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Baustart Hamburgs Fernwärmetunnel unter der Elbe

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Industrieabwärme aus Hamburgs Süden für den  Norden

An der Elbe wurde heute offiziell mit dem Bau eines neuen Elbtunnels für die Fernwärmeleitung in Hamburgs Norden begonnen. Ein großer Schlitzwandbagger hat die ersten Ausbaggerungen des Startschachts am Südufer der Elbe vorgenommen. In den kommenden Wochen arbeitet er sich bis auf 30 Meter Tiefe vor. Dann übernimmt ein Tunnelbohrer die Arbeit unter der Elbe. In der Heizperiode 2024/2025 soll der 1.160 Meter lange Tunnel fertiggestellt werden und vor allem Abwärme aus Industrieprozessen im Hamburger Süden in den Norden der Hansestadt transportieren. Die Fertigstellung ist eine wichtige Voraussetzung, damit der künftige Energiepark Hafen an der Dradenau das Kohlekraftwerk in Wedel ablösen und durch überwiegend klimaneutrale Wärme ersetzen kann.  

HHEnW Bohrstart Fernwärme Jens Kerstan, Kirsten Fust und Thomas Fiest beim Bohrstart des Fernwärmetunnels unter die Elbe.

Hamburgs Fernwärmetunnel unter der Elbe

​​​​​​​Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: „Mit diesem Baustart bringen wir einen weiteren entscheidenden Meilenstein in der Hamburger Energiewende auf den Weg. Mit dem Bau der Fernwärmetrasse unter der Elbe besteht nun bald die notwendige Verbindung zwischen den zahlreichen klimaneutralen Wärmequellen im Süden Hamburgs und den bereits bestehenden Fernwärmenetzen, hauptsächlich nördlich der Elbe. Damit geht der bundesweit wegweisende Ersatz eines großen Kohlekraftwerks vorrangig durch dezentrale erneuerbare Energiequellen und vorhandener Abwärme in  die entscheidende Umsetzungsphase. Auch wird nach Fertigstellung dafür gesorgt, dass das Kraftwerk Wedel weiterhin planmäßig im Jahr 2025 vom Netz genommen werden kann. Die Entwicklungen rund um den Ukrainekrieg zeigen, dass Deutschlands Energieversorgung autarker werden muss. Sie muss sich nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes und aus Gründen der Versorgungssicherheit, sondern auch zur Verteidigung unserer freiheitlich demokratischen und vielfältigen Gesellschaftsordnung viel schneller von den fossilen Energieträgern Kohle, Erdöl und vor allen Dingen auch Erdgas befreien. Unsere öffentlichen Energieversorger tragen in Hamburg einen großen Teil dazu bei. In diesem Zusammenhang möchte ich betonen, dass die GuD-Anlage schon bei Inbetriebnahme technisch auf den Einsatz eines Erdgas-/Wasserstoffgemisches im Verhältnis 70/30 ausgelegt ist. Der Wasserstoffanteil könnte zukünftig auf 100 Prozent erhöht werden. Dies ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen ein wichtiger und richtiger erster Schritt auf dem Weg zu einem erdgasfreien Betrieb.“

Kirsten Fust, Technische Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke: „Wir machen jetzt endlich auch mit der Fernwärme den Sprung über die Elbe, allerdings vom Süden in den Norden. Ein Schritt der Sinn macht, denn viele klimaneutrale Wärmequellen liegen im Hamburger Süden und wir können es uns schlicht nicht mehr leisten, diese Wärmepotenziale in unserer Stadt ungenutzt zu lassen.“

Thomas Fiest, Leiter Tunnelbau Deutschland der Implenia Construction: „Wir freuen uns, dass wir dieses große und komplexe Infrastrukturprojekt für die Hamburger Energiewerke planen und realisieren dürfen und damit zu einer nachhaltigen Energieversorgung in Hamburg beitragen können. Wir bedanken uns für das Vertrauen in Implenia und freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.“

Die Fernwärmeerzeugung in Hamburg wird sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern: Bis 2025 wird das Kohlekraftwerk in Wedel ersetzt, bis spätestens 2030 dann das letzte verbliebene Kohlekraftwerk in Tiefstack. Die Hamburger Energiewerke setzen bei der künftigen Wärmeversorgung vor allem auf die Nutzung vorhandener klimaneutraler Wärmequellen. Im Hamburger Süden ist das vor allem Abwärme aus energieintensiven Industriebetrieben, einer Müllverwertungsanlage und aus Klärwerksprozessen. Die Wärme wird in einem Speicherkreislauf zusammengeführt und auf das erforderliche Temperaturniveau gebracht. Um die Verbraucher nördlich der Elbe zu erreichen, bedarf es der neuen Elbquerung. Mit der Ablösung der Kohlekraftwerke liefern die Hamburger Energiewerke den größten Einzelbeitrag, damit Hamburg seine Klimaziele erreicht.  

Die neue Elbquerung wird etwa zwei Kilometer westlich des Elbtunnels der Autobahn A7 vom südlich gelegenen Köhlfleethafen bei Finkenwerder in Richtung der nördlich gelegenen Elbchaussee gebohrt.

Der Spezialtiefbauer Implenia erstellt für den Start- und Zielschacht 1,5 Meter dicke Schlitzwände. Zwischen den beiden Schächten bohren die Tunnelbauexperten von Implenia mit einer Tunnelvortriebsmaschine einen Tübbingtunnel mit 1,16 Kilometern Länge und einem Bohrdurchmesser von 4,55 Metern. In den beiden Schächten entstehen Zugänge und Betriebseinrichtungen für den späteren Betrieb. Die Kosten für den schlüsselfertigen Tunnelbau belaufen sich auf rund 72 Millionen. Euro.

 

Rückfragen der Medien

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA)
Pressestelle
Renate Pinzke
Telefon: 040 42840 8006
E-Mail: renate.pinzke@bukea.hamburg.de

 

Hamburger Energiewerke
Stefan Kleimeier
presse@hamburger-energiewerke.de
Telefon +49 40 6396 2700

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