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14. Juni 2017 3. Hamburger Bauerntag

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

3. Hamburger Bauerntag

Sehr geehrter Herr Lüdeke,
sehr geehrter Herr Schwarz,
sehr geehrter Herr Dr. Bargmann,
sehr geehrter Herr Kröger,
sehr geehrte Frau Bischöfin,
sehr geehrte Damen und Herren,

Hamburg braucht seine Bauern! Und Hamburg schätzt seine Bauern! Ich betone das, weil es in  wachsenden Metropolen keine Selbstverständlichkeit mehr ist, dass Landwirtschaft in nennenswertem Umfang betrieben wird. Und auch bei uns müssen die unterschiedlichen Interessen immer wieder abgewogen werden – Sie alle wissen, was für eine Herausforderung das ist. Aber dass Hamburg seine Landwirte braucht und die Landwirtschaft nicht nur Tradition ist, sondern Zukunft hat und ein wichtiger Wirtschaftszweig bleiben wird, daran gibt es trotz Flächenknappheit und wachsender Einwohnerzahl keinen Zweifel.

Das hat seine Gründe:

  • An den 620 Betrieben hängen etwa 3.200 Beschäftigungsmöglichkeiten – das ist mehr, als mancher vermutet.
  • Der Wunsch nach frischen, regionalen Produkten ist groß und damit auch die Identifizierung mit der Landwirtschaft in Hamburg. Weshalb viele Produkte gut den direkten Weg zum Kunden nehmen können. Der weiß gerne, mit wem er es zu tun hat, wenn er Lebensmittel oder Gartenpflanzen kauft.
  • Die Altländer Obstwiesen und andere bewirtschaftete Flächen sind auch beliebte Ausflugsziele und wichtig für die Naherholung.
  • Ob Sommerweidehaltung, die Beibehaltung einer fünfgliedrigen Fruchtfolge, der Anbau von Blühflächen oder die Bewirtschaftung des Dauergrünlandes – Hamburg hat eine reiche Natur, die durch die Landwirtschaft geschützt wird, was der Senat nicht nur begrüßt, sondern auch fördert.  
  • Hamburg ist das Zentrum einer Metropolregion von mehr als fünf Millionen Einwohnern. Unsere Landwirtschaft ist auch ein wichtiges Bindeglied zwischen der großen Stadt und den ländlichen Regionen in den angrenzenden Bundesländern.
  • Und noch etwas: Die Hamburger Landwirtschaft ist ein Motor für Innovation. Die Landwirtschaft von morgen, sie wird nicht selten in den Städten, wo es die entsprechenden Forschungsinstitute gibt, entwickelt – mit Unterstützung der Bauern und auf der Grundlage ihrer vielseitigen Erfahrungen.

Das Kompetenzzentrum Brennerhof ist das beste Beispiel dafür, wie Bildung, Beratung und Angewandte Wissenschaft einander in der Landwirtschaft bereichern können: Dass man die Landwirtschaftskammer, den Pflanzenschutzdienst der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation und die Praktiker aus dem Gartenbau seit 2013 an einem gemeinsamen Ort findet, das ist ein echter Sprung nach vorn.  

Wir freuen uns auch sehr, dass viele Maßnahmen des Agrarpolitischen Konzeptes, das der Senat 2014 beschlossen hat, bereits umgesetzt werden.  Die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Hamburg besteht in Dauergrünland, das mit großer Kompetenz und nach hohen Umweltstandards bewirtschaftet wird. Auch die Pflege von Heide- und Grünlandflächen liegt teilweise in den Händen der Landwirte.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt die ökologische Landwirtschaft. Der Schutz von Lebensräumen und die artgerechte Haltung von Tieren sind ein wichtiges Anliegen, das hier besonders viel Aufmerksamkeit erfährt. Deshalb unterstützt der Senat diese Produktionsweise. Für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft oder deren Beibehaltung wird in Hamburg der höchstmögliche Fördersatz vergütet – er liegt um ein Drittel höher als die Regelförderung im Bundesgebiet.

Hamburg ist auch eine Gartenbau-Stadt. Die Produktion von Bäumen und Pflanzen ist stark auf die speziellen Anforderungen des urbanen Raumes ausgerichtet und hat damit im ganzen Bundesgebiet Modellcharakter. In keinem anderen Bundesland wird die „Zukunftsstrategie Gartenbau“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft so konsequent umgesetzt wie in Hamburg. Das ist eine starke Leistung.

Meine Damen und Herren,

Die Hamburgerinnen und Hamburger legen großen Wert auf gesunde, in der Region erzeugte Lebensmittel. Dass der Bauernverband Hamburg den direkten Absatz fördert und neue Vermarktungsstrukturen erschließt, das ist ganz im Sinne der Kunden. Auch dass Hamburg im vergangenen Herbst dem Netzwerk der Bio-Städte beigetreten ist, kommt gut bei den Verbrauchern an. In Zukunft sollen auch in der Schulverpflegung und in öffentlichen Einrichtungen mehr Bio-Produkte auf den Teller.

Um die ökologische Landwirtschaft und den Absatz ökologischer Produkte noch besser zu fördern, hat der Hamburger Senat im Februar einen Öko-Aktionsplan verabschiedet. Bis zum Jahr 2020 wird  zum Beispiel der ökologische Obstanbau voraussichtlich etwa 20 Prozent ausmachen. Im Hamburger Teil des Alten Landes wurde deshalb eine Modellregion Bio-Obst entwickelt.  

Sie sehen, Hamburg kümmert sich darum, dass die Landwirtschaft zukunftsfähig bleibt. Äpfel, Gemüse und andere Produkte aus Hamburg haben eine hohe Qualität – die konventionell erzeugten genauso wie die ökologischen. Das wissen auch die Verbraucher. Die wollen, dass die Produkte frisch und ohne weite Umwege bei Ihnen ankommen.

Hamburg hat hervorragende Landwirte mit einem ausgeprägten Qualitätsbewusstsein und einer starken Innovationsbereitschaft. Dafür sage ich danke und auch für die gute Kooperation mit dem Bauernverband.

Ich wünsche Ihnen allen einen erfolgreichen und inspirierenden Bauerntag.

Vielen Dank.

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