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16. Februar 2018 Spatenstich U-Bahnhof Oldenfelde

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Spatenstich U-Bahnhof Oldenfelde

Sehr geehrter Herr Falk,
sehr geehrte Frau Staatsministerin,
sehr geehrte Mitglieder der Parlamente,
sehr geehrter Herr Bezirksamtsleiter,
sehr geehrte Damen und Herren,

in 20 Minuten bis zum Hauptbahnhof – da muss sich niemand mehr fragen, ob der Aufwand, sich auf den Weg zu machen, lohnt. Bei 20 Minuten Fahrzeit fällt es leicht, das einfach zu machen: sich mit Freunden in der Innenstadt verabreden, ein Theater oder die Elbphilharmonie besuchen, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz in einem anderen Stadtteil annehmen.

In 20 Minuten von Oldenfelde zum Hauptbahnhof – das  schafft man mit keinem anderen Verkehrsmittel, nicht einmal bei freier Strecke nachts mit dem Auto, vorausgesetzt, man hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. 

20 Minuten bis zum Hauptbahnhof: Das ist vergleichbar mit der Zeit, die man mit der U- oder S-Bahn von Niendorf Markt braucht, von Ohlsdorf, Othmarschen oder Bergedorf.

Alle diese Wohngegenden haben sich auch deshalb in der Vergangenheit gut entwickelt, weil sie hervorragend angeschlossen sind; weil sie grün und familienfreundlich sind und den Bewohnerinnen und Bewohnern trotzdem das ganze Angebot unserer Metropole offensteht.                          

Und das wollen wir für alle Hamburger Stadtteile: Niemand soll abseits leben, wenn er nicht will. Jeder soll die Chance haben, überall in Hamburg eine Arbeit anzunehmen; jeder soll die Gelegenheit bekommen, die Kultur- und Einkaufsmöglichkeiten, unsere Parks oder die Freizeitmöglichkeiten an Alster und Elbe zu nutzen.

Die Stadt ist für alle da. Und deshalb müssen alle überall hinkommen können.

Von der neuen U-Bahn-Haltestelle Oldenfelde werden 4.500 Hamburgerinnen und Hamburger ganz direkt profitieren: Das Umsteigen vom Bus kann entfallen, wodurch sich die Reisezeit zum Hauptbahnhof von derzeit 35 bis 41 Minuten teilweise halbiert.

Das ist eine enorme Zeitersparnis. Gerade junge Familien, die sich gut organisieren müssen, um den Alltag mit Kindern und Beruf zu regeln, werden dadurch entlastet. Wer zur Arbeit in die City fährt, hat jeden Tag mindestens eine halbe Stunde mehr Zeit für andere Dinge. Das ist für alle, die hier wohnen, eine spürbare Verbesserung.  

Meine Damen und Herren,

„Nahverkehrssysteme sind mittlerweile so etwas wie die Nervenbahnen großer Städte und bedürfen deshalb besonderer Beachtung“: So habe ich es 2011 bei meinem Antritt als Erster Bürgermeister formuliert. Damals habe ich versprochen, dass wir uns darum kümmern werden, „dass die Verkehrsinfrastruktur der Stadt ordentlich in Schuss“ kommt und Hamburg wieder in den Personennahverkehr investiert.

Dieses Versprechen halten wir: In den kommenden 15 bis 20 Jahren werden mehr als 150.000 Hamburgerinnen und Hamburger an das Schnellbahnnetz angeschlossen.

Es stimmt, dass es lange dauert, bis die weißen Flecken auf der Karte des öffentlichen Streckennetzes verschwunden sein werden. In Oldenfelde kann die neue U-Bahnstation voraussichtlich schon Ende 2019 in Betrieb genommen werden. Aber wenn man eine Strecke verlängert oder eine neue U-Bahn-Linie durch die Stadt baut, dann ist das ein Generationenprojekt. Da planen wir weit über den Tag oder eine Regierungszeit hinaus.

Wir wollen, dass alle Bürgerinnen und Bürger in der Lage sind, jeden Ort der Stadt in einer angemessenen Zeit und auf eine sichere und komfortable Weise zu erreichen. Das hat auch etwas mit Gerechtigkeit, mit Chancen und mit Zusammenhalt zu tun.

