

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin,
sehr geehrter Herr Staatssekretär,
sehr geehrter Herr Dr. Wirtz,
sehr geehrter Herr Admiral,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Freiheit der Meere gehört zu den Grundsätzen eines Hanseaten. Dass die Freiheit verteidigt werden muss, hat die Geschichte Hamburgs gezeigt. 

Und deshalb verstehen wir sehr gut: Die deutsche Marine erfüllt eine große und wichtige Aufgabe. 

Im Rahmen der Bündnisverpflichtungen liegen die Schwerpunkte in der humanitären Hilfe, der Konfliktverhütung und der Krisenbewältigung. Die Soldatinnen und Soldaten leisten ihren Dienst im Rahmen von UN-Friedensdiensten, im Auftrag der Europäischen Union, der Nato und für die Sicherheit Deutschlands. 

Die Fregatten und ihre Mannschaften sind bekannt für den Einsatz gegen Piraterie am Horn von Afrika, bei der Rettung von Menschen in Seenot und immer wichtiger wird die Unterstützung im Kampf gegen Terrorismus. 

Häufig gehen solche Einsätze über Jahre. Das ist nicht nur für die Mannschaft eine enorme Herausforderung, es erfordert auch höchst belastbare und leistungsfähige Technologie. Die Fregatte der F 125 Klasse ist in der Lage zwei Jahre im Einsatzgebiet zu sein. Das entspricht 10.000 Seebetriebsstunden. Erst dann muss sie wieder den Heimathafen anlaufen. Die Besatzung kann deshalb vor Ort ausgetauscht werden, das geschieht im Rhythmus von vier Monaten.

Die Marine stellt allerhöchste technische Anforderungen. Deutschland verfügt über eine sehr leistungsfähige Marineschiffbauindustrie. Systemhäuser, Werften und viele mittelständische Unternehmer gehören dazu. Unsere Schiffbauer und Zulieferer haben die Expertise für ausrüstungsintensive Hightech-Schiffe. Die Tendenz geht zu Einzellösungen und höchst anspruchsvollen Kleinserien - so wie etwa die Fregatten vom Typ F 125.

Hamburg hat mit Blohm + Voss einen Schiffbauer, der höchste schiffbauliche Anforderungen erfüllt. Das haben die Werft und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Bau der Fregatte erneut unter Beweis gestellt. Innerhalb der Unternehmensgruppe  Lürssen wird die Werft auch in Zukunft einen Schwerpunkt im Defence-Bereich haben. Ich gratuliere (den Auftragnehmern, ThyssenKrupp Marine Systems und der Friedrich Lürssen-Werft) zur erfolgreichen Fertigstellung dieses beeindruckenden Schiffes.

Alle vier Fregatten der F 125 Klasse wurden in Hamburg gebaut:  die F 222 „Baden-Württemberg“, die F 223 „Nordrhein-Westfalen“, die F 224 „Sachsen-Anhalt“, und jetzt ist auch die F 225 startbereit, die MP Malu Dreyer gleich auf den Namen „Rheinland-Pfalz“ taufen wird.

Rheinland-Pfalz ist ein hervorragender Name für ein hervorragendes Schiff.

Die neue Rheinland-Pfalz nimmt die Tradition der gleichnamigen Fregatte des Typs F122 auf und Rheinland-Pfalz selber blickt gerade auf die 70jährige Geschichte des Bundeslandes zurück: Am 18. Mai wurde die demokratische Verfassung des Landes mit einer Volksabstimmung angenommen. Diesen Namen hier auf einem Schiff zu finden, das die Weltmeere befahren wird, das ist schon eine ganz besondere Verbindung von Binnenland und Waterkant.

Die Marine gehört zu Hamburg wie der Hafen. Wir haben die Marineanlage Reiherdamm und die Marineschifffahrtleitung in der Reichspräsident-Ebert-Kaserne. In Hamburg ist auch die Führungsakademie der Bundeswehr, auf der sich  militärische Spitzenkräfte auf ihre Aufgaben vorbereiten. Vor wenigen Tagen war Hamburg zudem Gastgeber der Konferenz des Chiefs of European Navies meeting (CHENS). Anlässlich dessen lag in Hamburg an der Überseebrücke die Fregatte „Nordrhein-Westfalen“ vor Anker.

Denn die neueste Schiffsklasse unserer Marine ist für die internationale Marine von großem Interesse. An Deck, auf der Brücke und in der Maschine  -  wo man auch hinschaut, findet man Spitzentechnologie. Eine Mannschaft, die das bedienen muss, auch unter Zeitdruck im höchsten Stress, braucht viel Kompetenz und Disziplin. Ich möchte deshalb den Besatzungen Alpha, Bravo, Charlie und Delta des 4. Fregattengeschwaders, die auf diesem Schiff und seinen Schwesterschiffen fahren werden, ausdrücklich sagen: Ich habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit.

Im Namen der Freien und Hansestadt Hamburg wünsche ich der Fregatte „Rheinland-Pfalz“ und ihren Besatzungen allzeit eine gute Fahrt (und stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel).

Mögen das Schiff und alle, die auf ihm fahren, immer unversehrt und glücklich heimkehren.

Vielen Dank! 

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