Senatskanzlei

9. April 2019 Logistik-Dinner

Grußwort des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

Logistik-Dinner

Sehr geehrter Herr Birken,
sehr geehrter Prof. Witten,
sehr geehrter Herr Reimann,
sehr geehrter Herr Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft,

sehr geehrter Herr Präsident des Hamburgischen Verfassungsgerichts,
sehr geehrte Frau Doyenne,
sehr geehrte Damen und Herren, 

herzlich Willkommen im Hamburger Rathaus zum Logistik-Dinner 2019. 

Zum 12. Mal kommen Vertreterinnen und Vertreter der Branche hier zusammen und begrüßen einen besonderen Redner. 

Die Einladung in den Festsaal des Rathauses ist ein Zeichen für die Bedeutung, die der Senat in der Branche sieht. Rund 12.000 Unternehmen und mehr als 400.000 Beschäftigte sind in der Metropolregion Hamburg im Bereich der Logistik tätig. 

Viele von ihnen engagieren sich in der Logistik-Initiative Hamburg, die seit ihrer Gründung zu einem großen, Berufsgruppen-übergreifenden Netzwerk gewachsen ist. 

Auch unser Digital Hub Logistics mit seinem Twin Hub in Dortmund ist ein Anlauf- und Austauschpunkt, der hervorragend angenommen wird. 

Handel und Industrie sind auf auf eine zuverlässige und effiziente Logistik angewiesen. Die Logistik hat eine wichtige Querschnitssfunktion in der modernen Wirtschaft. 

Zuverlässiges und effizientes Transportieren, Lagern, Kommissionieren, Verpacken und Verteilen sind ein wesentlicher Faktor für Wertschöpfung die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. 

Die fortschreitende Arbeitsteilung, der technologische Fortschritt und die Digitalisierung haben die Bedeutung der Logistik noch einmal erhöht und ihr eine eigenständige fachliche und wissenschaftliche Dimension verliehen, die an entsprechenden Schwerpunkten an den Hochschulen, aber auch an der Kühne Logistics University erkennbar ist. 

Um logistische Innovationen für den maritimen Bereich zu entwickeln, haben wir – zusammen mit der Technischen Universität Hamburg – das Centre for Maritime Logistics gegründet. 

Es führt Forschungsprojekte für private und öffentliche Reedereien aus, plant Hafenterminals und arbeitet an der Entwicklung selbstfahrender Container-Schiffe. 

Seit 2015 gehört das CML zur Fraunhofer-Gesellschaft, der größten Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, 

Hamburg hat sich als jahrhundertealte Handels- und Hafenstadt zu einer der größten Wirtschaftsmetropolen Europas entwickelt und ist ein zentrales Drehkreuz für den weltweiten Warenaustausch. 

Wir haben die Elbvertiefung im vergangenen Herbst endgültig rechtlich abgesichert und der maritimen Wirtschaft damit Rückenwind gegeben. Die vorbereitenden Maßnahmen laufen und dem Beginn der Baggerarbeiten steht nichts mehr im Wege. 

Unser Hafen hat im Vergleich zu Antwerpen und Rotterdam eine sehr gute Hinterlandanbindung über die Schiene mit über 2.000 Güterzügen pro Woche. 

Diese gute Position muss durch einen weiteren Ausbau der überregionalen Schienenwege und auch der Straßen gestärkt werden. 

Der Ausbau der A7, die Fertigstellung der A26 und der A20, der Fehmarnbelt-Tunnel und die neue S4 sind Projekte, die wir nicht alleine in der Hand haben, die wir aber gemeinsam mit unseren Nachbarländern, der Deutschen Bahn und dem Bund vorantreiben. 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, 

die Logistik ist eine Zukunftsbranche, die auf See, auf der Straße, auf der Schiene und in der Luft deshalb auch den Anforderung der Zukunft und den globalen Trends gerecht werden muss. 

Dazu gehören der Umwelt- und Klimaschutz, die auch immer stärker zu einer konkreten Anforderung der Kunden werden. Fair Trade und Nachhaltigkeit sind zu einem wichtigen Qualitätsmerkmal geworden. 

In urban verdichteten und zugleich wachsenden Metropolen wie Hamburg, die eine starke Zunahme der Personenverkehre zu bewältigen haben, spielt neben der Lärmminderung und der Luftreinhaltung die Knappheit des öffentlichen Straßenraums eine besondere Rolle. 

Die Branche entwickelt viele Antworten auf diese Herausforderungen: 

Die Containerschifffahrt setzt neuerdings auf Landstrom und LNG. Umso besser, wenn das LNG in Zukunft nicht mehr per Lkw aus Rotterdam nach Hamburg gefahren wird, sondern ein LNG-Terminal an der Elbe entsteht. 

Der Hafen entwickelt sich zum smartPort mit 5G-Mobilfunkstandard und digitalen Lösungen für effizientes Hafenmanagement. 

Besonders anschaulich erscheint mir zum Beispiel das sogenannte Slot-Management der großen Terminalbetreiber HHLA und Eurogate. Die Slotbuchung hat den Verkehrsfluss im Hafen wesentlich verbessert und vermeidet früher übliche Rückstaus auf die Autobahnen. 

Logistikunternehmen entwickeln intelligente Last-Mile-Konzepte für Großstädte und setzen auf alternative Antriebe mit E-Mobilität und Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technik. 

Im Februar wurde das neue Logistik-Zentrum von Hermes in Billbrook eingeweiht. Betrieb und Gebäude wurden von vorneherein nachhaltig angelegt. In der HafenCity und in Barmbek-Süd erfolgt die Zulieferung auf der letzten Meile seit diesem Frühjahr bereits emissionsfrei. Im Einsatz sind zurzeit 24 E-Transporter, bis Ende 2019 sollen es etwa 45 sein. 

Hamburg unterstützt diese Entwicklung, hat vier Wasserstofftankstellen und ist führend in der Elektromobilität in Deutschland. 

Wir bauen die Ladeinfrastruktur im privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich aus und werden Ende dieses Jahres 1.000 Ladepunkte im öffentlichen Straßenraum geschaffen haben.  

Mehr Gütertransport bei weniger Verkehr, geringeren Kosten, weniger Emissionen und vermindertem Energieverbrauch – das sind die anspruchsvollen Ziele, die wir gemeinsam verfolgen und die unsere Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit bestimmen. 

Ich freue mich auf den heutigen Festvortrag von Herrn Birken, den Vorstandsvorsitzenden der Otto Group, die Verleihung des HANSE GLOBE 2019 – Hamburgs Preis für nachhaltige Logistik und auch sonst auf einen interessanten und festlichen Abend im Hamburger Rathaus. 

Herzlichen Dank.