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Forschung Dr. Martini-Preis 2021 verliehen

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Fünf Nachwuchsforschende erhalten ältesten Medizinpreis Deutschlands

Fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind heute im Rahmen einer digitalen Preisverleihung mit dem Dr. Martini-Preis 2021 ausgezeichnet worden. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an Dr. Fabian J. Brunner und Priv.-Doz. Dr. Christoph Waldeyer für ein Modell, das das cholesterinabhängige Langzeitrisiko für einen Herzinfarkt berechnet. Die beiden zweiten Preise in Höhe von jeweils 3.000 Euro teilen sich Dr. Luzia Veletzky sowie Dr. Jan Kempski und Dr. Anastasios Giannou. Veletzky erhält die Auszeichnung für ihre Querschnittsstudie zur Tropenkrankheit Loiasis. Kempski und Giannou werden für die Erforschung eines neuartigen Therapiekonzeptes bei Dickdarmkrebs ausgezeichnet.

Die Preisträger*innen des Dr. Martini-Preises 2021

Dr. Martini-Preis 2021 verliehen

Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Die Corona-Pandemie führt uns aktuell vor Augen, wie wichtig die Innovationskraft  der Wissenschaft ist. Ein herausragendes Beispiel hierfür stellen die mit dem Dr. Martini-Preis ausgezeichneten Forschungsarbeiten dar – von neuen Präventions- und Therapieverfahren bis zur Erforschung bislang vernachlässigter Krankheiten. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung weit über Hamburgs Grenzen hinaus nachhaltig zu stärken. Ich danke der Preisträgerin und den Preisträgern für ihre wichtige Arbeit und gratuliere herzlich zu der verdienten Auszeichnung!“

Prof. Dr. Ansgar W. Lohse, Vorsitzender des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung und Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik des UKE: „Der älteste Medizinpreis Deutschlands honoriert herausragende klinische Forschungsarbeiten, deren Erkenntnisse nicht nur zum Verständnis der Entstehung von Krankheiten beitragen, sondern neue Therapieoptionen eröffnen. Dank der großzügigen Unterstützung der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve können wir auch in diesem Jahr die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entsprechend würdigen. Dafür danken wir der Spenderin Eva-Maria Greve herzlich.“

Erster Preis für internationale Studie zur Berechnung des Langzeitrisikos für Herzinfarkt

Die Preisträger Dr. Brunner und Priv.-Doz. Dr. Waldeyer haben ein Modell entwickelt, mit dem sich das cholesterinabhängige Risiko für einen Herzinfarkt bis zum Alter von 75 Jahren berechnen lässt. Ihre Studie beruht auf Daten von rund 400.000 Menschen der europäischen, nordamerikanischen und australischen Allgemeinbevölkerung. Ihre Analysen zeigen, dass bereits bei jungen Menschen das Risiko, im Laufe des Lebens einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, stark von den Blutspiegeln des so genannten non-HDL-Cholesterins abhängt. Auf dieser Basis haben sie einen Risikorechner entwickelt, der das individuelle Langzeitrisiko für das Auftreten von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems abschätzt und zugleich den potenziellen Nutzen einer cholesterinsenkenden Therapie simuliert. Der Risikorechner ist unter https://nonhdlrisk.com/ frei verfügbar.

Zweiter Preis für Querschnittsstudie zur Tropenkrankheit Loiasis in Gabun

In Afrika sind Schätzungen zufolge über zehn Millionen Menschen mit der parasitären Erkrankung Loiasis infiziert. Obwohl diese Infektionskrankheit und die verursachten Symptome lange bekannt sind, wurde sie als harmlos angesehen und kaum erforscht. Das hat Dr. Veletzky mit ihrer Querschnittsstudie geändert: Sie befragte und untersuchte 1232 Teilnehmende im zentralafrikanischen Gabun, die an Loiasis erkrankt sind. Ihre Berechnungen auf Basis dieser Ergebnisse zeigen, dass Loiasis eine erhebliche Morbidität verursacht, und zwar in vergleichbarem Ausmaß wie andere Erkrankungen, die international bekämpft werden. Mit dieser Studie legt Veletzky einen wichtigen Grundstein für die Anerkennung dieser bislang vernachlässigten Infektion als relevante Erkrankung in begrenzten Gebieten.

Zweiter Preis für Studie zur Erforschung eines neuartigen Therapiekonzeptes bei Dickdarmkrebs

In der Onkologie werden immer häufiger Immuntherapien gegen unterschiedliche Krebsarten eingesetzt. Die Studie von Dr. Jan Kempski und Dr. Anastasios Giannou erforscht, welche molekularen Signalwege welche Art von Immunantworten gegen Krebszellen steuern. Untersucht wurde die Wirkweise des IL-22 Bindeproteins (IL-22BP) beim Dickdarmkrebs. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dieses Protein im Tumorgewebe weniger produziert wird als im gesunden Darm. Im Zusammenspiel mit weiteren Signalproteinen kann es dadurch zu einer Förderung des Tumorwachstums kommen. Die erhobenen Daten können jetzt zur Entwicklung von neuen medikamentösen Therapiekonzepten bei Darmkrebs beitragen.

Über die Dr. Martini-Stiftung

Die Dr. Martini-Stiftung wurde 1880 von Freunden und Kollegen des im selben Jahr verstorbenen Chirurgen Dr. Erich Martini gegründet. Der Preis der Stiftung – Deutschlands ältester Medizinpreis – wird seit 1883 alljährlich am 12. Februar, dem Todestag Dr. Erich Martinis, an Hamburger Ärztinnen und Ärzte für die beste in Hamburg angefertigte Arbeit aus der klinischen Forschung verliehen. Das Preisgeld wird von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve gestiftet. Die Dotierung von insgesamt 10.000 Euro verteilt sich in diesem Jahr auf einen ersten (4.000 Euro) und einen geteilten zweiten Platz (jeweils 3.000 Euro).

Fotos der Preisträgerin und der Preisträger zum Download finden Sie unter: https://www.uke.de/pressebilder/

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