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25. Mai 2017 „Die Gabe der Kinder“ beim Theater der Welt

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

„Die Gabe der Kinder“ beim Theater der Welt

Sehr geehrter Herr Lux,
sehr geehrter Herr Siebold,
sehr geehrter Herr Dr. Görgen,
sehr geehrte Damen und Herren,

das Herz schlägt. Das Herz des Theaters der Welt, das Herz des Hamburger Hafens und das Herz des Publikums, das – falls es Ihnen ähnlich geht wie mir – voller Spannung auf den ersten Abend im neuen Kulturraum am Baakenhöft hin fiebert. Bis vor kurzem, so konnte man hören, überzog hier noch eine dunkle, sehr feine Staubschicht Boden und Wände – und das war kein Schmutz, das waren die Reste von Kakao, die sich über all die  Jahre angesammelt hatten. Keine Sorge, der Staub ist gewischt, der alte Kakaospeicher beim früheren Afrika-Terminal aber blieb innen wie außen weitgehend erhalten. Beim Theater der Welt werden wir auf den 9.000 Quadratmetern nun große internationale Gastspiele aus Samoa, Australien und Burkina Faso erleben – das wird den Raum verwandeln und zu einer aufregenden neuen Spielstätte in der Hafencity machen.

Was für ein Eröffnungstag! Heute Vormittag begann das Festival mit einer Rede von Achille Mbembe. Heute Abend ist auf Kampnagel die Bühneninszenierung von Tianzhuo Chen zu sehen. Auf der MS Stubnitz lief gerade eine Performance des Künstlerkollektivs Geheimagentur. Und jetzt noch – neben Aufführungen im Thalia Theater und anderswo – das Werk von Lemi Ponifasio.

Hamburg sagt danke – das Theater der Welt hat ein großartiges Festivalteam.  

Und, lieber Lemi Ponifasio, wir sind froh, dass das Team Sie und Ihre Kompagnie überzeugen konnte, in Hamburg zu inszenieren und den Kakaospeicher mit mehreren Hundert Tänzern, Sängern und Darstellern einzuweihen. Das ist auch für eine Stadt, die sich über herausragende  Theater und die neue Elbphilharmonie freuen darf,  ein außergewöhnliches Ereignis.

Aber an diesem Abend geht es nicht nur um uns. Mehr als zwanzig Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht vor Gewalt, Hunger und anderen unhaltbaren Lebensumständen. Manche von ihnen verschlägt es auch nach Hamburg, wo professionelle und freiwillige Helfer versuchen, ihnen Halt und, so gut es geht, wieder eine Art Zuhause zu geben. Der heutige Abend gehört  nicht nur dem Theater, er gehört den in Not ausharrenden oder vor der Not fliehenden Kindern der Welt.

Über das Stück selbst möchte ich nicht viel sagen. Mit Hingabe zuzuhören und hinzuschauen – das ist unsere Aufgabe für den Rest des Tages.

Ich danke allen Künstlerinnen und Künstlern, egal, ob sie den Pazifik überflogen haben oder aus Hamburg kommen.

Und ich wünsche Ihnen einen unvergesslichen Abend im Kakaospeicher!

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