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Gleichstellung Der neue Hamburger Gleichstellungsmonitor ist online

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Noch immer viele Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in Hamburg

Der zweite Hamburger Gleichstellungsmonitor liefert auch in diesem Jahr umfangreiche Informationen darüber, wie Frauen und Männer in Hamburg arbeiten und leben, wie viel Geld sie verdienen, über welchen Bildungsabschluss sie verfügen und in welchem Umfang sie Sorge- und Pflegearbeit leisten. Dafür hat die Behörde für Wissenschaft, Forschung Gleichstellung und Bezirke in Zusammenarbeit mit dem Statistikamt Nord mehr als 60 Indikatoren ermittelt und sie digital aufbereitet. Darunter sind Daten zum Einkommen, zum BAföG-Bezug, zur Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern oder zu ambulanter und stationärer Pflege.

Der neue Hamburger Gleichstellungsmonitor ist online

Neben dem Informationsangebot bietet der neue Monitor eine gute Grundlage für praktische Anwendung der Gleichstellungspolitik in Hamburg, denn die Daten zeigen, wo weiterhin geschlechtliche Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten herrschen. Hier gibt es alle Daten: www.hamburg.de/gleichstellungsmonitor

Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank: „Der neue Gleichstellungsmonitor zeigt: Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Wandel und nachhaltig veränderte Rollen von Männern und Frauen, in dem sie endlich die Sorge für Kinder, aber auch pflegebedürftige Angehörige wirklich teilen. Das ist kein abstraktes Gefühl, sondern wissenschaftlich belegter Fakt. Diese Gewissheit liefern uns die neuen Daten. So verdienen Frauen in Hamburg immer noch rund 20 Prozent weniger als Männer, leisten gleichzeitig den Löwenanteil an unbezahlter Familienarbeit und sind deutlich stärker von Altersarmut betroffen als Männer. Das können wir nicht akzeptieren. Zwar haben sich einige Zahlen verbessert, aber die Ergebnisse zeigen, dass wir weiterhin von einer geschlechtergerechten Welt weit entfernt sind.“

Auch die aktualisierte und erweiterte Fassung zeigt: Überkommene Rollenstereotype, eine ungleiche Verteilung der Sorge-Arbeit zu Lasten von Frauen und damit oft verbundene Einkommensverluste lösen sich weiterhin nur sehr schwer auf. Politische und gesetzliche Maßnahmen greifen hier nur bedingt. Denn nach den Befunden des neuen Hamburger Gleichstellungsmonitors sind die Rollen in Hamburg noch traditionell verteilt: 

  • Die Betreuungsquote von Kindern unter 3 Jahren ist in Hamburg überdurchschnittlich hoch.
  • Aber trotz des massiven Ausbaus der frühkindlichen Betreuung ergreifen Mütter Chancen der Arbeitsmarktbeteiligung seltener als Väter – sie sind deutlich seltener erwerbstätig als Väter.
  • Das Einkommen (Individualeinkommen) der Hamburger Frauen lag zwischen 2009 und 2018 immer unterhalb des Einkommens der Männer, auch bei den formal Hochgebildeten.
  • Durch gleichbleibend stereotype Berufswahl – z.­ B. soziale und medizinische Berufe bei Frauen, technische Berufe bei Männern – verfestigen sich auch die Unterschiede in den Lohn- und Aufstiegsmöglichkeiten. 

Doch es gibt auch positive Entwicklungen: 

  • Frauen sind zwar als Beschäftigte in Kitas und öffentlich geförderter Kindertagespflege noch immer stark überrepräsentiert, doch ist der Männeranteil von 2009 bis 2019 gestiegen (von neun auf 13 Prozent).
  • Im Vergleich mit den anderen Bundesländern ist Hamburg im Hinblick auf den Anteil männlicher Erzieher in Kitas Spitzenreiter (Vgl. 4. Bundesgleichstellungsatlas, Sept. 2020).

Hintergrund
Die kontinuierliche Fortschreibung des Hamburger Gleichstellungsmonitors ist ein dynamischer Prozess, der sich aus einem breiten Spektrum an Indikatoren speist. Durch die komplett digitale Erfassung können jederzeit neue Indikatoren oder Parameter angepasst werden. Für künftige Erhebungen sind daher theoretisch auch noch weitere Faktoren denkbar, die in die wissenschaftliche Untersuchung einfließen können. Auf diese Weise werden die vielfältigen Lebensrealitäten von Frauen in Hamburg abgebildet. Durch die nach Geschlechtern getrennt erhobenen Daten, in Verbindung mit den gleichstellungspolitischen Zielen und einer darauf abgestimmten Haushaltssteuerung, wird Hamburg künftig die erste bundesdeutsche Stadt sein, die Steuerung und Wirkung öffentlicher Leistungen nutzen kann, um Geschlechterunterschiede zu verringern.

Der Hamburger Gleichstellungsmonitor soll zudem in den „Atlas für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland“ einfließen.

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