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TAVF-Projekt Eine 12 Kilometer lange Teststrecke mitten in der Hamburger Innenstadt

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Eine 12 Kilometer lange Teststrecke mitten in der Hamburger Innenstadt

Ziel der rund 12 km langen Teststrecke in Hamburgs Innenstadt ist die Erprobung des automatisierten und vernetzten Fahrens im öffentlichen Straßenverkehrsraum einer Millionenmetropole. Das herstellerneutrale und nutzeroffene Testfeld wurde seit 2018 kontinuierlich aufgerüstet und umfasst zahlreiche Ampeln und eine Brücke, die mit Fahrzeugen kommunizieren können. Die Strecke ist nutzer-offen und hersteller-unabhängig und führt vom Dammtor-Bahnhof über die Messehallen, die Landungsbrücken, die Elbphilharmonie, den Rödingsmarkt und zurück. Im Projekt sollen Verkehrsteilnehmer:innen, die Verkehrsinfrastruktur und entsprechende Hintergrundsysteme miteinander vernetzt werden. Dadurch wird der Verkehrsablauf harmonisiert, verkehrsbedingte Luftschadstoffe werden gesenkt und Unfallrisiken minimiert.

Zur Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Infrastruktur wird die Strecke mit modernster Kommunikationstechnik auf WLAN-Basis nach dem 802.11p-Standard (ITS G5) ausgerüstet. Mittlerweile haben auf der Strecke mit über 70 umgerüsteten Lichtsignalanlagen bereits über 2000 Testfahrten stattgefunden. Rund 20 Forschungseinrichtungen, Fahrzeughersteller und Technologieunternehmen haben Anwendungsfälle getestet, z.B. Volkswagen, NXP Semiconductors, Continental, Deutsche Telekom, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Vitronic, Consider IT, Fraunhofer IVI oder die Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg (HAW). Mehr Informationen zu den Anwendungsfällen


Konkretisierung der Anforderungen an die Infrastruktur

Das automatisierte und vernetzte Fahren ist ein Lösungsbaustein für die zukünftige Mobilität Hamburgs, weil es die Verkehrssicherheit und auch die Verkehrseffizienz für alle Teilnehmer:innen verbessern kann und somit auch zu einer Reduzierung der Lärm- und Schadstoffemissionen führt. Dafür sind Erfahrungen im Realbetrieb mit automatisierten Fahrzeugen auch im urbanen Raum dringend erforderlich. Gemeinsam mit den Nutzer:innen der Teststrecke werden die Anforderungen an die Infrastruktur für das automatisierte und vernetzte Fahren unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Anforderungen immer weiter konkretisiert und baulich umgesetzt, um eine kontinuierliche Erhöhung des Automatisierungsgrads der Fahrzeuge auf einer Teststrecke zu ermöglichen.

Ob und wann ein Fahrzeug auf der Hamburger Teststrecke im höchsten Automatisierungsgrad, nämlich autonom, also ohne Fahrer:in, fahren kann, ist derzeit noch offen. Neben der technischen Ausgestaltung sind insbesondere die internationalen als auch nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen und weiter zu konkretisieren.

TAVF-Geschäftsstelle vermarktet Strecke

Parallel zum Aufbau der Teststrecke, der vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer gesteuert und der Hamburg Verkehrsanlagen GmbH umgesetzt wird, erfolgt die Vermarktung durch eine Geschäftsstelle. Dafür hat die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende das norddeutsche Mobilitätscluster ITS mobility in Braunschweig beauftragt.

Die ergänzende verkehrs- und informationstechnische Infrastruktur der Teststrecke beinhaltet unter anderem aktuelle Steuergeräte für die Ampeln, hochmoderne Sensorik sowie sogenannte „Road Side Units“ (RSU). Die RSUs sind dabei Grundbestandteil der für die Vernetzung erforderlichen und auf einem dezidierten WLAN-Standard basierten Kommunikation. Diese definiert sich im Detail durch eine räumlich begrenzte Fahrzeug-zu-Infrastruktur (V2I)- sowie eine Infrastruktur-zu-Fahrzeug-(I2V)-Kommunikation, welche den Austausch von Informationen im Sichtbereich der Ampeln ermöglicht. Um eine unberechtigte Nutzung sowie eine Manipulation der Kommunikation zu verhindern, werden zusätzlich neueste Sicherheitsmechanismen verwendet, welche den Datenaustausch im Rahmen der Teststrecke auf einen ausgewählten Teilnehmer:innenkreis begrenzt.

8 Millionen Euro Fördermittel vom Bund

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit knapp 8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Teststrecke zählt zu den Projekten des ITS-Handlungsfeldes „Automatisiertes und Vernetztes Fahren“, zu dem unter anderem auch das Projekt „HEAT“ (Forschungs- und Entwicklungsprojekt mit autonom fahrenden Kleinbussen in der HafenCity), sowie die Digitale S-Bahn gehören. Die Teststrecke war ebenso als ITS-Ankerprojekt und Ausstellungsfläche Teil des ITS-Weltkongresses in Hamburg um neue technologische Entwicklungen zu präsentieren.

Teststrecke Automatisiertes Vernetztes Fahren

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