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20. Februar 2018 Chinesisches Neujahr

Grußwort des Ersten Bürgermeisters, Olaf Scholz.

Chinesisches Neujahr

Sehr geehrter Herr Generalkonsul,
sehr geehrter Herr Lin,
sehr geehrter Herr Präsident des Hamburgischen Verfassungsgerichts,
sehr geehrter Herr Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrte Frau Doyenne,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ein gutes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr! Das wünsche ich Ihnen und Ihren Familien von Herzen. Wir freuen uns in Hamburg sehr über die guten Beziehungen zur chinesischen Community und zu chinesischen Unternehmen. Auch immer mehr Touristen aus China begeistern sich für unsere schöne Stadt und ihre Kultur – sie alle sind uns herzlich willkommen. Und so feiern wir mit dem chinesischen Frühlingsfest heute auch die guten Beziehungen zwischen Hamburg und China: Nach den Reden möchten der Herr Generalkonsul und ich Sie herzlich zu einem Empfang einladen. 

2018 ist in China das Jahr des Hundes, dem man Treue und Loyalität nachsagt. Das sind Eigenschaften und Werte, die wir auch in Hamburg sehr schätzen. Und so ist es wenig verwunderlich, dass die freundschaftlichen und vielfältigen Verbindungen zwischen China und Hamburg historisch weit zurückreichen.

Einen besonders intensiven Austausch in nahezu allen Belangen des urbanen Lebens pflegen wir mit Shanghai, Hamburgs Partnerstadt seit 1986. Im vergangenen November haben wir die Grundlagen unserer Kooperationen in Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur erneut in einem Memorandum of Understanding fortgeschrieben. Die gemeinsamen Anliegen sind breit gefächert: Sie reichen von Vorhaben, mit denen unsere modernen Städte noch lebenswerter werden, über musikalische Meisterkurse und die Förderung Traditioneller Chinesischer Medizin bis hin zu Forschungskooperationen bei Gastechnik und erneuerbaren Energien. Auch 2018 wird wieder ein reger Austausch zwischen den Partnerstädten stattfinden: zwischen Schülern, Universitäten, Fachkräften, zwischen den  Rechnungshöfen sowie zwischen der Wasserschutzpolizei Hamburg und den zuständigen maritimen Behörden in Shanghai. 

Hamburg ist Chinas Tor nach Europa. Dass bei uns im Zwei-Jahres-Takt das wichtigste sino-europäische Wirtschaftstreffen stattfindet, hat sich schnell herumgesprochen und auch bei uns steht das Datum bei vielen Unternehmen als feste Größe im Terminkalender. Der „Hamburg Summit – China meets Europe“ in der Handelskammer findet 2018 bereits zum achten Mal statt. Und Sie wissen ja: Wenn in Hamburg einmal ein Brauch etabliert ist – ich denke an das festliche Matthiae-Mahl, das es in der Hansestadt seit 1356 gibt – kann er jahrhundertelang fortbestehen!

Wir haben gemeinsam noch viel vor. Da passt es gut, dass man in Hamburg beim diesjährigen Hamburg Summit etwas über den aktuellen Stand der chinesischen „Belt and Road“-Initiative erfahren kann. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Auch hier sind wir gespannt. Das moderne und weltoffene Hamburg geht in Europa bei der Entwicklung und Erprobung neuer Techniken voran – etwa in der Mobilität oder beim Ausbau des Smart Port Hamburg. Wir freuen uns sehr auf einen weiteren Austausch.

Hamburg ist nicht nur für seine Rolle im Welthandel bekannt, die Stadt ist ein großer europäischer Standort für Wissenschaft, Forschung und Innovation. Auch hier liegen die Verbindungen auf der Hand. China investiert stark in Quantentechnologie, die Entwicklung von Supercomputern und andere Zukunftsfelder. In der Robotik sowie in der Bild- und Sprachverarbeitung finden kognitive, lernende Systeme schon heute in vielen Bereichen Anwendung: Das geht, wie wir wissen, weit über die Optimierung von industriellen Prozessen hinaus. Hier entstehen Zukunftstechnologien, die unsere Städte leiser und sauberer machen und das Leben der Bürgerinnen und Bürger ganz klar verbessern werden, etwa durch die Möglichkeiten einer individualisierten Präzisionsmedizin.

Weitreichende technische Neuerungen können die Gesellschaften vor große Herausforderungen stellen. Die technischen Umbrüche berühren auch Fragen der Ethik, der Demokratie und des gesellschaftlichen Miteinanders. Ich freue mich, dass wir in Hamburg 2018 wieder die Gelegenheit haben werden, die Sichtweise Chinas auf die großen Fragen der Zeit kennenzulernen.

Die „CHINA TIME“ im September ist mit zahlreichen, über drei Wochen stattfindenden Veranstaltungen das größte China-Festival in Deutschland. Neben musikalischen Highlights wird es um kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen gehen. Da geht es unter anderem um das sogenannte Social Scoring und das  Social Credit System in China, das auch bei uns in den Diskussionen Beachtung findet.  

Meine Damen und Herren,

Sie sehen: An Gesprächsthemen wird es so schnell nicht mangeln. Aber jetzt dürfen wir uns erst einmal auf den musikalischen Beitrag einer großartigen Hamburger Künstlerin freuen: Die Geigerin Verena Chen wird für uns spielen.

Ich wünsche Ihnen einen anregenden Abend und ein gutes Jahr 2018!

Vielen Dank.

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