28. Juni 2018 10 Jahre Joachim Herz Stiftung

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Dr. Peter Tschentscher.

10 Jahre Joachim Herz Stiftung

Sehr geehrter Herr Dr. Lütgerath,
sehr geehrter Herr Dr. Olearius,
sehr geehrte Frau Herz,
sehr geehrte Mitarbeiter und Gäste der Joachim Herz Stiftung,
meine sehr geehrten Damen und Herren, 

herzlichen Dank für die Einladung zur Feier des 10-jährigen Jubiläums Ihrer Herz-Stiftung und der Möglichkeit, ein Grußwort zu halten. 

Hamburg ist die Stiftungshauptstadt Deutschlands. Mehr als 1.400 Stiftungen haben hier ihren Sitz und widmen sich unterschiedlichsten Aufgaben in unserem Gemeinwesen. 

Die Joachim Herz-Stiftung ist mit einem Kapital von 1,3 Mrd. Euro eine der größten Stiftungen unserer Stadt. Im vergangenen Jahr wurden rund 16 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke verwendet. 

Sie ist im Hinblick auf den Stiftungszweck aus meiner Sicht auch eine der bedeutendsten – und zwar aus folgendem Grund. 

Ich habe zwei Wochen nach meiner Wahl als Erster Bürgermeister eine Regierungserklärung gehalten und zuvor überlegt, was unter allen Aufgaben, die eine Stadt wie Hamburg zu bewältigen hat, was von den Projekten und Entwicklungen, die wir bearbeiten und noch vor uns haben, für unsere Zukunft am grundlegendsten ist. 

In der Regierungserklärung habe ich das dann ungefähr so formuliert: Um die Zukunftsthemen der großen Metropolen dieser Welt erfolgreich anzugehen, ist die wichtigste Ressource das Wissen um die Potenziale des technischen und sozialen Fortschritts. Wissen und Wissenschaft sind damit die entscheidende Dimension unserer künftigen Entwicklung. 

Sie ermöglichen uns den Vorsprung einer innovativen Wirtschaft, die klimaschonende und emissionsarme Technologien entwickelt, die uns das Leben in einer modernen Metropole im Einklang mit der Natur unter gesunden Bedingungen ermöglichen. 

Wenn man diese Ziele erreichen will, ist man genau bei den Förderzwecken der Joachim Herz-Stiftung, die mit ihren Projekten die ökonomische Bildung, die Wissenschaft, insbesondere die Naturwissenschaften, und die Persönlichkeitsbildung junger Menschen fördert. 

Denn das sind die Faktoren für wirtschaftlichen Erfolg, der in unserer jahrhundertelangen Geschichte immer die Grundlage für die Attraktivität unserer Stadt und den Wohlstand ihrer Bürgerinnen und Bürger war.

Der Stifter Joachim Herz hat mit diesen besonderen Stiftungszwecken die entscheidenden Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit und damit für die zukünftige positive Entwicklung unserer Stadt und unserer Stadtgesellschaft beschrieben: 

Ökonomische und unternehmerische Kompetenz, wissenschaftliche, insbesondere naturwissenschaftliche Exzellenz und eine junge Generation, kluge Köpfe, die sich diesen Themen zuwenden und sie mit Interesse, Engagement und Optimismus angehen.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass sich Joachim Herz schon vor 10 Jahren vorgenommen hat, unser Regierungsprogramm zu unterstützen, aber wenn ich unsere heutigen Überlegungen damit vergleiche, ist es genau das. 

Was bedeutet das für unsere Strategie als Senat, gute Rahmenbedingungen für eine starke, innovative Wirtschaft zu schaffen? 

Wir wissen, dass die großen Entdeckungen heutzutage nicht mehr auf den Meeren oder auf fremden Kontinenten gemacht werden, sondern in Laboren und Forschungseinrichtungen.  

Mit dem DESY und dem vor Kurzem eröffneten Röntgenlaser European XFEL verfügt Hamburg in Bahrenfeld über zwei Kathedralen der Wissenschaft von weltweiter Strahlkraft. Wir haben darüber hinaus ein Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung auf Finkenwerder, die Technische Universität in Harburg und die naturwissenschaftlichen Einrichtungen in Bergedorf. 

Aus diesen vier naturwissenschaftlich-technischen Zentren in Hamburg wollen wir starke Innovationszentren entwickeln, in denen wissenschaftliche Grundlagenforschung und innovative Unternehmen zueinander finden.

