Auszeichnung Sechster Hamburger Wissenschaftspreis im Rathaus verliehen

Jutta Gärtner ist für ihre Forschung zu angeborenen seltenen Erkrankungen ausgezeichnet worden

Die Medizinerin Prof. Dr. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen, erhielt heute im Hamburger Rathaus den Hamburger Wissenschaftspreis 2019. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg würdigte damit ihre bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet der seltenen angeborenen neurometabolischen und neurodegenerativen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter - hierzu gehören beispielsweise kindliche Demenzerkrankungen. Die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank gratulierte der Preisträgerin. Der mit 100.000 Euro höchstdotierte Preis einer deutschen Wissenschaftsakademie wird gestiftet von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve.

Portrait der Preisträgerin auf Station

Jutta Gärtner ist für ihre Forschung zu angeborenen seltenen Erkrankungen ausgezeichnet worden

Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin: „Der diesjährige Hamburger Wissenschaftspreis ,Angeborene seltene Erkrankungen‘ lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Krankheitsgruppe mit besonderen Herausforderungen für Diagnose und Therapie. Häufig führen angeborene seltene Erkrankungen wie Multiple Sklerose bereits im Kindes- und Jugendalter zu Symptomen. Die Forschungsarbeit von Frau Professorin Gärtner leistet einen entscheidenden Beitrag, um die Heilungschancen betroffener Kinder und Jugendlicher zu verbessern und ihre Familien zu entlasten. Ich gratuliere Frau Professorin Gärtner sehr herzlich zum Hamburger Wissenschaftspreis 2019 und wünsche ihr für ihre Forschung weiterhin viel Erfolg!“

Prof. Dr. Edwin J. Kreuzer, Präsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und Jury-Vorsitzender: „Frau Gärtners Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind herausragend, stets innovativ und nutzen zugleich ressourcenschonend vorhandenes Wissen. Sie konnte erstaunliche Heilungserfolge in kurzer Zeit erzielen. Ihre Forschungsergebnisse lassen zudem hoffen, dass mit frühzeitigen Diagnosen und Therapien die Schäden, die seltene neurodegenerative Erkrankungen im sich entwickelnden Gehirn und im Nervensystem hervorrufen können, vermieden oder zumindest eingedämmt werden können, um die Entwicklung kognitiver und motorischer Störungen bis hin zur Demenz zu mildern.“

Prof. Dr. Jutta Gärtner betreibt translationale Forschung in der Kinder- und Jugendmedizin auf höchstem Niveau und mit großem Engagement. Sie hat zahlreiche Originalarbeiten zu seltenen neurometabolischen Erkrankungen in hochrangigen, internationalen Zeitschriften publiziert und durch ihre Forschungsarbeiten neue Krankheitsbilder entdeckt und beschrieben. Damit legte Prof. Gärtner entscheidende Grundlagen, um den Zellstoffwechsel im kindlichen Gehirn besser zu verstehen, und öffnete so Wege für die Entwicklung neuer Therapien. Es gelangen ihr international vielbeachtete Durchbrüche zur Ursachenforschung und Therapieentwicklung bei diesen seltenen kindlichen Erkrankungen. Mit ihren innovativen Forschungsleistungen und deren Überführung in die klinische Praxis stellen sich Prof. Jutta Gärtner und ihre Klinik der Verantwortung, auch den kleinen Patientinnen und Patienten, für deren Erkrankungen es bislang noch keine Behandlungsmöglichkeiten gibt, sowie deren Angehörigen zu helfen.

Über den Hamburger Wissenschaftspreis

Der Hamburger Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre vergeben und wurde für 2019 zum sechsten Mal ausgeschrieben. Mit 100.000 Euro ist er der höchstdotierte Preis einer deutschen Wissenschaftsakademie. Die aktuelle Ausschreibung war dem Thema „Angeborene seltene Erkrankungen“ gewidmet, um die tatsächlich nicht so seltenen Erkrankungen in Deutschland sichtbarer zu machen und das Forschungsgebiet weiter zu fördern. Die siebenköpfige Jury erhielt unter den 37 Nominierungen zwei Mehrfach-Nominierungen. Die Nominierten wurden von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsinstitutionen aus dem In- und Ausland vorgeschlagen.

Über die Akademie der Wissenschaften Hamburg

Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg gehören herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen in Norddeutschland an. Sie trägt dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Institutionen zu intensivieren. Sie fördert Forschungen zu gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen und wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und macht es sich zur besonderen Aufgabe, Impulse für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu setzen. Die Grundausstattung der Akademie wird finanziert von der Freien und Hansestadt Hamburg. Präsident der Akademie ist Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Edwin J. Kreuzer. Die Akademie der Wissenschaften in Hamburg ist Mitglied in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften.

Bildmaterial und weitere Informationen zur Preisverleihung und zur Preisträgerin unter

www.awhamburg.de/akademie/preise/preistraegerin-2019.html


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