Steilshoop, Bramfeld, Lurup oder der Osdorfer Born werden im kommenden Jahrzehnt an das Schnellbahnnetz angeschlossen. Auch der international beachtete Forschungscampus rund um das DESY in Hamburg-Bahrenfeld soll in Zukunft mit öffentlichen Verkehrsmitteln einfacher zu erreichen sein. Es darf keine Hürden geben, wenn jemand in einem Stadtteil wohnen und in einem anderen arbeiten möchte und auch noch sein Kind rechtzeitig aus der Kita abholen muss.

Ein gutes Mobilitätsangebot eröffnet Teilhabe. Und es ist ein Argument für Unternehmen oder Fachkräfte, die überlegen, wo sie sich ansiedeln oder wo sie eine Stelle annehmen.

Deshalb baut Hamburg für die Hochbahn neue Haltestellen und Strecken:

  • Die neue Linie U5 soll einmal von Bramfeld über den Stadtpark und die City Nord bis zum Siemersplatz laufen. Lurup und der Osdorfer Born sollen über die U5 oder über eine S-Bahnlinie zum Bahnhof Diebsteich angeschlossen werden. Die U5 wird Hamburgs erste vollautomatisch gesteuerte Schnellbahn-Linie werden.
  • Die neue U-Bahnstation Elbbrücken kann man im Rohbau schon erkennen. Sie gehört zur U4, mit der wir die Quartiere Hafencity, Baakenhafen, Elbbrücken und Grasbrook erschließen. Die Haltestelle Elbbrücken wird auch den mehr als 200 Meter hohen Elbtower ins öffentliche Verkehrsnetz integrieren. Den Entwurf des Londoner Architekten David Chipperfield haben wir gerade vorgestellt: Der Elbtower, in dem einmal etwa 3.000 Menschen arbeiten können, wird der östlichen Hafencity einen würdigen Abschluss geben.
  • Für die Verlängerung der U4 zur Horner Geest soll dann 2019 Baubeginn sein.    

Wir wollen auch den mehr als 300.000 Pendlern den Alltag erleichtern. Dafür wird die Strecke nach Bad Oldesloe als S4 ausgebaut – die Unterlagen zur Planfeststellung sind für alle Abschnitte eingereicht. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 avisiert. Für die Elektrifizierung der AKN-Linie von Eidelstedt nach Kaltenkirchen – das wird einmal die S21 sein – läuft das Planfeststellungsverfahren bereits.      

Wir schaffen auch weitere Park+Ride- sowie Bike+Ride-Plätze an den Haltestellen und bauen die Stationen barrierefrei um. Auch das Bussystem wird weiter verbessert. Das gehört ja alles zusammen: Erst wenn sich die verschiedenen Verkehrsmittel auch problemlos kombinieren lassen, können neue Stationen und Strecken in vollem Umfang ihre Vorteile entfalten.

In den 2030er Jahren wird Hamburg voraussichtlich mehr als zwei Millionen Einwohner haben. Unsere Stadt wächst, weil sie sich gut entwickelt. Moderne Arbeitsplätze, eine hervorragende Auswahl an Schulen und Ausbildungsplätzen, ein reiches Kulturangebot, gute Hochschulen und ein sich schnell entwickelnder Wissenschaftsstandort ziehen Frauen und Männer aus ganz Deutschland und Europa an.

Doch mehr Einwohner erzeugen mehr Verkehr. Mehr Mobilität – aber mit weniger Emissionen und Ressourcenverbrauch, das ist unser Ziel. Deshalb wird Hamburg ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse anschaffen; deshalb investieren wir in Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge. Und deshalb bauen wir den öffentlichen Nahverkehr aus.

Meine Damen und Herren,

die U-Bahnstation Oldenfelde wird den Alltag der Bürgerrinnen und Bürger in Farmsen und Berne spürbar erleichtern. Und wenn man es genau bedenkt, dann ist es bis zur Inbetriebnahme, die für Ende 2019 geplant ist, gar nicht mehr so lange hin.

Ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam den Spatenstich für die neue U1-Haltestelle Oldenfelde feiern. 

Vielen Dank.

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