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6. Juli 2022 Senatsempfang „50 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg“

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Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

Senatsempfang „50 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg“

Sehr geehrte Frau Dr. Krizak,
Sehr geehrter Herr Generalkonsul Jaworski,
Sehr geehrter Herr Buczkowski,
Sehr geehrter Herr Hoffmann,
Sehr geehrter Herr Vize-Präsident der HamBue Celik,
Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen im Rathaus zum Senatsempfang anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg. 

Die Gründung der Gesellschaft führt uns zurück an den Beginn der 1970er Jahre. 

Der damalige Bundeskanzler Willy Brandt unterzeichnete am 7. Dezember 1970 den Vertrag von Warschau, als Grundlage für einen Neu-Beginn in den deutsch-polnischen Beziehungen. 

Als Bild in Erinnerung geblieben ist sein Kniefall vor dem Ehrenmal für die Helden des Warschauer Ghettos. Er wandte sich in einer Fernsehansprache an die Menschen in Deutschland mit den Worten: 

„Der Vertrag von Warschau soll einen Schlussstrich setzen unter Leiden und Opfer einer bösen Vergangenheit. Er soll den Weg dafür öffnen, dass getrennte Familien wieder zusammenfinden können. Und dass Grenzen weniger trennen als bisher.“ 

Keine zwei Jahre später, am 5. Juli 1972, gründeten einige Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft und weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg. 

Sie wollten die Annäherung der Bürgerinnen und Bürger beider Länder unterstützen und die Sprachlosigkeit nach den schrecklichen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs überwinden. 

Mit ihrer Arbeit konnte die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg an die jahrhundertealte Partnerschaft zwischen Hamburg und Polen anknüpfen. 

Seit den Zeiten der Hanse hatte es immer gute wirtschaftliche, politische und kulturelle Kontakte gegeben, die aber mit dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Europas größtenteils abgerissen waren. 

Viele dieser Verbindungen nahm die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg ab 1972 wieder auf. 

Sie hat im Laufe der Jahre den Austausch zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen organisiert, von Schülerinnen und Schülern, Ärztinnen und Ärzten, den Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung. 

Mit Reisen, Ausstellungen und Vorträgen haben die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg und ihre Partner selbst in den Jahren des sogenannten Kalten Krieges hunderttausenden Menschen die Möglichkeit gegeben, das Leben im jeweils anderen Land kennenzulernen. 

Durch ihre Arbeit hat die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg dazu beigetragen, dass die Menschen in Polen und Deutschland ein besseres Verständnis füreinander und für die wechselvolle gemeinsame Geschichte ihrer Länder gefunden haben. 

Heute sind Deutschland und Polen gute Nachbarn und Partner in einem freien und demokratischen Europa. 

In der Ukraine-Krise stehen wir gemeinsam ein für eine entschlossene Reaktion der Europäischen Union gegen die russische Aggression. Wir verteidigen zusammen den Frieden, die Selbstbestimmung und das Völkerrecht in Europa. 

Viele polnische Städte haben bei der Aufnahme von Schutzsuchenden aus der Ukraine Großartiges geleistet. Wir in Hamburg wissen, was es bedeutet, viele Tausende Menschen in kurzer Zeit aufzunehmen und zu versorgen und haben die Stadt Warschau, die eine noch viel größerer Zahl an ukrainischen Flüchtlingen aufgenommen hat, dabei mit Hilfsgütern unterstützt. 

Im vergangenen November habe ich den Bürgermeister von Warschau besucht und vereinbart, dass unsere Städte in Zukunftsthemen wie dem Klimaschutz, der Mobilität und der Digitalisierung zusammenarbeiten wollen. 

Die großen Metropolen können als Fortschrittszentren ihrer Länder einiges zur Modernisierung Europas beitragen und zum Beispiel eine wichtige Rolle im Rahmen des sogenannten European Green Deals übernehmen. 

Der Deutsche Bundesrat in Berlin und das entsprechende Verfassungsorgan in Warschau, der polnische Senat, den ich ebenfalls im November besucht habe, haben eine Freundschaftsgruppe gegründet und wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. 

Dafür werde ich mich ab November als Bundesratspräsident gerne einsetzen. 

Meine Damen und Herren, 
was Willy Brandt 1970 als Ziel des Vertrags von Warschau formuliert hat, ist wahr geworden: 

Die Grenzen zwischen Polen und Deutschland trennen uns nicht mehr. Wir begegnen einander auf Augenhöhe, arbeiten vertrauensvoll zusammen und sind als Länder zusammengewachsen, so wie mit unseren Nachbarn im Norden, Süden und Westen. 

Das ist auch deswegen möglich, weil sich zivilgesellschaftliche Akteure wie die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg seit Jahrzehnten für Dialog und Freundschaft einsetzen und so die guten Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern prägen. 

Im Namen des Senats danke ich der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hamburg und allen, die ihre Arbeit unterstützen, sehr herzlich für ihr Engagement. 

Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und sage: Herzlichen Glückwunsch zum 50. Jubiläum! 

Vielen Dank.

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