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Stadtbäume Stabiler Bestand trotz vieler Widrigkeiten

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Bäume speichern CO2 und sorgen für Lebensqualität und Artenvielfalt in der Stadt. Hamburg hat unter den deutschen Großstädten den größten Bestand an Straßenbäumen pro 1.000 Einwohner. Dieser Bestand ist durch Baumkrankheiten, Stürme, Trockenheit, Baumaßnahmen und Versiegelung an vielen Stellen gefährdet. Trotz dieser Herausforderungen wurde das Defizit von Fällungen und Pflanzungen in den Jahren 2019 und 2020 nahezu gestoppt. Für den Erhalt des Bestands in den kommenden Jahren braucht es eine gemeinsame Anstrengung von Behörden, Bauherren und Bezirken.

Stabiler Bestand trotz vieler Widrigkeiten

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Bäume sorgen für Lebensqualität in der Stadt. Sie bieten Lebensraum für Tiere, spenden Schatten und speichern CO2. Hamburg hat unter den deutschen Großstädten die meisten Straßenbäume pro Einwohner, das ist gut und das soll auch so bleiben. Wir haben seit 2015 den Baumschwund deutlich abgebremst und das Defizit zwischen Fällungen und Pflanzungen an den Straßen liegt jetzt fast bei null. Das ist ein Erfolg. Dies zu erreichen war ein Kraftakt, und der Erhalt des Bestands bleibt eine Herausforderung. Stürme und Hitze, Trockenheit und Baumkrankheiten, Straßenbau und die wachsende Stadt bedeuten Stress und gefährden viele unserer rund 224.000 Straßenbäume. Der Schutz und die Pflege der Bäume kosten Anstrengung und auch Geld. Gemeinsam mit Bezirken, Bürgerschaft, Behörden und Bauträgern werden wir alles tun, um die Bäume als lebenswichtige Ressource unsrer Stadt zu schützen und zu erhalten. Geraden den Altbäumen gilt dabei unser Augenmerk.“

Fäll- und Pflanz-Bilanz 2010 bis 2020:

Tabelle


Grafiken und Fotos zum Baumbestand bieten wir auch zum Download an, Link siehe unten.


Zahlen und Fakten zu Hamburgs Bäumen:

  • Hamburg hat ca. 224.000 Straßenbäume
  • Sie sind einsehbar im Online-Baumkataster. Dort können die Bäume mit Art, Umfang, Kronendurchmesser und Alter angeklickt werden.
  • Nicht einzeln erfasst sind: geschätzt 600.000 Bäume in Parks und Grünanlagen, etwa
  • 1 Mio Bäume auf privaten Grundstücken und rund 6 Mio. Bäume in Hamburgs Wäldern (auf einer Fläche von 5.360 Hektar)
  • Hamburg hat etwa 132 Straßenbäume auf 1.000 Einwohner, in Berlin sind es 123, in Leipzig 111 Bäume, in München 74 und in Köln 69 Bäume je 1000 Einwohner (Quelle: Statista Research)
  • An Hamburgs Straßen wachsen mehr als 300 verschiedene Baumarten.
  • Die fünf häufigsten Baumarten an den Straßen sind: Linden, Eichen, Ahorn, Hainbuchen und Platanen.
  • Obstbäume: Es gibt allein an den Hamburger Straßen rund 250 Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume, dazu noch einmal 325 Walnussbäume.
  • Hamburgs ältester Baum steht in Harburg am Neuländer Elbdeich und ist eine ca. 850 Jahre alte Eibe.
  • Der älteste Straßenbaum steht am Albertiweg in Altona: Die dortige Eiche (Quercus robur) stammt von ca. 1720.
  • Im Ranking der Bezirke liegt Wandsbek mit rd. 60.000 Straßenbäumen vorn.
  • Ein hundertjähriger Baum, etwa 20 Meter hoch, 12 Meter Kronendurchmesser verarbeitet an einem Sonnentag 18 Kilogramm Kohlendioxid. Für eine Tonne Holz entzieht er der Atmosphäre rund 1,8 Tonnen Kohlendioxid.
  • Seit den 1950ern sind in Hamburg rd. 150.000 Straßenbäume neu gepflanzt worden.
  • Die Kosten für eine Neupflanzung an den Straßen liegen in der Regel bei rund 1.500 Euro, können aber je nach Standort auch bis zu 5.000 Euro betragen

Schädlinge und Baumkrankheiten

  • Um den Hamburger Bestand von ca. 2.000 Ulmen gegen die Ulmenkrankheit zu sichern, werden die Bäume geimpft
  • Kastanien werden europaweit durch eine vom Pseudomonas Bakterium ausgelöste  Komplexerkrankung befallen sowie im Spätsommer von der Miniermotte. Gegen die Rindenerkrankung gibt es bislang kein Gegenmittel und sie führt in vielen Fällen zum Absterben einer befallenen Kastanie binnen kurzer Zeit. Deshalb werden in Hamburg seit 2014 keine Kastanien mehr nachgepflanzt. Der Bestand liegt noch bei knapp 6.000 Straßenbäumen.

 Weitere Gründe für Baumverluste:

  • Standort Straßenraum: Neu- und Nachpflanzungen sind heute aufwändiger und teurer als in der Nachkriegszeit, weil der Wurzelraum durch Versiegelung und Leitungen (Gas, Wasser, Abwasser, Strom, Telekommunikation) knapper ist.
  • Verkehrswende: Der Ausbau der Radwege, Buslinien und der U- und S-Bahnen führt zu Interessenkonflikten mit dem Baumschutz. Rings um Bushaltestationen werden bspw. keine Bäume gepflanzt.
  • Wachsende Stadt: Der Wohnungsbau und die Nachverdichtung führen mancherorts zum Verlust von Straßenbaum-Standorten, bspw. wenn neue Häuser dichter an die Straße heran rücken (Blockrandbebauung).

Seit 2010 läuft die Spendenaktion „Mein Baum – meine Stadt“. Privatleute oder Firmen können Straßenbäume spenden. Pro 500 Euro Spende für einen Baum finanziert die Stadt den Rest.

Klimaanpassung:
Ast-Abwurf nach Trockenstress, mehr Regen im Winter, Stürme, mehr Hitzetage und tropische Nächte – der Klimawandel bereitet vielen Baumarten Stress und macht sie anfälliger für Krankheiten. Im Forschungsprojekt „Stadtbäume im Klimawandel“ wurde erforscht, welche Baumarten den neuen klimatischen Bedingungen am besten standhalten.

Infos & Downloads

Bilder und Grafiken zum Download: https://www.skyfish.com/p/fhh/1874387
Weitere Infos: www.hamburg.de/baeume
YouTube-Film zu Hamburgs Bäumen: https://youtu.be/oAUrNmIJlp8

  

Rückfragen der Medien

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA), Pressestelle
Jan Dube, Telefon: 040 42840 8006, E-Mail: Jan.Dube@bukea.hamburg.de
Björn Marzahn, Telefon: 040 42840 3065, E-Mail: Bjoern.Marzahn@bukea.hamburg.de

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