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Hamburgisches Krebsregister 15. Hamburger Krebsdokumentation veröffentlicht

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Daten sollen künftig verstärkt für die Forschung genutzt werden

Gemeinsam mit Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank hat das Hamburgische Krebsregister (HKR) heute seine aktuelle Krebsdokumentation für die Jahre 2016 bis 2018 vorgelegt. Demnach wurden im Berichtszeitraum durchschnittlich 10.861 Krebsneuerkrankungen pro Jahr in Hamburg registriert. Die häufigste krebsbedingte Todesursache war Lungenkrebs. Insgesamt ist die krebsbedingte Sterberate bei Männern und Frauen in Hamburg weiter gesunken. Die Daten werden vom HKR im Rahmen seiner systematischen Erfassung von Krebsneuerkrankungen und -sterbefällen in Hamburg mindestens alle drei Jahre veröffentlicht – zur weiteren Verbesserung der onkologischen Versorgungsqualität in der Hansestadt. Die Nutzung der Registerdaten für die klinisch-onkologische Forschung in Hamburg soll dabei künftig in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen am Standort weiter ausgebaut werden.

15. Hamburger Krebsdokumentation veröffentlicht

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Auch wenn viele Patientinnen und Patienten mittlerweile geheilt werden können, bleibt Krebs eine schwerwiegende, mitunter  lebensbedrohliche Erkrankung. Umso wichtiger ist die Dokumentation des Hamburgischen Krebsregisters: Sie stellt valide Daten zur Verfügung, die der Forschung und medizinischen Versorgung in Hamburg zugutekommen. Genau hier wollen wir ansetzen und den Wissenstransfer zu Wissenschaft und Forschung in Hamburg künftig weiter stärken. Durch eine erweiterte wissenschaftliche Nutzung der Daten des Krebsregisters lassen sich wertvolle Synergien für die onkologische Behandlung und Forschung gewinnen – zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Den Mitarbeitenden des HRK danke ich herzlich für Ihren Einsatz.“

Dr. Alice Nennecke, Hamburgisches Krebsregister: „Das Hamburgische Krebsregister sorgte hatte schon Ende der 1920er-Jahre das Ziel, die Fürsorge für Krebskranke im Stadtgebiet zu verbessern – mit Erfolg. Heute stehen dank sicherer Rechtsgrundlagen, einer systematischen, strukturierten elektronischen Erfassung und vor allem dem Engagement der meldenden Ärztinnen und Ärzte zunehmend vollständige und verlässliche Daten für den Wohn- und Behandlungsort Hamburg zur Verfügung. Medizin bedarf relevanter Daten als Rückspiegel für das Handeln aller Beteiligten im Interesse der Patientinnen und Patienten. Das Hamburgische Krebsregister bildet die Grundlage dafür, das reale Krebsgeschehen in seiner ganzen Vielfalt zu beurteilen, es sorgt für Transparenz und unterstützt kollegiales Lernen. Hamburg als Standort onkologischer Spitzenversorgung und -forschung wird sich über kurz oder lang auch an den Daten des Krebsregisters messen lassen müssen.“

Hamburger Krebsdokumentation

In dem aktuellen Bericht werden die 20 zahlenmäßig wichtigsten Krebserkrankungsgruppen sowie Gesamtzahlen zu Neuerkrankungen und Überleben in der Hamburger Bevölkerung nach Diagnose und Sterblichkeit von 2016 bis 2018 dargestellt. Von den in diesem Zeitraum jährlich etwa 10.800 Erkrankungen entfallen 5.500 auf Männer und 5.300 Frauen. Ende 2018 hatten etwa 69.000 Hamburger*innen innerhalb der letzten 15 Jahre eine Krebsdiagnose erhalten; ihr Alter betrug im Mittel 73 Jahre (Männer) bzw. 69 Jahre (Frauen). Am häufigsten waren bei Männern Prostata (22 Prozent), Lunge (13 Prozent) und Darm (10 Prozent) betroffen, bei den Frauen Brust (29 Prozent), Darm (10 Prozent) und Lunge (10 Prozent).

Im europäischen Vergleich lagen die Neuerkrankungsraten für Männer und Frauen in Hamburg im Mittelfeld und sind, ähnlich wie in den benachbarten Bundesländern, im Berichtszeitraum tendenziell rückläufig. Bei den meisten Krebserkrankungen steigt die Häufigkeit einer Erkrankung mit dem Lebensalter deutlich an. Unter den 15 häufigsten Erkrankungsgruppen haben Männer mit einer Krebserkrankung der Prostata, einem malignen Melanom (Hautkrebs) bzw. einer Erkrankung der Niere sowie Frauen mit Brustkrebs bzw. einem malignen Melanom im Durchschnitt die beste Überlebensprognose. Neben der Art der Krebserkrankung ist hier auch das Erkrankungsstadium bei der Diagnose maßgeblich.

Das HKR ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Daten zu Krebserkrankungen in der Hamburger Bevölkerung auszuwerten und mindestens alle drei Jahre zu veröffentlichen. Das HKR verarbeitet darüber hinaus Daten zu Diagnose, Therapie und Verlauf von allen in der Hansestadt behandelten onkologischen Patientinnen und Patienten. Die Angaben stammen aus Meldungen von Hamburger Kliniken und Praxen, ergänzt durch Todesbescheinigungen und Informationen des Fachbereichs Einwohnerdaten sowie dem länder- und registerübergreifenden Austausch. Ziele der flächendeckenden Krebsregistrierung sind die Bereitstellung von Daten für die Verbesserung der Qualität der onkologischen Versorgung einschließlich der Herstellung von Transparenz. Eine zentrale und zunehmende Rolle kommt insbesondere auch der Forschung auf der Basis von Krebsregisterdaten zu. Zudem fließen die Daten in die Evaluation von Früherkennungsmaßnahmen ein.

Hamburgisches Krebsregister

Die Aufgaben des HKR bestehen in der umfassenden Erfassung, Verarbeitung und Auswertung von Daten zum Auftreten von Krebserkrankungen und zur Krebssterblichkeit in der Hamburger Bevölkerung. Seit 2014 werden unabhängig vom Wohnort der Patientinnen und Patienten auch klinische Angaben zur Behandlung und Versorgung am Standort Hamburg registriert. Die Informationen werden im Rahmen von interaktiver Berichterstattung, Rückmeldeberichten für Kliniken und Praxen sowie regionalen Qualitätskonferenzen mit onkologisch tätigen Ärztinnen und Ärzten genutzt.

Neben der Hamburger Krebsdokumentation stehen aktuelle Informationen, Auswertungen und Publikationen zum Themenbereich auch online zur Verfügung: www.hamburg.de/krebsregister

 

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