Familienfreundliche Verwaltung In Hamburg kommen Eltern „Kinderleicht zum Kindergeld“

Ein moderner Service für Eltern: Projekt „Kinderleicht zum Kindergeld“ leistet Beitrag zum Abbau von Bürokratie.

Babyhand greift Hand von Erwachsenem.

In Hamburg kommen Eltern „Kinderleicht zum Kindergeld“

Mit dem modernen Service „Kinderleicht zum Kindergeld“ brauchen Eltern nach der Geburt ihres Kindes keine Behördengänge mehr zu erledigen. Eltern können in einem Zuge

  • Angaben zur Geburt machen,
  • ihrem Kind rechtskräftig einen Namen geben,
  • die Geburt beim Standesamt beurkunden lassen,
  • Geburtsurkunden bestellen
  • und gleichzeitig das Kindergeld beantragen.

An dem Kooperationsprojekt staatlicher und privater Einrichtungen beteiligen sich Kliniken, Standesämter sowie die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit und die Familienkasse des öffentlichen Dienstes in Hamburg. Die Eltern brauchen nur noch ein dreiseitiges, bürgerfreundliches Kombiformular auszufüllen und dies gemeinsam mit den erforderlichen Urkunden in ihrer Geburtsklinik abzugeben.

Abgabe des Kombiformulars direkt in der Klinik

Die Eltern erhalten bereits beim Geburtsvorbereitungstermin das Kombiformular. Einfach gestaltet fragt es nur noch Informationen von den Eltern ab, die für die bearbeitenden Institutionen unentbehrlich sind. Das dazugehörige Dokument „Hinweise zum neuen Service“ informiert die Eltern in sieben Sprachen, was beim Ausfüllen zu beachten ist und bietet einen transparenten Überblick. 

Nach der Geburt geben die Eltern ihre Unterlagen in der Klinik ab, die diese an das zuständige Standesamt weiterleitet. Das Standesamt beurkundet die Geburt und gibt den Kindergeldantrag an die Familienkasse weiter. Nach durchschnittlich weniger als zehn Tagen erhalten sie bequem per Post ihre Geburtsurkunden vom Standesamt, die Steuer-ID ihres Kindes vom Bundeszentralamt für Steuern sowie den Kindergeldbescheid von der Familienkasse. Das Kindergeld wird automatisch auf das angegebene Konto überwiesen. Die Eltern können sich um ihre Familie kümmern und werden von Bürokratie entlastet.

Positives Feedback

Der neue Service ist ein Erfolgsmodell. Er wird von vielen Eltern genutzt und es gibt zahlreiche positive Rückmeldungen. Das Pilotprojekt erzeugt Aufmerksamkeit über Hamburg hinaus: Es gibt Anfragen von Kliniken, Kommunen und Bundesländern, die den Service ebenfalls einführen wollen.

Der Service wurde im Juni 2018 in der Asklepios Klinik Altona und dem Universitätsklinikum Eppendorf und mit den Standesämtern Altona und Nord gestartet. Inzwischen beteiligen sich auch das Standesamt Eimsbüttel und das Albertinen-Krankenhaus sowie die Asklepios Klinik Nord-Heidberg. Bis 2020 wird der neue Service in allen Hamburger Kliniken eingeführt sein.

Das Projekt ist 2019 beim eGovernment-Wettbewerb als bestes Kooperationsprojekt und mit dem Sonderpreis des Chefs des Bundeskanzleramts sowie dem Publikumspreis ausgezeichnet worden.


Noch mehr Nutzen durch Digitalisierung

Bald können Namensbestimmung, Bestellung von Geburtsurkunden und die Beantragung von Kindergeld in einem Zug auch online in der Klinik stattfinden. Die Eltern können dann über einen Online-Dienst ihre Angaben elektronisch an die Fachverfahren der Institutionen übersenden. Voraussetzung ist, dass beide Elternteile den elektronischen Personalausweis zur Authentifizierung nutzen, denn dieser ersetzt die Unterschriften im Antrag.

Und mit einem elektronischen Bezahlverfahren können die Eltern auch die Gebühren bequem online überweisen. Behördengänge entfallen und Eltern müssen sich nicht mehr merken, welche Verwaltung für sie zuständig ist. Es ist davon auszugehen, dass die Eltern dann noch schneller Geburtsurkunden und Kindergeld erhalten, weil die Postwege zwischen den Kooperationspartnern entfallen.

Mehr Informationen

Kontakt

Freie und Hansestadt Hamburg – Senatskanzlei
Amt für IT und Digitalisierung
Dr. Brigitte Klamroth, Projektleitung
Große Bleichen 27
20354 Hamburg
brigitte.klamroth@sk.hamburg.de