Dazu müssen wir die klügsten Köpfe ausbilden und aus aller Welt anziehen, und wir müssen die Forscher der wissenschaftlichen Institute mit den Forschern und Entwicklern innovativer Unternehmen, mit den Kreativen und Tüftlern von Startups zusammenbringen, damit sich Innovationsketten bilden, in denen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung und Entwicklung neuer Produkte übertragen und zur Marktreife entwickelt werden.

Unseren Hochschulen kommt bei der Entwicklung des Wissenschaftsstandortes eine entscheidende Rolle zu. Sie sind das Bindeglied zwischen hervorragender Lehre, exzellenter Forschung und Technologietransfer. 

Deshalb wollen wir die Exzellenz an der Universität fördern, die Technische Universität ausbauen, neue Studiengänge und Studienformen schaffen, den Sanierungsstau an den Hochschulen beheben und moderne Lehr- und Forschungsstätten bauen. 

Die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas hängt zu einem großen Teil an ihren Beiträgen zur Spitzenforschung. Es ist wichtig, dass wir uns in Hamburg zur Exzellenz bekennen und sie aktiv anstreben. 

Unsere Hochschulen sollen allen, die dazu befähigt sind – unabhängig von ihrem Elternhaus und ihrer Herkunft - eine hervorragende Hochschulbildung und bei entsprechender Eignung und Leistung auch den Zugang zur Spitzenforschung ermöglichen.   

Die Joachim Herz Stiftung ist bei der Entwicklung des Wissenschaftsstandortes ein wichtiger Partner. Sie hat das Exzellenzcluster zur Laserphysik maßgeblich gefördert und widmet sich der Systembiologie. Die Herz Stiftung unterstützt Graduierte bei ihren Vorhaben und fördert den Hamburger Preis für Theoretische Physik. 

Der von mir im März berufene Senat hat die Mittel für Wissenschaft und Forschung in seinem Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2019 und 2020 um rund 10 Prozent erhöht. 

Nicht pauschal alles 10 Prozent mehr, sondern gezielt für die Bereiche und Maßnahmen, die der Förderung von Exzellenz dienen, den MINT-Fächern, dem Technologietransfer und der Entwicklung von Innovationsketten. 

Ein großer Teil der zusätzlichen Mittel soll im Umfang von über 50 Millionen Euro pro Jahr dem Ausbau und der Stärkung der Universitätsmedizin am UKE dienen. Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist bereits ein in vielen Bereichen führendes Zentrum der wissenschaftlichen Medizin in Europa. 

Auch die Joachim Herz-Stiftung hat in den letzten Jahren begonnen, Vorhaben im Bereich der Medizin zu unterstützen, wie zum Beispiel das Projekt „Infectophysics“, in dem Wissenschaftler des UKE und des DESY zusammenarbeiten.  

Der Senat will die Entwicklung exzellenter Forschung, Lehre und Krankenversorgung im UKE aktiv fördern und damit den Gesundheitsstandort Hamburg stärken, denn alle Hamburgerinnen und Hamburger sollen eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau erhalten, wenn sie diese benötigen. 

Die Gesundheitswirtschaft und die Biotechnologie haben sich zu einem bedeutenden Sektor der Hamburger Wirtschaft entwickelt. 

Die Stadt wird in den kommenden Jahren über 100 Millionen Euro jährlich in unsere Krankenhauslandschaft investieren und zum Beispiel zusammen mit Asklepios ein neues AK Altona bauen. 

Meine Damen und Herren, 

um es zusammenfassen: Die Arbeit der Joachim Herz-Stiftung ist sehr im Sinne des Senats und im Interesse der Stadt Hamburg. Das gilt für den angesprochenen Bereich der Wissenschaft und Forschung, aber auch für die zahlreichen Bildungsprojekte Ihrer Stiftung, die unserer Politik für gute Bildung aller Kinder und Jugendlichen in den Kitas, in den Schulen und in der beruflichen Bildung entsprechen. 

Das alles gelingt nicht von allein, sondern nur durch den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihrer Joachim Herz-Stiftung und das Engagement vieler weiterer Menschen, die sie unterstützen. 

Ich danke Ihnen im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg sehr herzlich für Ihre Arbeit und Ihr Engagement, gratuliere Ihnen zum 10-jährigen Jubiläum und wünsche Ihnen für die Zukunft weiterhin alles Gute. 

Herzlichen Dank.

Regierungserklärung

Bundespolitik

Der Senat