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29. Juni 2017 Eröffnung CSSB

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Eröffnung CSSB

Sehr geehrter Herr Professor Wilmanns,
sehr geehrter Herr Professor Heinz,
sehr geehrte Frau Ministerin Heinen-Kljajic,
sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Gundei,
sehr geehrte Frau Brumme-Bothe,
sehr geehrte Damen und Herren,

willkommen in Hamburg – willkommen in der Wissenschaftsstadt Hamburg!

Wer sich ein Bild davon machen will, mit welcher Vehemenz die traditionsreiche Hafen- und Handelsmetropole sich auf den Weg in die Zukunft gemacht hat, wird kaum einen besseren Ort als diesen finden.

Wir freuen uns sehr, dass sich der Forschungscampus rund um das DESY zu einem so starken Gravitationsfeld für die internationale Wissenschaft in Hamburg entwickelt hat.

Wer sich auf dem Campus in Bahrenfeld umsieht, kann schnell ermessen, was damit gemeint ist, wenn wir sagen: Hamburg ist Wissenschaftsstadt. Wir haben Anfang des Monats den Grundstein für das neue Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie gelegt; nächsten Monat eröffnet hier das Zentrum für hybride Nanostrukturen; am 1. September folgt die langersehnte Inbetriebnahme des European XFEL und das wird noch lange nicht das Ende der Entwicklung auf dem Campus sein.

Und heute nun die Eröffnung des Center for Structural Systems Biology - oder sagen wir es schlicht auf Deutsch: des Zentrums für strukturelle Systembiologie. Mit diesem Zentrum gehen wir den eingeschlagenen Weg einer Bündelung der Kräfte in der Strukturforschung und den Lebenswissenschaften konsequent weiter.

Die Einweihung des CSSB ist ein Meilenstein in der interdisziplinären Erforschung von Infektionen und Resistenzen. Hier haben die Forscherinnen und Forscher Zugriff auf europaweit einmalige Licht- und Röntgenstrahlungsquellen und so die Möglichkeit, Strukturbiologie, Infektionsbiologie und Systembiologie miteinander zu verbinden. Damit entsteht in Hamburg ein neuartiger Forschungsschwerpunkt, der die komplexen Prozesse und Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern und ihren Wirten in den Fokus rückt.

Das CSSB steht für das, was gerade rund um das DESY geschieht. Hier geht es nicht mehr allein um Physik und Teilchenforschung klassischer Prägung, hier halten jetzt auch die Lebenswissenschaften mit Macht Einzug.

Meine Damen und Herren,

in der globalisierten Welt schaffen es auch gefährliche Bakterien und Viren an jeden Ort der Erde. Das ist eine große Bedrohung, denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit von nicht mehr eingrenzbaren Pandemien. Auch Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Salmonellen verbreiten sich stärker und resistente Erreger bedrohen die Wirksamkeit der existierenden Medikamente.

Die Bedrohung durch übertragbare Erkrankungen und Antimikrobakterielle Resistenzen ist deshalb auch ein wichtiges Thema beim G20-Gipfel in der nächsten Woche. Und während es dort zum Beispiel um die Stärkung der Gesundheitssysteme geht, werden auf dem Campus Bahrenfeld die Grundlagen erforscht, damit den Ärzten auch wirksame Medikamente zur Verfügung stehen. 

An dem neuen Center kooperieren drei Universitäten und sechs außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Norddeutschland. Das CSSB erweitert die norddeutsche Wissenschaftszusammenarbeit um ein weiteres hochkarätiges und innovatives Gemeinschaftsprojekt, das die Brücke von der Physik über die Chemie und Biologie zur Medizin schlägt. Dass dieses Konzept überzeugt, kann man schon daran sehen, dass es gelungen ist,   Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit höchster Reputation hierfür nach Hamburg zu locken. Was wiederum dazu geführt hat, dass die  Deutsche Forschungsgemeinschaft rund acht Millionen Euro für eine wohl europaweit einzigartige Plattform  von Kryo-Elektronenmikroskopen zur Verfügung  gestellt hat.  Das ist ein Riesenerfolg und gleichzeitig ein großer Vertrauensvorschuss für die Arbeit der hier tätigen Forscherinnen und Forscher. 

Meine Damen und Herren,

unsere gemeinsamen Anstrengungen seit 2011, Hamburg zu einer ersten Adresse für die Forschung zu machen, tragen Früchte. Und dass dieses so ist, ist maßgeblich auch dem Bund zu verdanken, der uns bei verschiedensten Projekten tatkräftig unterstützt hat. Dafür an dieser Stelle meinen herzlichen Dank. Wir haben mit dem Forschungscampus Bahrenfeld noch viel vor – von der Verstärkung der Präsenz der Universität Hamburg bis hin zur Infektionsforschung. Und wir wissen, dass wir uns auch in Zukunft auf den Bund als starken Partner verlassen können.

2017 ist für Hamburg ein Wissenschaftsjahr. Und dass es auch ein Kultur- und Musikjahr ist, das ist kein Widerspruch, sondern einfach nur ganz besonders schön.

Ich bedanke mich bei den Partnern und allen, die dazu beigetragen haben, dass wir heute das neue  CSSB auf dem Campus Bahrenfeld eröffnen können. Und ich wünsche den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Erfolg. Auf ihrer Arbeit ruhen große Hoffnungen.

Vielen Dank.

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